Neue Datengrundlage für Ökobilanzen von Photovoltaikanlagen
Neue Datengrundlage für Ökobilanzen von Photovoltaikanlagen
Die IEA PVPS Task 12 hat ihre Datengrundlage für Lebenszyklusanalysen (LCA) von Photovoltaiksystemen umfassend aktualisiert. Der neue Bericht berücksichtigt moderne TOPCon- und PERC-Siliziumtechnologien, CdTe-Dünnschichtmodule, Wechselrichter, Montagesysteme sowie aktualisierte Referenzanlagen für private, gewerbliche und große Freiflächenanlagen. Damit steht eine deutlich aktuellere Grundlage für Ökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen von PV-Systemen zur Verfügung.
Grundlage der Aktualisierung sind unter anderem 83 geprüfte Datensätze auf Fabrikebene aus dem französischen PV-Ausschreibungsprogramm zwischen 2022 und 2025. Sie bilden die wesentlichen Produktionsschritte von der Polysiliziumherstellung über Wafer und Solarzellen bis zur Modulproduktion ab. Der Großteil der untersuchten Produktionsstätten befindet sich in China und spiegelt damit die heutige globale Struktur der PV-Lieferketten wider.
Erstmals enthält der Bericht außerdem simulationsbasierte Produktionsdaten des Fraunhofer ISE. Modelliert wurde eine optimierte Siliziumproduktion mit einer jährlichen Kapazität von 5 GWp, unter anderem mit Wasserkreisläufen und verbesserten Recyclingprozessen. Gegenüber älteren Produktionsdaten aus den Jahren 1999 bis 2006 zeigen sich bei 14 von 15 untersuchten Umweltwirkungskategorien Verbesserungen zwischen 11,7 und 94,3 Prozent. Die modellierten Daten sollen insbesondere für zukünftige Technologieszenarien und die Bewertung moderner Produktionsverfahren eingesetzt werden.
Die Aktualisierung berücksichtigt zudem den technologischen Wandel von PERC zu TOPCon, das zunehmend zur dominierenden Zelltechnologie wird. Auch die Referenzsysteme wurden an heutige Marktbedingungen angepasst: Statt einer 3-kWp-Dachanlage wird nun eine 10-kWp-Anlage betrachtet. Ergänzt wird diese durch eine gewerbliche Dachanlage mit 250 kW sowie eine Freiflächenanlage mit 10 MW.
Für kommende Aktualisierungen sollen insbesondere neue Siliziumtechnologien, Perowskit-Silizium-Tandemzellen, größere Modulformate sowie moderne Freiflächensysteme mit einachsigen Trackern stärker berücksichtigt werden. Der Bericht schafft damit eine aktuelle Referenz für die Bewertung der Umweltwirkungen moderner Photovoltaiksysteme.
(Quelle: 20.08.2026 IEA TASK 12)
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