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Erkenntnisse in der Agri-PV: Bauphase kann Böden belasten, Winterweizen- Erträge können steigen

Erkenntnisse in der Agri-PV: Bauphase kann Böden belasten, Winterweizen- Erträge können steigen

Aktuelle Untersuchungen aus Deutschland und Österreich zeigen unterschiedliche Auswirkungen der Agri-Photovoltaik auf die landwirtschaftliche Nutzung. Während eine Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) mögliche Belastungen des Bodens während der Bauphase untersucht hat, berichtet der österreichische Anbieter EWS von höheren Erträgen beim Winterweizen.

Für die Untersuchung wurde eine 2024 errichtete Agri-PV-Anlage am ZALF-Standort Müncheberg in Brandenburg analysiert. Die Forschenden stellten fest, dass der Boden durch den Einsatz schwerer Baumaschinen während der Errichtung teilweise deutlich verdichtet wurde. Betroffen waren nicht nur Bereiche direkt an den Modulstützen, sondern auch Flächen zwischen den Modulreihen. Als mögliche Ursachen gelten insbesondere wiederholte Befahrung und feuchte Bodenverhältnisse während der Bauarbeiten. Das ZALF empfiehlt deshalb, künftige Agri-PV-Projekte während der Bauphase bodenkundlich zu begleiten. Als Schutzmaßnahmen kommen unter anderem feste Fahrspuren, Bodenschutzplatten und ein Verzicht auf Arbeiten bei zu nassen Böden infrage. An der untersuchten Anlage wurden anschließend Maßnahmen zur Lockerung des Bodens eingeleitet. Wie dauerhaft die Auswirkungen der Verdichtung sind und inwieweit sich die Ergebnisse auf andere Standorte übertragen lassen, soll weiter untersucht werden.

 Es gibt auch Hinweise auf mögliche Vorteile für den Pflanzenbau. EWS meldet für seine Agri-PV-Anlage in Bruck an der Leitha in Österreich bei der diesjährigen Winterweizenernte einen um 14 Prozent höheren Ertrag als auf der Vergleichsfläche. Nach Angaben des Unternehmens könnten die Teilverschattung durch die Module und das dadurch veränderte Mikroklima unter anderem die Bodenfeuchte und Temperatur beeinflussen. Da die Angaben vom Betreiber stammen und keine näheren Informationen zur Vergleichsmethode vorliegen, sind die Ergebnisse entsprechend einzuordnen.

Die Untersuchungen zeigen, dass bei Agri-PV sowohl die Bauphase als auch die späteren Bedingungen für die Landwirtschaft berücksichtigt werden müssen. Während eine sorgfältige Planung den Boden vor unnötigen Belastungen schützen kann, könnten die veränderten Bedingungen unter den Modulen je nach Standort und Kultur auch positive Effekte auf das Pflanzenwachstum haben.

(Quelle: pv magazine, 02.10.2026)

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