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Neuer Simulator zeigt Einfluss von Batteriespeichern auf Strompreise

Neuer Simulator zeigt Einfluss von Batteriespeichern auf Strompreise

Wie verändern Batteriespeicher die Strompreise und den Wert von Solar- und Windstrom? Mit einem neuen Online-Simulator des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE lässt sich diese Frage anhand realer Marktdaten untersuchen. Das frei zugängliche Werkzeug ist Teil der Datenplattform Energy-Charts.

Batteriespeicher könnten künftig eine wichtige Rolle bei der Integration von Wind- und Solarstrom in den Strommarkt spielen. Wie groß ihr Einfluss auf die Preisbildung sein kann, lässt sich nun mit einem neuen Simulator des Fraunhofer ISE nachvollziehen. Das Modell basiert auf realen Daten aus der Day-Ahead-Auktion der europäischen Strombörse EPEX Spot. Nutzer können eine virtuelle Batterieflotte in das historische Marktgeschehen integrieren und untersuchen, wie sich deren Lade- und Entladeverhalten auf die Strompreise ausgewirkt hätte. Dabei lässt sich die Größe der simulierten Speicherflotte individuell einstellen. Möglich sind Leistungen von bis zu 20 Gigawatt sowie Speicherdauern zwischen zwei und sechs Stunden. Das Modell berücksichtigt außerdem bestimmte Reaktionen konventioneller Kraftwerke und je nach Einstellung,  den Einfluss des grenzüberschreitenden Stromhandels.

Welche Auswirkungen größere Batteriespeicherkapazitäten haben könnten, zeigt eine Beispielrechnung des Fraunhofer ISE für das Jahr 2025. Für eine angenommene Speicherflotte mit 20 Gigawatt Leistung und 40 Gigawattstunden Kapazität wurde ein Szenario ohne grenzüberschreitenden Stromhandel betrachtet. Die Simulation kommt dabei zu deutlichen Veränderungen am Strommarkt. Die durchschnittliche tägliche Preisspanne hätte sich von 130 auf 53 Euro je Megawattstunde verringert. Gleichzeitig wäre die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen von 575 auf 271 zurückgegangen. Auch für die Photovoltaik hätte sich demnach ein positiver Effekt ergeben. Der durchschnittliche Marktwert des Solarstroms wäre in dem betrachteten Szenario von 45,08 auf 61,02 Euro je Megawattstunde gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 35 Prozent.

An einem besonders teuren Tag des Jahres hätte der simulierte Batteriespeicher zudem die abendliche Preisspitze deutlich abgeflacht. Statt 583 Euro hätte der Strompreis in der Simulation bei 221 Euro je Megawattstunde gelegen.

Das Fraunhofer ISE weist darauf hin, dass die Ergebnisse nicht als Vorhersage der künftigen Strompreisentwicklung zu verstehen sind. Es handelt sich vielmehr um eine sogenannte Was-wäre-wenn-Analyse, mit der die möglichen Auswirkungen zusätzlicher Batteriespeicher auf den Day-Ahead-Markt untersucht werden. Andere Einsatzbereiche von Speichern fließen nicht in die Berechnung ein. Dazu zählen beispielsweise der Intraday-Handel, Regelenergie und weitere Systemdienstleistungen. Auch mögliche Entlastungen des Stromnetzes werden nicht berücksichtigt. Der Simulator wird täglich mit neuen Daten aktualisiert. Damit können Nutzer verschiedene Speichergrößen und Einsatzszenarien miteinander vergleichen und nachvollziehen, wie Batteriespeicher die Preisbildung am kurzfristigen Strommarkt beeinflussen könnten.

(Quelle: pv magazine, 02.10.2026)

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