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Japan: Kritik an geplanter 30-Prozent-Verschattungsgrenze für Agri-PV

Japan: Kritik an geplanter 30-Prozent-Verschattungsgrenze für Agri-PV

Das japanische Renewable Energy Institute (REI) kritisiert Pläne des Landwirtschaftsministeriums, für Agri-PV-Anlagen eine einheitliche maximale Verschattungsrate von 30 Prozent einzuführen. Nach Einschätzung des Instituts ist es nicht sachgerecht, Ertrag und Qualität landwirtschaftlicher Kulturen allein anhand des Verschattungsgrades zu beurteilen.

In einer aktuellen Studie untersuchte das REI die Auswirkungen der Verschattung durch Solarmodule auf verschiedene Kulturen wie Reis, Soja, Tee, Kaffee und Spinat. Hintergrund ist eine geplante Neuregelung, nach der Agri-PV-Anlagen künftig eine Verschattungsrate von weniger als 30 Prozent einhalten sollen.

Nach Angaben des REI fehlt für diesen Grenzwert eine ausreichende wissenschaftliche Begründung. Bereits heute existieren in Japan Anlagen mit Verschattungsraten von mehr als 30 Prozent, auf denen weiterhin hohe Erträge und qualitativ hochwertige Produkte erzielt werden. Beispiele zeigen, dass durch angepasste Anlagenkonzepte und Bewirtschaftungsmethoden auch bei stärkerer Verschattung mehr als 80 Prozent des ursprünglichen Ertrags erreicht werden können.

In bestimmten Fällen kann eine stärkere Verschattung sogar landwirtschaftliche Vorteile bieten. Dazu zählen ein geringeres Risiko von Blattschäden durch starke Sonneneinstrahlung sowie eine reduzierte Austrocknung des Bodens. Umgekehrt garantiert auch eine Verschattungsrate unter 30 Prozent keine erfolgreichen Erträge, wenn beispielsweise Anlagenhöhe, Konstruktion oder Bewirtschaftung nicht auf die jeweilige Kultur abgestimmt sind.

Das REI fordert deshalb, die Verschattungsrate lediglich als eines von mehreren Bewertungskriterien zu betrachten. Entscheidend seien ebenso Standort, Kulturart, Anlagendesign und Bewirtschaftungsmethode. Zudem sollten vorhandene Leistungs- und Ertragsdaten verschiedener Agri-PV-Anlagen öffentlich zugänglich gemacht werden. Dadurch könnten neue Projekte besser geplant und Genehmigungsbehörden bei der Bewertung unterstützt werden.

Japan hatte seine Anforderungen an Agri-PV bereits Anfang 2026 verschärft. Projekte können unter anderem abgelehnt werden, wenn die landwirtschaftlichen Erträge um mindestens 20 Prozent zurückgehen, die Bewirtschaftung vernachlässigt wird oder Konstruktion und Reihenabstände den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen behindern.

Nach Ansicht des REI sollten solche ergebnisorientierten Kriterien stärker im Mittelpunkt stehen als ein pauschaler Verschattungsgrenzwert. Agri-PV könne dadurch landwirtschaftliche Produktion sichern, zusätzliche Einnahmen für Betriebe ermöglichen und gleichzeitig zur Nutzung brachliegender Flächen beitragen.

(Quelle: 13.08.2026 PVmag )

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