Moor-PV bezeichnet die gleichzeitige Nutzung wiedervernässter Moorböden für Klimaschutz und PV-Stromerzeugung. Seit Anfang 2023 fördert die Bundesregierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Errichtung von Solaranlagen auf ehemals für die Landwirtschaft trockengelegten Moorflächen in Deutschland, wenn diese dabei dauerhaft wiedervernässt werden. Nasse Moorböden sind hochwirksame Kohlenstoffspeicher und verhindern die Freisetzung von Treibhausgasen. Gleichzeitig bieten sie zusätzliche Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Wichtig ist, für die Doppelnutzung nur entwässerte und stark degradierte Flächen zu erschließen, die derzeit landwirtschaftlich genutzt werden. Naturschutzfachlich wertvolle Moore und Moorböden innerhalb gesetzlicher Schutzgebiete sind hingegen ausgenommen.
Agri-Photovoltaik
Agri-Photovoltaik-Anlagen schützen Pflanzen vor Dürre
Untersuchung der Universität Hohenheim zeigt: Beschattung kann die Folgen von Trockenperioden in der Landwirtschaft abschwächen
Agri-Photovoltaik kann die Folgen von Dürreperioden auf die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel abschwächen: Die Beschattung, die bei ausreichend Wasser oft die Ernteerträge senkt, kann bei Dürre sogar zu Ertragssteigerungen führen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Hohenheim in Stuttgart. Der Effekt kann besonders für Regionen wichtig werden, in denen es gleichzeitig ein starkes Bevölkerungswachstum und ausgeprägte Dürreperioden gibt, wie beispielsweise in Indien oder Afrika. Aber auch in Europa muss in Zukunft mit längeren Trockenperioden gerechnet werden. Aus Sicht der Wissenschaftler:innen besteht jedoch noch erheblicher Forschungsbedarf – vor allem zu der Frage, welche Pflanzen sich für die unterschiedlichen Systeme am besten eignen.
AgriVoltaics Conference 2023
Vom 12. bis 14. April 2023 fand die 4. Weltkonferenz zum Thema Agri-Photovoltaik in Daegu (Korea) und Online statt. Teilgenommen haben über 350 Personen aus über 40 Ländern, darunter auch der SolarInput e.V. und haben die neuesten Fortschritte und Herausforderungen in der APV diskutiert.
Flexible Photovoltaik durch gedruckte Solarzellen
KIT und Partner starten Innovationsplattform Solar TAP und wollen Mehrzweckphotovoltaik in den Alltag bringen: Gedruckte Solarzellen sind formbar, leicht und flexibel – und lassen sich in Farbe und Transparenz frei gestalten. Werden sie auf Materialien wie Kunststoff, Glas oder Metall aufgebracht, dann lässt sich Photovoltaik mit weiteren Funktionen kombinieren, etwa in Gebäudefassaden. In der kürzlich gestarteten Innovationsplattform Solar TAP (steht für: „Solar Technology Acceleration Platform for emerging Photovoltaics“) der Helmholtz-Gemeinschaft, an der das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist, sollen die Technologien für solche Mehrzweckphotovoltaik gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt werden.
Positionspapier der AG Begleitforschung zum Ausbau von Agri-PV veröffentlicht
Forschungsprojekt „VAckerBio – Vertikale Agri-PV im Ackerbau“ des Fraunhofer ISE
Das Forschungsprojekt »VAckerBio: Voruntersuchungen zu Agrarwissenschaftlichen Einschätzungen und Auswirkungen auf die Biodiversität im Vergleich zu hoch aufgeständerten Systemen« und das über das BMWK geförderte Projekt »VAckerPower« ermöglichen eine umfangreiche Betrachtung des vertikalen Agri-PV-Ansatzes im Ackerbau. In »VAckerBio« liegt der Fokus auf Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf die ackerbauliche Flächennutzung und die Biodiversität. Die Projektergebnisse sollen in diesen Hinsichten als Orientierung in der ökologischen und landwirtschaftlichen Bewertung von Agri-PV-Anlagen im Ackerbau dienen.
Veranstaltungshinweise: Webinar Innovative Agri-PV
Die vielfältigen Entwicklungen der Agri-PV werden vom Fraunhofer ISE zusammen mit der Becker Büttner Held Group in einer Webinar-Reihe vorstellen.
Dafür gibt es ein Basis-Webinar, am 16.05.2023, zwischen 14.00 und 17.00 Uhr und ein Vertiefungs-Webinar am 17.05.2023, zwischen 9.00 und 12.00 Uhr.
Projektwebsite Photovoltaik auf wiedervernässten Moor-Böden
Erste Agri-PV-Anlage mit Hopfenanbau
Viel Geld haben ein Hallertauer Hopfenbauer und sein Geschäftspartner investiert, um eine Solar-Anlage über einem Hopfengarten zu installieren. Bald geht die bundesweit einmalige Anlage ans Netz. Sie soll lukrativ sein und große Mengen Strom liefern.
Besondere Solaranlagen – Abgabe Stellungnahme bis 17.03.23
Seit 2023 können über die Ausschreibungen für Solaranlagen des ersten Segments auch besondere Solaranlagen gefördert werden. Es werden Stellungnahmen zu den im Dokument veröffentlichten Anforderungen und zu den dort aufgeworfenen Fragen erbeten.
Agri-Photovoltaik: Letzte Hürden bremsen den Technologie-Schub aus
Damit Agri-Photovoltaik die Energiewende vorantreiben kann, seien dringende Korrekturen bei der Förderung nötig, so Forschungsverbund um Uni Hohenheim
Ernte und Strom vom Acker: Durch Agri-Photovoltaik können auf landwirtschaftlichen Flächen gleichzeitig Nahrungsmittel und Solarstrom produziert werden. Durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2023) kann die Technologie nun grundsätzlich gefördert werden. Damit die Technologie ihren vollen Beitrag zur Energiewende leisten kann, müsse die Bundesregierung jedoch dringend die letzten Hürden beseitigen, fordern die Wissenschaftler:innen in einem Positionspapier. Bei ihren Einschätzungen stützt sich die Arbeitsgruppe auf die Expertise eines Netzwerkes mit 19 Mitgliedern, darunter die Universität Hohenheim in Stuttgart, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und die Hochschule Geisenheim University. Das vollständige Themenpapier ist hier abrufbar.
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