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ETH Zürich entwickelt CO₂-Filter aus Lebensmittelabfällen

ETH Zürich entwickelt CO₂-Filter aus Lebensmittelabfällen

Forschende der ETH Zürich haben ein neues Verfahren zur direkten CO₂-Abscheidung aus der Umgebungsluft entwickelt. Dabei werden proteinhaltige Reststoffe aus der Käse- und Tofuproduktion genutzt, um ein biologisch abbaubares Material herzustellen, das Kohlendioxid besonders effizient aufnehmen kann.

Für das Verfahren werden Proteine aus Lebensmittelabfällen zu sogenannten Amyloidfibrillen verarbeitet und anschließend mit Kaliumhydroxid kombiniert. Daraus entstehen poröse Kügelchen, die ähnlich wie ein Schwamm wirken. Kommen diese mit Umgebungsluft in Kontakt, reagiert das Kaliumhydroxid mit dem enthaltenen CO₂ und bindet es in Form von Hydrogencarbonat. In Labortests konnten die Forschenden mit einem Gramm des Materials rund 97 Milligramm CO₂ aufnehmen. Damit liegt die Speicherkapazität nach Angaben des Forschungsteams deutlich über vielen herkömmlichen Direct-Air-Capture-Verfahren.

Ein weiterer Vorteil des neuen Ansatzes liegt im vergleichsweise geringen Energiebedarf. Während bestehende DAC-Technologien häufig Wärme und Unterdruck benötigen, um das gebundene CO₂ wieder freizusetzen, erfolgt dies bei dem neuen Verfahren durch die Behandlung mit milden Säuren und Basen bei Raumtemperatur. Die verwendeten Materialien können anschließend mehrfach wiederverwendet werden.

In Versuchen über 30 Be- und Entladezyklen zeigte das Material keine nennenswerten Leistungseinbußen. Langfristig könnten die Proteinkügelchen nach ihrem Einsatz sogar weiterverwertet werden, beispielsweise als Dünger oder zur Herstellung von Biokraftstoffen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, das Verfahren in Kreislaufwirtschaftskonzepte zu integrieren.

Ob die Technologie auch im industriellen Maßstab wirtschaftlich eingesetzt werden kann, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Die Forschenden gehen jedoch davon aus, dass das Verfahren aufgrund der günstigen Ausgangsmaterialien und des geringen Energiebedarfs kostengünstiger sein könnte als bestehende DAC-Lösungen. Damit könnte die neue Technologie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Methoden der CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre leisten.

(Quelle: 11.06.2026 ETH)

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