DUH-Photovoltaik-Check 2026: Großstädte beim Solarausbau weit hinter den Zielen
DUH-Photovoltaik-Check 2026: Großstädte beim Solarausbau weit hinter den Zielen
Der Ausbau der Photovoltaik in deutschen Großstädten kommt nach Einschätzung der Deutsche Umwelthilfe weiterhin zu langsam voran. Laut dem aktuellen „Photovoltaik-Check 2026“ erfüllen nur 17 von 82 untersuchten Städten die notwendigen Ausbauziele. Während 21 Städte eine „gelbe Karte“ erhielten und ihren jährlichen Zubau moderat steigern müssen, bewertet die DUH 44 Großstädte mit einer roten Karte, da sie deutlich hinter den erforderlichen Ausbaupfaden zurückliegen.
Besonders kritisch bewertet die Umweltorganisation die Situation in den deutschen Millionenstädten. Städte wie Berlin, München oder Frankfurt am Main verfehlten die Ziele deutlich, obwohl dort große Dachflächenpotenziale vorhanden seien. Gleichzeitig steigt der Strombedarf in urbanen Räumen durch Wärmepumpen, Elektromobilität und die zunehmende Elektrifizierung des Wärmesektors kontinuierlich an.
Positiv hervorgehoben werden hingegen Städte wie Hanau, Paderborn, Ulm, Münster und Trier. Diese Kommunen übertrafen die von der DUH definierten Ausbauziele teilweise deutlich und gelten als Vorreiter beim urbanen Solarausbau.
Nach Angaben der DUH schlummern in den untersuchten Großstädten rund 18 % des bundesweiten Photovoltaikpotenzials auf Dachflächen. Die Organisation fordert daher eine stärkere Förderung von Dach-Photovoltaik, Mieterstrommodellen und Bürgerenergieprojekten. Insbesondere große Wohnungsunternehmen müssten stärker eingebunden werden, um ungenutzte Dachflächen konsequent für die Stromerzeugung zu nutzen.
Kritik richtet die DUH dabei auch an die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung. Neue regulatorische Unsicherheiten rund um die EEG-Novelle und das Netzpaket könnten Investitionen bremsen und den Ausbau dezentraler Solaranlagen erschweren. Laut DUH sei bereits im ersten Quartal 2026 ein deutlicher Rückgang beim Zubau von Dach-Photovoltaik zu beobachten gewesen.
Für die aktuelle Analyse wurde die Methodik des Photovoltaik-Checks überarbeitet. Erstmals flossen neben dem Dachflächenpotenzial auch konfliktarme Freiflächen innerhalb bereits versiegelter Bereiche in die Bewertung ein. Grundlage der Untersuchung sind Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sowie Potenzialanalysen verschiedener Datensätze und Flächenmodelle.
Die Ergebnisse verdeutlichen nach Einschätzung der DUH, dass insbesondere Städte eine zentrale Rolle für das Erreichen der Klimaziele spielen könnten. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass beim Ausbau von Dach-Photovoltaik, Mieterstrom und dezentraler Energieversorgung weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht.
(Quelle DUH 11.05.2025)
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