Könnte Erderwärmung durch KI-gesteuertes, PV-betriebenes Satellitennetzwerk abgewendet werden?
Könnte Erderwärmung durch KI-gesteuertes, PV-betriebenes Satellitennetzwerk abgewendet werden?
Elon Musk hat auf Twitter vorgestellt, wie nach seiner Ansicht große, solarbetriebene KI-Satelliten in einem Netzwerk die Erwärmung des Planeten verhindern könnten, in dem kleine Regulierungen der solaren Einstrahlungsenergie vorgenommen würde.
Sein Twitter-Post wurde mit der Frage kommentiert, wie Musk sich vorstelle, dass er sicherstellen könne, eine präzise und passende Steuerung der solaren Einstrahlung für die gesamte Erd-Hemisphäre zu erreichen, die schließlich abhängig sei von jahreszeitlichen Schwankungen und potentiellen geopolitischen Konflikten, die zu einem Krieg der Blockade der Solarenergie führen könnten. Musk bejahte die Frage und verwies auf die Möglichkeit durch kleine Veränderungen des vorgeschlagenen Satellitengeflechts Erwärmung und Abkühlung des Planeten regulieren zu können. Der Fragesteller verwies auf die Notwendigkeit eine Regulierung der KI in das Konzept zu integrieren, um Gefahren des Missbrauchs zu entschärfen.
Ein anderer Nutzer bewertete die Idee kritischer. Große Risiken bestünden an die Anforderung eine nahezu flächendeckende PV-Matrix und fließende Koordination sicherstellen zu müssen. Eine Reduktion von 1-2% des Sonnenlichts könnten zu einer Unterbrechung der Photosynthese und damit Landwirtschaft und ganzen Ökosystemen sowie beträchtliche Veränderungen auf Niederschlagsverteilung und Temperaturen bewirken. Demnach würde die Idee eines durch Satelliten kontrollierten Systems, auch wenn es technisch machbar wäre, ausblenden, dass die Biosphäre einschließlich aller Stoffkreisläufe zu komplex ist und verheerende Konsequenzen bis zum Kollaps physikalischer Erdsysteme zu extremen Temperatursteigerungen resultieren könnten.
Bis heute nutzen die meisten Satelliten im All Solarpaneele als primäre Energiequelle. In Forschungsprogrammen werden jedoch bereits Photovoltaik-Zellen getestet, die unter weltraum-ähnlichen Bedingungen kabellos betrieben werden könnten. Dies wird als „beaming“ bezeichnet und könnte für Anwendungen im Weltraum zwischen Sender und Empfänger und zur kabellosen Übermittlung vom Weltraum zur Erde genutzt werden.
Die nächste Revolution in der Energiebereitstellung könnte in dem Sammeln und drahtlosen Weiterleiten der Solarenergie zu Empfängerstationen auf der Erde über Mikrowellen oder Laser liegen. Entwickler sind bereits damit befasst und erwarten auf einer kommerziellen Ebene die Möglichkeit, eine kontinuierliche, wetterunabhängige und nachhaltige Energie bald bereitstellen zu können. Die Marktreife ist weit fortgeschritten. Zahlreiche Demonstrationsvorhaben werden bereits im nächsten Jahr in den Weltraum gelangen.
Einige Länder, darunter Südkorea, planen Weltraum-Solarprojekte. In Südkorea wurde bereits 2024 eine 120 Gigawatt-Weltraum-Solaranlage geplant. Zwei Forschungsinstitute entwickelten eine solche Anlage mit einer Kapazität von 1 TWh elektrischer Energie jährlich. Das System würde 4.000 Unterwasser-Solarpaneele nutzen, je mit einer Abmessung von 10 Metern mal 270 Metern mit einer Nutzungseffizienz von insgesamt 13,5%. Auch in China plant die China Academy of Space Technology für 2030 ein Demonstrationsvorhaben mit Energie-Übertragungswegen über Mikrowellen und Laser.
(Quelle: PV-Magazine, 06.11.2025)
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