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Instabile Eismassen in der Westantarktis und eine kühne Idee zur Vermeidung

Instabile Eismassen in der Westantarktis und eine kühne Idee zur Vermeidung

(Quelle: Pressemitteilungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, 13.06.2019 und 18.07.2019)

In einem Artikel in dem Magazin „The Cryosphere“ beschreiben die Forscher des PIKs um Anders Levermann, dass eine Instabilität der Eismassen der Westantarktis schon in Gang gesetzt wurde und welche dramatische Auswirkungen das auf uns haben kann. Einen fast unmöglich erscheinenden Vorschlag zur Stabilisierung dieser Eismassen machen die Forscher in einem Artikel im Magazin „Science Advances“.

Der Reihe nach: Die Instabilität in der Westantarktis führt den Forscher zu Folge zu einem unaufhaltsamen Abfluss großer Eismassen zweier Gletscher ins Meer und damit zum Schmelzen des Eises. Dies könnte laut den computergestützten Rechnungen zu einem Meeresspiegelanstieg von min. 3m führen und ist voraussichtlich die am schnellsten ablaufende Instabilität in der Antarktis. Obwohl das Abschmelzen Jahrzehnte andauern würde, wären Hunderte Millionen von Menschen an den Küsten in aller Welt (z.B. Miami und Shanghai) betroffen und die Anzeichen mehren sich, dass der Abgang der Eismassen in Richtung Meer bereits begonnen hat.

Da sich dieser Schmelzvorgang auch durch die sofortige Senkung der CO2-Emissionen auf Null wohl nicht mehr aufhalten lässt, haben die Forscher eine beispiellose Maßnahme zur Stabilisierung dieses Eisschildes untersucht. Sie berechneten, ob eine massive künstliche Beschneiung der Eismassen das Abschmelzen aufhalten könnte um die betroffenen, sehr dichtbesiedelten Küsten zu schützen. Die Simulationen bestätigen die Vermutung, dass dieses Verfahren das Eisschild stabilisieren könnte, allerdings würde dafür unglaublich viel Energie notwendig sein, um solch ein Vorhaben in der lebensfeindlichen Umgebung der Antarktis umzusetzen. Außerdem würde dadurch die Natur der Westantarktis vollkommen zerstört werden.

Daher stellt sich für Forscher die Frage, wie viel ist man bereit für die Rettung von Millionen von Küstenbewohnern zu unternehmen und welchen (weiteren) Preis muss die Natur zahlen. Die Forscher stellen allerdings klar, dass solch ein Unterfangen nur dann überhaupt sinnvoll wäre, wenn das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird.

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