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Klimaschutz geht in die richtige Richtung, aber zu langsam – Studie präsentiert neue Daten

Klimaschutz geht in die richtige Richtung, aber zu langsam – Studie präsentiert neue Daten

Die nach eigenen Angaben unabhängige Organisation Agora Energiewende präsentiert neue Zahlen zum Klimaschutz in Deutschland.

640 Millionen Tonnen CO2 wurden im zurückliegenden Jahr 2025 emittiert. Dies entspricht einer Verbesserung um 1,5%, beziehungsweise neun Millionen Tonnen CO2 verglichen mit 2024. Seit 1990 halbierten sich die Emissionen ingesamt, wie ein Graph der Agora Energiewende zeigt.

Die Gründe für die Reduktion der CO2-Emissionen hängen mit einer schwachen Wirtschaft und Weltmärkten, die unter Druck stehen, zusammen. Als Beispiele werden die Zollpolitik der USA, globale Überangebote in Stahl- und Chemieproduktion und eine im Inland sinkende Nachfrage energieintensiver Industrien genannt. Die Direktorin von Agora Energiewende erklärt, dass dies nicht positiv zu deuten sei, da keine nachhaltige und strukturelle Verringerung von Emissionen zu sehen ist.

Hingegen positiv kann demgegenüber gezeigt werden, dass PV-Anlagen zum ersten Mal mehr Strom als Kohlekraftwerke oder Gaskraftwerke produzieren konnten. Dies macht die PV-Stromerzeugung zur wichtigsten Stromquelle nach Windenergie. Insgesamt sanken die Emissionen der Energiewirtschaft um drei Millionen Tonnen CO2.

Die vorgelegten Daten zeigen, dass Deutschland die Klimaziele erreichen kann. Der Trend des vergangenen Jahres präsentiert jedoch auch ein Bild langsamen Fortschritts im Klimaschutz: gestiegene Emissionen im Verkehr und Gebäuden, bedingt durch einen erhöhten Öl- und Erdgasverbrauch. Agora verweist auf eine unzureichende Ausschöpfung klimafreundlicher Technologien wie dem E-Auto und Wärmepumpen. Hohe Investitionskosten sind ein Hindernis, wie auch die politische Auseinandersetzung über das Heizungsgesetz, bzw. Gebäudeenergiegesetz, welche zu fehlender Klarheit bei Hausbesitzern in der Entscheidung für ein neues Heizsystem führt.

CSU und CDU gelingt es, das Heizungsgesetz zugunsten eines Gebäudemodernisierungsgesetzes neu aufzustellen. Darin soll zukünftig geregelt werden, wie der Austausch von Heizungen finanziell durch den Staat gefördert wird. Wärmepumpen sollen nach Position der Union weniger gefördert werden.

Planungssicherheit gewährleisten und weichenstellende Gesetze wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Gebäudeenergiegesetz rasch umzusetzen, das sind die Aufforderungen an die Politik, seitens der Direktorin von Agora Energiewende Julia Bläsius.

(Quelle: Tagesschau, 09.01.2026)

 

 

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