Internationale Nachrichten
Japan: Kritik an geplanter 30-Prozent-Verschattungsgrenze für Agri-PV
Das japanische Renewable Energy Institute (REI) kritisiert Pläne des Landwirtschaftsministeriums, für Agri-PV-Anlagen eine einheitliche maximale Verschattungsrate von 30 Prozent einzuführen. Nach Einschätzung des Instituts ist es nicht sachgerecht, Ertrag und Qualität landwirtschaftlicher Kulturen allein anhand des Verschattungsgrades zu beurteilen. (mehr …)
Erste US-Fabrik für netzskalige Natrium-Ionen-Speicher geplant
Das US-Unternehmen Peak Energy plant in Sacramento den Aufbau einer nach eigenen Angaben ersten amerikanischen Produktionsstätte speziell für netzskalige Natrium-Ionen-Energiespeicher. Die rund 17.000 Quadratmeter große Anlage soll eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 4 GWh erreichen. Produktionsbeginn und erste Auslieferungen sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen. (mehr …)
QBE-Auswertung: Zahl der Brände bei Photovoltaikanlagen nimmt zu
Eine Untersuchung des Industrieversicherers QBE zeigt einen deutlichen Anstieg von Bränden im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen in Großbritannien. Zwischen 2022 und 2025 erhöhte sich die Zahl der registrierten Fälle um 133 Prozent, während die Zahl der installierten Anlagen im gleichen Zeitraum um 52 Prozent zunahm. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 212 Brände erfasst, gegenüber 91 im Jahr 2022. (mehr …)
Tesla plant milliardenschwere Solarproduktion in Texas
Tesla will in Texas eine neue Produktionsanlage für Solarzellen und möglicherweise auch Solarmodule errichten. Dafür sind Investitionen von insgesamt rund 10,1 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Der genaue Produktionsumfang steht noch nicht fest.
Schwimmende PV-Anlage für raue Meeresbedingungen entwickelt
Das norwegische Unternehmen Fred. Olsen 1848 hat einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung seines schwimmenden Photovoltaiksystems Brizo erreicht. Die Technologie wurde von der Klassifikations- und Zertifizierungsgesellschaft DNV validiert und ist speziell für den Einsatz in dynamischen Meeresumgebungen ausgelegt. (mehr …)
Energie AG startet Bau ihrer größten Agri-PV-Anlage in Oberösterreich
Mit dem Spatenstich in Pennewang hat die Energie AG den Bau ihrer bislang größten Agri-Photovoltaikanlage begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Das Projekt verbindet die Erzeugung erneuerbarer Energie mit der landwirtschaftlichen Nutzung und soll einen weiteren Beitrag zur Energiewende in Oberösterreich leisten. (mehr …)
ÖBB und Burgenland Energie nehmen innovative Agri-PV-Anlage für Bahnstrom in Betrieb
Die ÖBB und Burgenland Energie haben in Donnerskirchen die nach eigenen Angaben weltweit erste Agri-Photovoltaikanlage mit Trackersystem zur Erzeugung von 16,7-Hertz-Bahnstrom in Betrieb genommen. Die Anlage verbindet die Produktion erneuerbarer Energie mit landwirtschaftlicher Nutzung und soll einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Mobilität leisten.
Deutschland verfehlt EU-Klimaziele deutlich
Deutschland wird seine Vorgaben im Rahmen der Europäischen Lastenteilungsverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) bis 2030 voraussichtlich deutlich verfehlen. Nach aktuellen Projektionsdaten droht eine kumulierte Überschreitung von rund 255 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten, wie aus einem vom Bundeskabinett verabschiedeten Bericht hervorgeht.
Besonders betroffen sind die Bereiche Verkehr und Gebäude, die nicht unter den europäischen Emissionshandel (ETS I) fallen. Während im Verkehrssektor der Umstieg auf klimafreundliche Antriebe langsamer als erforderlich verläuft, bremsen im Gebäudebereich Verzögerungen bei energetischen Sanierungen und dem Heizungstausch den Emissionsrückgang. Zudem weisen Experten darauf hin, dass neu beschlossene Klimaschutzmaßnahmen ihre Wirkung häufig erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung entfalten.
Nach den EU-Vorgaben müsste Deutschland die überschrittenen Emissionsmengen grundsätzlich durch den Zukauf von Emissionsrechten aus anderen Mitgliedstaaten ausgleichen. Da jedoch zahlreiche EU-Länder ihre ESR-Ziele ebenfalls voraussichtlich nicht erreichen, könnte das Angebot entsprechender Zertifikate knapp werden. Fachleute sehen das bestehende System deshalb zunehmend unter finanziellem und politischem Druck.
Der Expertenrat für Klimafragen fordert Bund und Bundestag auf, zeitnah zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Nach dem reformierten Klimaschutzgesetz muss sich der Bundestag künftig regelmäßig mit der Einhaltung der europäischen Klimavorgaben befassen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen beschließen.
(Quelle: 23.07.2026 Tagesspiegel)
Klimainvestitionen in Europa bleiben hinter dem Bedarf zurück
Eine aktuelle Studie zeigt, dass die EU ihre Investitionen in die Energiewende zwar leicht steigern konnte, weiterhin aber deutlich hinter den erforderlichen Werten zurückbleibt. Angesichts steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten werden Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Elektrifizierung zunehmend auch zu einem zentralen Faktor für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Im Jahr 2025 erreichten die Investitionen in Energie, Gebäude, Verkehr und Cleantech rund 534 Milliarden Euro – ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die Erreichung der EU-Klimaziele bis 2030 wären jedoch jährlich etwa 878 Milliarden Euro notwendig. Die Investitionslücke beträgt damit weiterhin rund 344 Milliarden Euro pro Jahr.
Positive Entwicklungen gab es vor allem bei der Elektromobilität. Die Investitionen in batterieelektrische Fahrzeuge stiegen um 23 Prozent. Gleichzeitig gingen die Investitionen in erneuerbare Energien und Kernenergie um neun Prozent zurück. Als Gründe nennt die Studie unter anderem langwierige Genehmigungsverfahren, fehlende Netzkapazitäten und eine schwächere Stromnachfrage. Auch die Investitionen in die Gebäudesanierung sanken aufgrund reduzierter Förderprogramme.
Während Solarenergie, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Teile der Cleantech-Industrie bereits auf Kurs liegen, bleibt insbesondere die Windenergie deutlich zurück. Die Investitionen erreichen hier nur rund ein Viertel des erforderlichen Niveaus. Als zentrales Hemmnis gilt zudem der schleppende Ausbau der Stromnetze, der den Fortschritt in vielen Bereichen der Energiewende begrenzt.
Die Studie fordert daher langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine stärkere Elektrifizierung von Verkehr und Gebäuden sowie höhere Investitionen in Netze und erneuerbare Energien. Nur so könne Europa seine Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern und gleichzeitig Klimaziele, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sichern.
(Quelle: 05.07.2026 I4CE)
