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China setzt verstärkt auf Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie

China setzt verstärkt auf Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie

China intensiviert seine Bemühungen zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und rückt dabei insbesondere die Dekarbonisierung der Stahlindustrie in den Fokus. Neue Förderprogramme und der aktuelle Fünfjahresplan (2026–2030) sollen den Einsatz von grünem Wasserstoff in energieintensiven Branchen beschleunigen und langfristig zur Reduzierung der CO₂-Emissionen beitragen.

Im März startete die chinesische Regierung ein neues Pilotprogramm, das fünf Regionen für die Erreichung von Wasserstoffzielen finanziell belohnt. Neben Anwendungen im Verkehrssektor sollen insbesondere Projekte gefördert werden, die den Einsatz von kohlenstoffarmem Wasserstoff in der Stahl- und Chemieindustrie vorantreiben. Insgesamt stehen dafür Fördermittel von rund acht Milliarden Yuan (etwa 1,1 Milliarden Euro) zur Verfügung.

Die Stahlindustrie gilt als einer der größten Emittenten des Landes und verursacht rund 15 Prozent der chinesischen Treibhausgasemissionen. Perspektivisch sollen kohlebasierte Hochöfen durch Verfahren ersetzt werden, die auf Direktreduktion von Eisenerz mit Wasserstoff (H₂-DRI) und Elektrolichtbogenöfen setzen. Diese Technologie gilt als einer der vielversprechendsten Wege zur Herstellung von nahezu emissionsfreiem Stahl.

Allerdings stehen einer breiten Einführung weiterhin hohe Kosten gegenüber. Grüner Wasserstoff ist derzeit noch deutlich teurer als fossile Alternativen, und auch der Aufbau der notwendigen Infrastruktur stellt eine Herausforderung dar. Experten gehen davon aus, dass die aktuellen Programme vor allem als Anschub für Demonstrations- und Pilotprojekte dienen und noch keinen flächendeckenden Markthochlauf einleiten.

Zu den Vorreitern zählen Unternehmen wie Baowu Steel und HBIS. Baowu nahm Ende 2025 eine Wasserstoff-Direktreduktionsanlage mit einer Kapazität von einer Million Tonnen pro Jahr in Betrieb und plant weitere Investitionen in die Wasserstoffproduktion und Pipelineinfrastruktur. Dennoch basieren viele Projekte bislang noch auf sogenanntem „grauem“ Wasserstoff aus fossilen Quellen.

Neben der Produktion bleibt auch die Nachfrage nach grünem Stahl eine zentrale Herausforderung. Trotz erster Exporterfolge und Kooperationen mit Industrieunternehmen befindet sich der Markt noch in einer frühen Entwicklungsphase. Fachleute sehen die aktuellen Maßnahmen daher als wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stahlindustrie. Langfristig könnten Chinas umfangreiche Industrie- und Lieferketten jedoch gute Voraussetzungen schaffen, um Wasserstofftechnologien im großen Maßstab zu etablieren und die Dekarbonisierung der Stahlproduktion voranzutreiben.

(Quelle: 01.06.2026 Dialouge Earth)

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