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Erstes Energyfish-Schwarmkraftwerk im Rhein genehmigt

Erstes Energyfish-Schwarmkraftwerk im Rhein genehmigt

Mit der Genehmigung für ein neuartiges Schwarmkraftwerk im Rhein bei Sankt Goar geht Rheinland-Pfalz einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung. Die Anlage nutzt die natürliche Strömung des Flusses, um klimafreundlichen Strom zu erzeugen, unabhängig von Tageszeit oder Wetterbedingungen. Künftig sollen 124 schwimmende Mini-Kraftwerke („Energyfishe“) mehr als 460 Haushalte versorgen.

Die Energyfishe sind kompakte Strömungskraftwerke, die im Fluss verankert werden, ohne dass bauliche Eingriffe in das Gewässer notwendig sind. Ihre Rotoren werden allein durch die Fließgeschwindigkeit angetrieben. Die Anlagen arbeiten nahezu geräuschlos, sind kaum sichtbar und speisen den erzeugten Strom direkt ins Netz ein. Drei Einheiten sind bereits in Betrieb, weitere sollen schrittweise folgen.

Entwickelt wurde die Technologie vom Unternehmen Energyminer. Der Rhein bietet mit Strömungsgeschwindigkeiten von 1,5 bis 2 Metern pro Sekunde ideale Voraussetzungen. Rund 100 Anlagen können jährlich etwa 1,5 Gigawattstunden Strom erzeugen, genug für mehrere hundert Haushalte und dabei erhebliche Mengen CO₂ einsparen.

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts liegt in seiner Umweltverträglichkeit. Im Gegensatz zu klassischen Wasserkraftwerken entstehen keine Staustufen, die Wanderfische behindern. Studien zeigen, dass die Anlagen weder Fische verletzen noch ihr Verhalten beeinträchtigen. Auch chemische Auswirkungen auf das Gewässer sind nicht zu erwarten, und alle Komponenten können rückstandslos entfernt werden.

Darüber hinaus sind die Systeme robust gegenüber Hochwasser und Eisgang: Bei Bedarf senken sie sich automatisch auf den Flussgrund ab, sodass Treibgut ungehindert passieren kann. Damit bieten Schwarmkraftwerke eine zuverlässige, grundlastfähige Ergänzung zu bestehenden erneuerbaren Energien.

Mit dem Projekt in Sankt Goar wird erstmals weltweit ein Schwarmkraftwerk in dieser Größenordnung umgesetzt. Es gilt als wichtiger Praxistest für die Skalierbarkeit der Technologie und könnte als Vorbild für weitere Standorte dienen.

(Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz 09.03.2026)

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