Der „digitale Zwilling“ der Erde ermöglicht hochauflösende Klimamodellierung
Der „digitale Zwilling“ der Erde ermöglicht hochauflösende Klimamodellierung
Forschende des Max-Planck-Instituts für Meteorologie haben einen bedeutenden Fortschritt in der Klimamodellierung erzielt, indem sie erstmals eine globale Simulation des gesamten Erdsystems mit einer sehr hohen Auflösung von 1,25 Kilometern durchgeführt haben. Dieser „digitale Zwilling“ der Erde ermöglicht es, Wetter- und Klimaprozesse extrem detailliert und gleichzeitig weltweit abzubilden und große Zeiträume in sehr kurzer Rechenzeit zu simulieren. Die Leistung gilt als Meilenstein und wurde für einen renommierten Wissenschaftspreis nominiert.
Das neue Modell überwindet eine zentrale Grenze bisheriger Klimamodelle, da es sowohl kurzfristige, lokale Wetterereignisse als auch langfristige globale Prozesse wie den Kohlenstoffkreislauf in einem einzigen System abbilden kann. Möglich wurde dies durch den Einsatz modernster Supercomputer und eine geschickte Kombination unterschiedlicher Rechenarchitekturen für verschieden komplexe Prozesse.
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war die Modernisierung einer bestehenden Modellsoftware, die trotz ihrer Basis in einer älteren Programmiersprache für aktuelle Hochleistungsrechner optimiert wurde. Gleichzeitig macht der Durchbruch deutlich, dass die Klimaforschung zunehmend von sehr spezieller und teurer Hardware abhängt, die auch für künstliche Intelligenz stark nachgefragt ist, wodurch ein Wettbewerb um begrenzte Rechenressourcen entsteht.
(Quelle: Berliner Morgenpost, 19.12.2025)
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