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Klimagerechtigkeit

Wie der Umstieg aufs Elektroauto gelingt

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) rät Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Autokauf zu vollelektrischen und besonders effizienten Kleinwagen. Nach Einschätzung der Organisation sind reine Elektrofahrzeuge sowohl für das Klima als auch für die Umwelt deutlich vorteilhafter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – unabhängig davon, ob diese mit oder ohne Hybridtechnik ausgestattet sind. In einem neuen Verbraucherleitfaden gibt die DUH konkrete Hinweise für eine umweltgerechte Fahrzeugauswahl sowie für die Nutzung von Elektroautos.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, erklärt dazu: Während auf politischer Ebene noch über die Zukunft des Verbrennungsmotors diskutiert werde, hätten viele Menschen bereits erkannt, dass Elektromobilität die zukunftsfähige Lösung sei. Reine Elektroautos seien klar umweltfreundlicher als alle Varianten von Verbrennerfahrzeugen. Allerdings gebe es auch bei Elektroautos Unterschiede: Empfohlen würden sparsame, kompakte Modelle. Von Plug-in-Hybriden rät die DUH ausdrücklich ab, da deren reale Kraftstoffverbräuche häufig deutlich über den Herstellerangaben lägen und sie in der Praxis teilweise sogar umweltschädlicher seien als klassische Verbrenner. (mehr …)

Jugendumfrage: Sachsens Jugend denkt nachhaltig

Das Interesse an Umwelt- und Klimathemen junger Menschen wird oft als gering dargestellt. In einer Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut INSA gefragt, was die Jugend in Sachsen wirklich denkt. Das Ergebnis zeigt: Junge Menschen interessieren und sorgen sich um die Klimakrise. Vor allem begreifen sie Klimaschutz als Querschnittsaufgabe, nicht als Spezialinteresse der bündnisgrünen Partei.

Eine klare Mehrheit der Jugendlichen in Sachsen ist bereit, sich klimafreundlicher zu verhalten. Besonders hohe Zustimmung gibt es für Maßnahmen, die klimafreundliches Verhalten einfacher und erschwinglicher machen. Allerdings schätzen die jungen Menschen die Bereitschaft zum Klimaschutz bei der restlichen Bevölkerung deutlich geringer ein. Das bedeutet: Die Mehrheiten für Klimaschutz sind da. Aber nachhaltiges Verhalten muss für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher und günstiger werden. Insbesondere der europäische Binnenmarkt kann einen wichtigen Beitrag leisten nachhaltige Produkte zur Norm zu machen.

Jugendliche sehen Klimapolitik als Hebel für mehr geopolitische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Verantwortung. Sie unterstützen den Ausbau der erneuerbaren Energie, weil dieser Deutschland unabhängiger vom Ausland macht und fordern mehr Verantwortung der Hersteller für die Lebensdauer der Produkte.

Junge Menschen in Sachsen haben beim Klimaschutz eine hohe Erwartungshaltung gegenüber der EU und der Wirtschaft. Für junge Menschen ist die EU die wichtigste Akteurin beim Klimaschutz. Sie muss deshalb Green Deal umsetzen, ambitionierte Klimaziele festlegen und international Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen.

Quelle: Annacavazzini.eu vom 5.11.25

Fossile Industrie plant 2.300 neue Mega-Projekte

Fossile Energieunternehmen und staatliche Energiegesellschaften weltweit planen derzeit rund 2.300 neue Öl- und Gasförderprojekte sowie 119 zusätzliche LNG-Terminals. Diese Projekte würden laut dem „Carbon Bombs“-Projekt zusammen mehr als das Zehnfache des verbleibenden globalen CO₂-Budgets für das 1,5-Grad-Ziel freisetzen. Die Analyse dokumentiert damit die fortgesetzte Expansion fossiler Energien, obwohl die Internationale Energieagentur (IEA) bereits 2021 einen Stopp der fossilen Ausbauprojekte empfohlen hatte, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu vermeiden.

Die größten Pipelines für neue Projekte haben TotalEnergies, die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC), Eni, BP und Shell. Geografische Schwerpunkte liegen in China und dem Nahen Osten, während Nordamerika, Australien, Subsahara-Afrika und Europa vergleichsweise weniger neue Projekte planen. Banken bereiten Finanzierungen in Höhe von insgesamt rund 1,6 Billionen US-Dollar für diese Vorhaben vor.

Die Studie verdeutlicht die massiven Klimarisiken der aktuellen Expansionspläne: Jede Überschreitung des 1,5-Grad-Limits destabilisiert globale Systeme, gefährdet die Versorgungssicherheit und bedroht Lebensgrundlagen weltweit. Das Forschungsteam weist darauf hin, dass die fossile Industrie und ihre Investoren den Fortschritt bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens erheblich verzögern, da wirtschaftliche Interessen weiterhin über den Schutz des Klimas gestellt werden. Die Veröffentlichung fällt kurz vor der UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien und unterstreicht die Dringlichkeit, alternative Energiepfade und die Reduktion von CO₂-Emissionen deutlich zu beschleunigen.

(Quelle: Carbon Bombs 27.10.2025)

Brasilien kündigt Milliardenzahlung zum Schutz der Tropenwälder an

Brasilien plant als erstes Land, eine Milliarde US-Dollar in einen neuen globalen Fonds zum Schutz gefährdeter Wälder zu investieren. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gab die Zusage am Dienstag bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York bekannt. Ziel sei es, ein Signal zu setzen und andere Länder zu ähnlichen Beiträgen zu motivieren, so Lula.

Nach Angaben aus der brasilianischen Regierung soll das Geld sowohl von wohlhabenden Staaten als auch von Entwicklungsländern kommen – auch um Brücken in der oft kontroversen Klimafinanzierungsdebatte zu schlagen. Erste positive Reaktionen habe es bereits aus Ländern wie Deutschland, China, Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten gegeben.

Der Fonds mit dem Namen Tropical Forests Forever Facility (TTFF) soll laut früheren Plänen ein Volumen von 125 Milliarden Dollar erreichen. Er soll wie eine Stiftung verwaltet werden und sich aus staatlichen sowie privaten Mittelnzusammensetzen.

Aus diesem Fonds sollen Länder regelmäßig Geld erhalten – abhängig davon, wie gut sie ihre Tropenwälder schützen. Ziel ist es, langfristige Anreize für den Erhalt dieser lebenswichtigen Ökosysteme zu schaffen.

Quelle: Handelsblatt vom 24.09.2025

 

 

 

 

Die destruktive Fernwirkung des deutschen Kohlehandels

2038 ist das Jahr, welches ein Ende für die deutsche Förderung der Kohle markiert. Bis dahin nutzen deutsche Banken und Unternehmen die Zeit, um international am Handel mit Kohle zu verdienen. Die Wirkungen sind vor allem an Orten wie dem Norden Kolumbiens zu spüren. In einem Interview berichtet Frau Ines Perez Arregóces, wie sie und ihre gesamte Gemeinde durch die Aktivitäten eines Tagebaus in der Mine El Cerrejón vertrieben wurden. Ihr Kampf für Gerechtigkeit und Entschädigung wird in dem verlinkten Interview gezeigt.

(Quelle: npla, 12.09.2025)

 

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