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Wasserstoff aus Meerwasser: Ein Forschungsteam sucht nach einer neuen Lösung

Wasserstoff aus Meerwasser: Ein Forschungsteam sucht nach einer neuen Lösung

Für die Herstellung von grünem Wasserstoff wird bisher besonders reines Wasser benötigt. Forschende untersuchen deshalb eine ungewöhnliche Alternative: Kann auch Meerwasser direkt für die Wasserstoffproduktion verwendet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Forschungsprojekt SeaEly, an dem unter anderem die Fraunhofer-Institute IWES und IFAM beteiligt waren. Dabei wurde untersucht, wie sich salzhaltiges Wasser auf Elektrolyseure und deren Bestandteile auswirkt.

Bei der Elektrolyse wird Wasser durch elektrische Energie in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Stammt der Strom beispielsweise aus Windkraft, kann auf diese Weise grüner Wasserstoff entstehen. Meerwasser ist für diesen Prozess allerdings problematisch. Neben Wasser enthält es zahlreiche Salze und weitere Stoffe. Diese können chemische Nebenreaktionen verursachen und die Bauteile des Elektrolyseurs beschädigen. Eine zentrale Rolle spielen deshalb die verwendeten Membranen. Sie sorgen innerhalb des Elektrolyseurs dafür, dass bestimmte geladene Teilchen zwischen den Reaktionsbereichen transportiert werden können, während Wasserstoff und Sauerstoff möglichst getrennt bleiben.

Das Fraunhofer IFAM entwickelte und untersuchte neue Membranen, die auch mit salzhaltigem Wasser funktionieren sollen. In speziellen Versuchsaufbauten wurden die Materialien verschiedenen Bedingungen ausgesetzt. Anschließend überprüften die Forschenden beispielsweise, ob sich Ablagerungen bilden oder Korrosion und Materialverschleiß auftreten. Zusätzlich entstand beim Fraunhofer IWES eine größere Testanlage. Dort können unterschiedliche Arten von Elektrolyseuren und neue Komponenten mit Brack- und Meerwasser verglichen werden.

Eine funktionierende Elektrolyse mit Meerwasser könnte vor allem für Küstenregionen und Offshore-Anlagen interessant sein. Beispielsweise könnte Strom aus Windparks auf dem Meer direkt zur Herstellung von Wasserstoff genutzt werden. Dadurch ließe sich der erzeugte Strom in Form von Wasserstoff speichern und anschließend transportieren oder weiterverarbeiten. Das Projekt SeaEly endete im März 2026. Die bisherigen Untersuchungen zeigen vor allem, welche technischen Herausforderungen bei der Nutzung von Salzwasser bestehen. Ob die Technologie auch über lange Zeit zuverlässig funktioniert, muss noch genauer untersucht werden.

Deshalb richtet sich der nächste Schritt der Forschung insbesondere auf die Lebensdauer der Materialien. Die neuen Testanlagen sollen dabei helfen herauszufinden, wie Elektrolyseure mit unterschiedlichen Wasserqualitäten langfristig umgehen können.

(Quelle: Fraunhofer IFAM, 02.10.2026)

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