Die Erfolgsgeschichte eines energieautarken Dorfes
Die Erfolgsgeschichte eines energieautarken Dorfes
Feldheim ist ein brandenburgisches Dorf, das bundesweit als erster Ort gilt, der seit 2010 eine autarke Strom- und Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien realisiert hat und damit ein reales Beispiel für die Vision einer dezentralen Energiewende darstellt. Das Konzept für eine dezentrale und regenerative Energieversorgung wurde im Verbund entwickelt. Beteiligt waren Unternehmen, Privathaushalte und Kommunen. Das Unternehmen Energiequelle GmbH hat die praktische Planung der Technik vorgenommen.
Zur Stromversorgung dient der anliegende Windpark mit 52 Windenergieanlagen, wobei nur eine Anlage für Feldheim benötigt wird. Die Wärmeversorgung wird über eine Biogasanlage sichergestellt. Diese wurde im Jahr 2009 zusammen mit der örtlichen Agrargenossenschaft aufgebaut. Wenn eine Mindesttemperatur unterschritten wird, wird ein Holzhackschnitzel-Heizwerk hinzugeschaltet und wenn schnell Wärme verfügbar sein soll, kann eine Power-to-Heat-Anlage zusätzlich für die Wärmeversorgung genutzt werden. Diese wird mit grünem Strom der Windanlagen versorgt. Ein Batteriespeicher gleicht Schwankungen des Stromnetzes aus.
Die Bürger von Feldheim gründeten 1997 eine Energieversorgungsgesellschaft, die Feldheim Energie GmbH & Co KG, und konnten dadurch ein eigenes Nahwärmenetz und ihr eigenständiges Stromnetz ausbauen, woraus ein regionales Energieversorgungsnetz entstanden ist, welches nicht nur Feldheim, sondern auch Gewerbebetriebe der Region und die Stadt Treuenbrietzen beitraten.
Diese positive Umsetzung einer Vision sei nach Michael Raschemann, dem Gründer und Geschäftsführer der Energiequelle GmbH der Offenheit in Feldheim, der Bereitschaft und dem Interesse zuzuschreiben, gemeinsam Teil einer Entwicklung zu sein und sich zu beteiligen als Gemeinde, Unternehmen und Bürger. Damit stieg nicht nur die nachhaltige Energieversorgung vor Ort. Die Beteiligten profitierten auch durch eine Beteiligung an den Umsätzen.
Dieses Erfolgsmodell erfährt Aufmerksamkeit durch den Besuch von Politikern, Schulklassen, Studenten und Medien. Feldheim engagiert sich in der Bildungsarbeit und es wurde das Neue Energien Forum (NEF) gegründet, ein Bildungszentrum, in dem Besuchern Führungen, Projekttage und interaktive Ausstellungen angeboten werden. Das Zentrum erhielt für seine Bildungsarbeit die Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Deutschen UNESCO-Kommission.
Die zukünftigen Pläne der Kooperationsgemeinschaft sehen vor, in den kommenden Jahren ein Repowering der Windenergieanlagen vorzunehmen, einen Hybridpark anzulegen und das Besucherzentrum Feldheims zu erweitern.
(Quelle: IWR-Pressedienst, 28.10.2025)
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