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Erneuerbarer Wasserstoff in der EU: Zwischen ambitionierten Zielen und Markthürden

Erneuerbarer Wasserstoff in der EU: Zwischen ambitionierten Zielen und Markthürden

Mit dem REPowerEU-Plan und der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie hat die EU einen umfassenden Rahmen für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft geschaffen. Grüner Wasserstoff soll eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der Industrie spielen und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten reduzieren.

Grundlage dafür sind die Vorgaben für sogenannte „Renewable Fuels of Non-Biological Origin“ (RFNBO). Damit Wasserstoff als erneuerbar anerkannt wird, muss nachgewiesen werden, dass der eingesetzte Strom tatsächlich aus erneuerbaren Quellen stammt. Hierfür gelten die Kriterien der Zusätzlichkeit sowie der zeitlichen und geografischen Korrelation zwischen Stromerzeugung und Wasserstoffproduktion.

Zunehmend wird jedoch Kritik an den strengen Anforderungen laut. Mehrere EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Spanien, die Niederlande, Österreich und Polen, sehen die Vorgaben als Hindernis für den Markthochlauf. Hohe Produktionskosten, fehlende Abnahmeverträge und komplexe Nachweispflichten führen dazu, dass zahlreiche Projekte weiterhin in der Planungsphase verbleiben oder verschoben werden.

Die betroffenen Staaten fordern deshalb gezielte Anpassungen des Regelwerks. Diskutiert werden längere Übergangsfristen für die Zusätzlichkeitsanforderungen, eine Verlängerung der monatlichen Strombilanzierung über 2030 hinaus sowie eine Absenkung der Schwelle für Stromnetze mit hohem Anteil erneuerbarer Energien. Dadurch sollen Investitionen erleichtert und die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff verbessert werden.

Zusätzlich erschweren langwierige Genehmigungsverfahren den Ausbau von Elektrolyseuren und erneuerbaren Energieanlagen. Verzögerungen können dazu führen, dass Projekte die engen zeitlichen Vorgaben der EU nicht einhalten und dadurch ihre Wirtschaftlichkeit verlieren.

Die Europäische Kommission hat auf die Kritik reagiert und eine vorgezogene Überprüfung der Regelungen für 2026 angekündigt. Ziel ist es, die hohen Nachhaltigkeitsstandards für erneuerbaren Wasserstoff beizubehalten und gleichzeitig die Voraussetzungen für einen schnelleren Markthochlauf zu schaffen.

Die anstehende Überarbeitung dürfte entscheidend dafür sein, ob Europa seine Wasserstoffziele bis 2030 erreichen und eine wettbewerbsfähige Wasserstoffwirtschaft etablieren kann.

(Quelle: 01.06.2026 Stibbe )

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