Wasserstoff
NTPC nimmt solar-wasserstoffbasiertes Mikronetz in Indien in Betrieb
NTPC hat ein eigenständiges Solar-Mikronetzsystem entwickelt, das Wasserstoff als Speichermedium nutzt, um das ganze Jahr über rund um die Uhr 200 kW Strom zu liefern. Das System wurde als Ersatz für Dieselgeneratoren an netzfernen Standorten der Armee konzipiert und bietet eine zuverlässige und nachhaltige Stromversorgung selbst unter rauen Winterbedingungen, bei denen die Temperaturen in 4.500 Metern Höhe auf bis zu –40 °C fallen können.
Der staatliche indische Stromerzeuger NTPC gab bekannt, dass er eine 3,7-MW-Solaranlage in Betrieb genommen hat, die ein wichtiger Bestandteil des auf Solarenergie, Wasserstoff und Batteriespeichersystemen (BESS) basierenden Mikronetzprojekts in Chushul, Ladakh, Nordindien, ist.
Das Projekt wurde gemeinsam von NTPC und der indischen Armee entwickelt. Das Mikronetz umfasst eine 3,7-MW-Solar-PV-Anlage zur Stromversorgung der 200-kW-Last und zur Wasserstofferzeugung, einen Protonenaustauschmembran-Elektrolyseur (PEM) zur Wasserstofferzeugung, Wasserstoffspeicheranlagen, ein Batterie-Energiespeichersystem (BESS) für die kurzzeitige kontinuierliche Stromversorgung und den Notbetrieb sowie ein Brennstoffzellensystem, das 200 kW elektrische Leistung erzeugen kann.
NTPC stellte fest, dass das Projekt trotz des schwierigen Geländes in großer Höhe in einer Rekordzeit von acht Monaten in Betrieb genommen wurde.
Das solar- und wasserstoffbasierte Mikronetz wird die derzeit an abgelegenen Standorten der Armee verwendeten Dieselgeneratoren ersetzen, wodurch die CO2-Emissionen reduziert werden und eine sauberere, zuverlässigere Energieversorgung für die Region ermöglicht wird. Durch die Unterstützung der lokalen Produktion und Nutzung von grüner Energie macht das Projekt den Transport von Kraftstoff aus den Ebenen überflüssig, stärkt die Energiesicherheit und verringert die logistischen Belastungen, so der indische Energieversorger.
Pro drei erzeugten Energieeinheiten wird ein Liter Diesel eingespart, der sonst zu diesen abgelegenen Standorten im Himalaya transportiert werden müsste.
„NTPC hat ein eigenständiges Mikronetz entwickelt, das Wasserstoff als Speichermedium nutzt, um zu jeder Tageszeit und das ganze Jahr über 200 kW Strom zu liefern. Mit einer Lage auf 4.500 m Höhe, wo die Temperaturen im Winter auf bis zu –40 °C fallen, ist dies das weltweit einzigartigste Projekt seiner Art“, erklärte das Unternehmen. „Sobald es voll funktionsfähig ist, dürfte es einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung des Verteidigungssektors in Höhenregionen darstellen.“
Quelle PV Magazin vom 01.12.2025
Industrie vor radikalem Wandel – Wasserstoff kommt trotz Startproblemen
Chemie, Düngemittel, Stahl und Glas stehen vor einem tiefgreifenden Wandel ihrer Produktionsprozesse. Nach Einschätzung von Forschenden wird Wasserstoff bis 2050 eine zentrale Rolle übernehmen – sowohl als Energieträger für industrielle Hochtemperaturprozesse als auch als Ersatz fossiler Rohstoffe. Das Projekt Transhyde zeigt diese Entwicklung auf und warnt zugleich vor falschen Investitionen. Europa könne noch eine wirtschaftliche Wasserstoffversorgung aufbauen, so ein Forschungskonsortium – allerdings nur, wenn innerhalb der nächsten fünf Jahre entscheidende Weichen richtig gestellt werden.
Vor allem die Industrie, künftig größter Wasserstoffabnehmer, steht vor einer umfassenden Transformation. Wie sich diese in einzelnen, für Deutschland wichtigen Branchen vollziehen könnte, beschreibt die neue Systemanalyse des Projekts Transhyde, die am Freitag veröffentlicht wird. An dem Projekt sind unter anderem Fraunhofer-Institute, Hochschulen, die Dechema und die Forschungsstelle für Energiewirtschaft beteiligt.
Europa prognostiziert bis 2040 Investitionen in Höhe von 240 Milliarden Euro für Wasserstoffnetze
Die Europäische Kommission gab bei der Vorstellung ihres Europäischen Netzpakets bekannt, dass bis 2040 1,2 Billionen Euro für die Stromnetze der EU benötigt werden, darunter 240 Milliarden Euro für Wasserstoffnetze. Das Paket enthält Pläne zur Stärkung der grenzüberschreitenden Infrastrukturplanung, zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, zur Verbesserung der Kosten- und Nutzenverteilung sowie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Sicherheit. Darüber hinaus kündigte die Kommission eine vereinfachte Genehmigung für 100 Wasserstoff- und Elektrolyseurprojekte in ganz Europa an. Unabhängig davon genehmigte die Kommission auch ein italienisches staatliches Beihilfeprogramm in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zur Erweiterung der Produktionskapazitäten für saubere Technologien, einschließlich der Unterstützung der industriellen Dekarbonisierung durch Elektrifizierung, Energieeffizienz und erneuerbaren oder strombasierten Wasserstoff. „Dies kann durch Elektrifizierung, Energieeffizienz und die Umstellung auf erneuerbaren und strombasierten Wasserstoff geschehen, der bestimmte Bedingungen erfüllt, mit erweiterten Möglichkeiten zur Unterstützung der Dekarbonisierung industrieller Prozesse, die auf aus Wasserstoff gewonnene Brennstoffe umgestellt werden“, erklärte die europäische Exekutive.
Quelle PV Magazin vom 12.12.25
Schmutzwasser für die Wasserstoffproduktion
Abwasser kann sauberes Wasser als Quelle für die Wasserstoffproduktion ersetzen, wodurch ein großer Nachteil von Wasserstoff als Kraftstoff beseitigt und die Kosten für die Wasseraufbereitung um bis zu 47 % gesenkt werden können, wie neue Forschungsergebnisse von Princeton Engineering zeigen.
Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Water Research veröffentlicht wurden, sind ein Schritt in Richtung der praktischen Nutzung von Wasserstoff zur Dekarbonisierung von Industrien, die schwer zu elektrifizieren sind, wie beispielsweise die Stahl- und Düngemittelproduktion.
Z. Jason Ren, der leitende Autor der Studie, erklärte, dass die derzeitige elektrolytische Wasserstoffproduktion große Mengen an sauberem Wasser erfordert, was die Kosten erhöht und die lokalen Wasservorräte belastet. Sein Forschungsteam wollte herausfinden, ob aufbereitetes Wasser aus Kläranlagen als Ersatz dienen könnte.
Der weltweit erste Solarpark mit wasserstoffproduzierenden PV-Modulen entsteht in Belgien
Ein 2-MW-Solarpark in Wallonien, Belgien, wird auf 50 kW wasserstofferzeugende Solarmodule setzen, die von Solhyd – einem Spin-off der KU Leuven – entwickelt wurden. Die Anlage wird die erste Demonstration der Solhyd-Technologie in einem kommerziell relevanten Maßstab sein.
Ein Konsortium belgischer Unternehmen hat eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet, um in Wallonien, Belgien, ein Energiesystem mit wasserstoffproduzierenden Solarmodulen zu errichten.Die Anlage, die als weltweit erster Solar-Wasserstoff-Park bezeichnet wird, wird 50 kW wasserstoffproduzierende Solarmodule von Solyhd in einen traditionellen 2-MW-Solarpark integrieren, der an einen Batteriespeicher angeschlossen ist.Die Anlage, die im nächsten Jahr in Betrieb genommen wird, kann sowohl Strom als auch Wasserstoff aus Sonnenenergie erzeugen. Sie soll fünf Jahre lang betrieben werden.Gemäß den Bedingungen der Absichtserklärung ist das in Brüssel ansässige Unternehmen Ether Energy Eigentümer und Betreiber des Projekts, während Solhyd die Wasserstoffmodule liefern und warten wird.
Sektorenkopplung in Kärnten: Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion
Kärnten verbindet Wasserstoff- und Speichertechnologie im neuen Energiecluster
Das österreichische Bundesland Kärnten treibt die Energiewende mit einem neu entwickelten Energiecluster voran. Mit dem EU-geförderten Projekt „Hydrogen Valley“ und dem größten Batteriespeicher Österreichs in Arnoldsteinbündelt die Region zwei zentrale Schlüsseltechnologien: Wasserstoff und Energiespeicherung. Ziel ist es, die regionale Energieversorgung zu stabilisieren und die Integration erneuerbarer Energien zu beschleunigen.
Über bestehende Stromnetze und den geplanten SouthH2Corridor ist Kärnten mit Bayern und Baden-Württembergverbunden. So kann das südlichste Bundesland Österreichs künftig auch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Süddeutschland leisten. Durch die Kombination des Hydrogen Valley mit dem 22-Megawatt-Batteriespeicherentsteht eine vernetzte Strom- und Wasserstoffinfrastruktur, die als Modellregion für ganz Europa dienen soll. (mehr …)
Bürgerenergieprojekt Regensburg: Förderung für regionalen Wasserstoff-Elektrolyseur
Die BERR Projekt GmbH, eine Tochtergesellschaft der Bürger Energie Region Regensburg eG (BERReG), errichtet im Energieareal Regensburg Ost+ (ERO+) einen Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von fünf Millionen Euro.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Stadtwerk Regensburg GmbH umgesetzt und baut auf einer bereits bestehenden Photovoltaik-Freiflächenanlage auf. Ziel ist es, mit Hilfe regional erzeugter Solar- und Windenergie eine nachhaltige Wasserstoffproduktion aufzubauen, die zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem beiträgt.
7,5-Megawatt-Elektrolyseur für grünen Wasserstoff
Im Rahmen des Projekts plant die BERR Projekt GmbH den Bau eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 7,5 Megawatt. Er soll Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen effizient in grünen Wasserstoff umwandeln. Nach Angaben der BERReG leistet die Anlage durch ihre flexible Regelbarkeit einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.
Der erzeugte Wasserstoff soll regional und überregional in den Bereichen Industrie, Logistik und Mobilitäteingesetzt werden. Zudem wird die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme für lokale Industrie- und Wohngebietenutzbar gemacht, um die Energieeffizienz zu steigern.
Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz: Bundesregierung will Genehmigungsverfahren deutlich vereinfachen
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für das sogenannte Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz beschlossen. Ziel ist es, die Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur zu vereinfachen und zu beschleunigen. Der Entwurf deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Erzeugung über Speicherung bis hin zum Transport.
Betroffene Anlagen und Projekte:
Unter das Gesetz fallen unter anderem:
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Elektrolyseure ab 30 Megawatt Leistung (an Land und auf See),
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Importterminals für Wasserstoff sowie Derivate wie Ammoniak und Methanol,
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Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von mindestens 25 Tonnen,
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Wasserstoffleitungen mit einem Durchmesser über 300 Millimetern,
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Anlagen zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe für Luft- und Schifffahrt.
Beschleunigte Verfahren und Digitalisierung:
Das Gesetz sieht konkrete Fristen für Genehmigungen vor:
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Planfeststellungsbeschlüsse für Wasserstoffleitungen müssen in der Regel innerhalb von 12 Monaten erlassen werden (Verlängerung um 6 Monate bei komplexen Fällen möglich),
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Wasserrechtliche Genehmigungen je nach Anlagentyp innerhalb von 7 oder 12 Monaten.
Alle Genehmigungsprozesse werden vollständig digitalisiert. Anträge sind elektronisch einzureichen; auch Beteiligungsverfahren und Auslegungen erfolgen online. Einwendungen können alternativ mündlich zur elektronischen Protokollierung bei der Behörde abgegeben werden.
Vergabe- und Rechtsverfahren:
Vergabeverfahren für Wasserstoffprojekte werden durch Sonderregelungen beschleunigt:
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Lose dürfen aus Zeitgründen zusammen vergeben werden.
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Nachprüfungsverfahren vor Vergabekammern können im schriftlichen Verfahren entschieden werden.
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Die sofortige Beschwerde gegen ablehnende Entscheidungen der Vergabekammer hat keine aufschiebende Wirkung mehr.
Vereinfachte Umstellung von Erdgasspeichern:
Die Umrüstung bestehender Erdgasspeicher auf Wasserstoffspeicher wird erleichtert. Eine formale Genehmigung ist nicht mehr erforderlich – eine Anzeige sechs Monate im Voraus genügt. Die Bundesnetzagentur kann innerhalb von vier Monaten Einspruch erheben, falls die Versorgungssicherheit gefährdet wäre.
Wasserstoffprojekte von besonderem öffentlichen Interesse:
Das Gesetz erklärt Wasserstoffprojekte bis zur Erreichung der Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 zum „überragenden öffentlichen Interesse“. Sie gelten zugleich als Beitrag zur öffentlichen Sicherheit. In behördlichen Abwägungen erhalten solche Projekte damit Vorrang – es sei denn, die öffentliche Wasserversorgung oder der Wasserhaushalt werden erheblich beeinträchtigt.
Zuständigkeiten und Rechtswege:
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Für Elektrolyseure ab 30 Megawatt und Speicher ab 25 Tonnen ist das Oberverwaltungsgericht in erster Instanz zuständig.
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Für Importterminals ist das Bundesverwaltungsgericht direkt zuständig, ohne weitere Instanzen.
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Widersprüche und Klagen haben keine aufschiebende Wirkung. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung muss innerhalb eines Monats gestellt werden.
Änderung des Bundesberggesetzes:
Im Zuge des neuen Gesetzes wird auch das Bundesberggesetz angepasst: Natürlicher Wasserstoff und Helium werden als bergfreie Bodenschätze eingestuft. Unternehmen können sich künftig über Bergbauberechtigungen Abbaurechte sichern, ohne Verträge mit Grundstückseigentümern schließen zu müssen.
Bundesministerin betont Tempo und Digitalisierung:
Bundesministerin Katherina Reiche erklärte: „Die bisherigen Genehmigungsverfahren sind zu langsam und zu bürokratisch. Mit dem Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz sorgen wir für klare Verfahren, digitale Abläufe und mehr Tempo.“
Der Gesetzentwurf wird nun im Bundestag und Bundesrat beraten. Bereits im August 2025 hatte die Bundesregierung im Rahmen des Geothermie-Beschleunigungsgesetzes erste Maßnahmen zur schnelleren Genehmigung von Wasserstoffspeichern beschlossen. Das neue Gesetz soll wesentlich dazu beitragen, die nationalen Klimaziele zu erreichen und den Markthochlauf von Wasserstoff bis 2030 voranzutreiben.
Quelle: H2-News vom 17.10.2025
Wasserstoff in der Wärmewende: SolarInput e. V. bringt zentrale Akteure in Nordhausen zusammen
Nordhausen, 26. September 2025 – Unter dem Titel „Wasserstoff in der Wärmewende – Chancen und Grenzen“ lud der Branchenverband SolarInput e. V. gemeinsam mit der Hochschule Nordhausen und der SOKRATHERM GmbHam 25. September zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion in den Audimax der Hochschule ein. Ziel der Veranstaltung war es, den aktuellen Stand der Wasserstoffnutzung im Wärmesektor zu beleuchten und den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, kommunaler Verwaltung und interessierter Öffentlichkeit zu fördern.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Wasserstoff im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung künftig spielen kann – sowohl unter technologischen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. SolarInput e. V. übernahm die inhaltliche Konzeption und Moderation der Veranstaltung und stellte damit sicher, dass zentrale Themen wie Infrastruktur, Sektorenkopplung, Wirtschaftlichkeit und politische Rahmenbedingungen differenziert diskutiert wurden.
Fünf Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen brachten ihre Perspektiven in das Podiumsgespräch ein, das vom SolarInput-Projektmanager Phillip-Simon Keitel moderiert wurde. In einem einleitenden Überblick präsentierte er zentrale Begrifflichkeiten, politische Rahmenbedingungen sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich Wasserstoff – mit besonderem Blick auf die Wärmeversorgung in Kommunen.
Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass Wasserstoff im Wärmesektor kein Allheilmittel darstellt, aber als Teil eines diversifizierten, technologieoffenen Energiemixes durchaus eine Rolle spielen kann – insbesondere in Bereichen, in denen andere Lösungen technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll einsetzbar sind. Gleichzeitig wurde betont, dass der Aufbau einer passenden Infrastruktur, stabile politische Leitplanken und langfristige Planbarkeit zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration sind.
Ein weiterer Fokus lag auf der Verknüpfung mit bestehenden kommunalen Strategien. Hier zeigte sich, dass viele Städte – so auch Nordhausen – sich bereits mit den Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff beschäftigen, konkrete Anwendungen im Wärmesektor aber bislang noch in der Erprobungsphase sind.
Mit der Veranstaltung leistete SolarInput e. V. einen wichtigen Beitrag zur praxisnahen Orientierung von Kommunen in Thüringen. Als Branchenverband für erneuerbare Energien engagiert sich SolarInput seit Jahren für die Verknüpfung von Forschung, Wirtschaft und kommunaler Praxis – mit dem Ziel, innovative Lösungen für die Energiewende auf regionaler Ebene zu fördern. Wasserstoff wird dabei nicht als alleinige Lösung verstanden, sondern als Baustein innerhalb eines integrierten und nachhaltigen Energiesystems.
In der anschließenden Publikumsdiskussion wurden zahlreiche Fragen zu technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Aspekten aufgegriffen. Der Dialog mit den Teilnehmenden zeigte: Die Wärmewende ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein struktur- und gesellschaftspolitisches Projekt, das breite Beteiligung und Verständlichkeit erfordert.
Beim anschließenden Get-together nutzten viele Gäste die Gelegenheit für vertiefende Gespräche und fachlichen Austausch. Die positive Resonanz unterstrich die Relevanz des Themas und den Bedarf an fundierten, praxisorientierten Informationsangeboten.
Erfolgreiche Abschlussveranstaltung des Projekts h2-well und 8. Netzwerktreffen der ThAWI in Erfurt
Am 11. September 2025 fand in den Räumlichkeiten der IHK Erfurt die feierliche Abschlussveranstaltung des Forschungs- und Entwicklungsprojekts h2-well statt – verbunden mit dem 8. Netzwerktreffen der Thüringer Allianz für Wasserstoff in der Industrie (ThAWI). Knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik folgten der Einladung und machten das Event durch ihre engagierte Teilnahme, spannenden Beiträge und die spürbare Begeisterung für das Thema Wasserstoff zu einem vollen Erfolg.
Die überaus positive Resonanz übertraf alle Erwartungen und verdeutlicht einmal mehr das anhaltend hohe Interesse an Wasserstofftechnologien in Thüringen. Die Veranstaltung unterstrich die zentrale Rolle, die Wasserstoff bei der industriellen Transformation im Freistaat spielen kann.
Auftakt mit starken Grußworten
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch motivierende und inhaltlich starke Grußworte von Dr. Cornelia Haase-Lerch(IHK Erfurt), Dr. Ramón Kucharzak (BMFTR) und Dr. Joachim Löffler (HySON e. V.). Sie hoben die Bedeutung des Projekts h2-well für den Technologiestandort Thüringen hervor und unterstrichen die Relevanz regionaler Netzwerke für die erfolgreiche Umsetzung der Wasserstoffstrategie.
Rückblick, Ausblick und Know-how-Transfer
Das inhaltliche Programm bot einen abwechslungsreichen Mix aus Impulsvorträgen, Projektpräsentationen und Rückblicken auf fünf Jahre h2-well. Fachliche Einblicke in aktuelle und geplante Wasserstoffprojekte in Thüringen rundeten die Veranstaltung ab. Allen Referentinnen und Referenten, die mit ihrer Expertise zum Gelingen beigetragen haben, gilt großer Dank.
Die Präsentationen der Vorträge stehen ab sofort zum Download bereit:
👉 Download-Link
🔐 Passwort: BNfF4WaWwa
Staffelstab-Übergabe: Von h2-well zur ThAWI
Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die symbolische Übergabe des Staffelstabs von h2-well an die Thüringer Allianz für Wasserstoff in der Industrie (ThAWI). Mit diesem Schritt wurde der Zusammenschluss zum größten Wasserstoff-Netzwerk Thüringens offiziell vollzogen. Die Koordination des Netzwerks übernimmt weiterhin die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA).
Ein herzliches Dankeschön gilt Prof. Dr. Mark Jentsch und Stina Amrhein von der Bauhaus-Universität Weimar, die nicht nur maßgeblich an der Konzeption der Netzwerkübertragung beteiligt waren, sondern auch die gesamte Veranstaltung mitinitiiert und begleitet haben.
Ausblick: Online-Seminar am 3. Dezember
Im nächsten Schritt möchten wir alle Interessierten schon heute auf unser kommendes Online-Seminar „Alles neu bei der ThAWI“ hinweisen. Es findet am 03. Dezember 2025 von 09:00 bis 12:00 Uhr statt. Weitere Informationen sowie die offizielle Einladung mit Agenda folgen Anfang Oktober.
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