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Nationale Nachrichten

„Black Out“ Reserve gefordert

Nach dem mehrtägigen Stromausfall in Berlin ist die Energieversorgung inzwischen wieder stabil. Als Reaktion auf den Vorfall fordert der Deutsche Städtetag von der Bundesregierung den Aufbau einer bundesweiten Notfallreserve mit mobilen Kraftwerken, die im Ernstfall ganze Stadtteile mit Strom und Wärme versorgen können. Das Bundesinnenministerium verweist hingegen auf bereits geplante Maßnahmen für den Krisen- und Verteidigungsfall, sieht die Hauptverantwortung jedoch bei Ländern und Kommunen.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Christian Schuchardt, erklärte gegenüber der „Rheinischen Post“, großflächige und länger andauernde Stromausfälle erforderten ein Umdenken. Es reiche nicht aus, lediglich einzelne kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime mit Notstromaggregaten abzusichern. Sinnvoller sei es, mit mobilen Kraftwerken komplette Quartiere temporär mit Energie zu versorgen. Dafür brauche es eine nationale Blackout-Reserve.

Auslöser der Debatte war ein Brandanschlag im Südwesten Berlins, der mutmaßlich linksextremistisch motiviert war. Dadurch waren rund 45.000 Haushalte sowie etwa 2.200 Unternehmen über mehrere Tage ohne Strom. Die Wiederherstellung der Versorgung gestaltete sich aufgrund der winterlichen Witterung schwierig und zog sich hin. In vielen Wohnungen fiel neben dem Strom auch die Heizung aus. Erst bis Mitte der Woche konnten alle Betroffenen – teils über provisorische Lösungen – wieder an das Netz angeschlossen werden. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach sich dafür aus, dass eine nationale Blackout-Reserve vom Bund vorgehalten werden müsse.

Das Bundesinnenministerium teilte dazu mit, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in den kommenden Jahren den Aufbau einer nationalen Blackout-Reserve plane. Diese solle dazu dienen, im Krisen- oder Kriegsfall ausgefallene Strom- und Notstromkapazitäten zumindest teilweise durch mobile Netzersatzanlagen zu kompensieren. Die operative Zuständigkeit liege jedoch weiterhin bei den Ländern, während das BBK unterstützend tätig werde.

Quelle: Tagesspiegel Background vom 12.01.26

Die Weichen für die Wasserstoffproduktion gestellt

Lubmin soll sich zu einem zentralen Drehkreuz für Wasserstoff entwickeln und damit eine wichtige Rolle für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland spielen. Eine ehemalige Nord-Stream-Pipeline soll künftig Wasserstoff bis in den Raum Berlin transportieren.

Am 11. Dezember  im Industriehafen von Lubmin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) lodert noch eine große Flamme über dem Gelände. Mithilfe einer meterhohen Heißgasfackel werden die letzten Reste Erdgas aus der OPAL-Pipeline verbrannt. Diese Leitung war früher Teil des Nord-Stream-Projekts, soll jedoch künftig Wasserstoff in Richtung Berlin transportieren und dort in das geplante bundesweite Wasserstoffkernnetz eingespeist werden. Dieses Netz soll mit einer Gesamtlänge von mehr als 9.000 Kilometern Wasserstoff durch ganz Deutschland leiten.

Nahe der Fackel haben sich an diesem Morgen mehrere Mitarbeiter des Pipeline-Betreibers Gascade versammelt. In neongelben Jacken und weißen Schutzhelmen beobachten sie gespannt den Moment, in dem der Wasserstoff das verbleibende Erdgas aus der Leitung verdrängt. Rund 140 Kilometer entfernt, im brandenburgischen Schönermark bei Schwedt, wird der Wasserstoff in die Pipeline eingespeist. Schrittweise vermischt er sich mit dem Erdgas, bis dieses vollständig aus der Leitung gedrückt ist. In Lubmin wird die Flamme dann unsichtbar – denn Wasserstoff verbrennt farblos und ist nur noch mit einer Wärmebildkamera erkennbar. (mehr …)

Mehr erneuerbare Energien senken die Kosten des Stromsystems

Eine Studie von WindEurope kommt zu dem Ergebnis, dass die Transformation des europäischen Stromsystems umso kostengünstiger ausfällt, je stärker erneuerbare Energien ausgebaut werden. Die Untersuchung wurde vom europäischen Windenergieverband in Zusammenarbeit mit Hitachi Energy durchgeführt und analysiert die Kosten von Netzausbau und Elektrifizierung – einschließlich der notwendigen Investitionen in Speichertechnologien.

Untersucht wurden fünf unterschiedliche Szenarien: ein ambitionierter Ausbau aller erneuerbaren Energien, ein verstärkter Einsatz von Kernenergie, ein umfassender Ausbau der Wasserstoff-Elektrolyse, ein Szenario mit intensivem Wasserstoffeinsatz in Kombination mit CCS sowie die Fortführung konventioneller Energieträger bei einem langsamen Ausbau der Erneuerbaren. In vier dieser Szenarien kann Europa seine Energie- und Klimaziele erreichen, während sie im letztgenannten Szenario verfehlt werden.

Die Analyse zeigt deutlich, dass alle Varianten mit einem geringeren Ausbau erneuerbarer Energien zu höheren Gesamtkosten führen. Bis 2050 entstehen in Europa dadurch zusätzliche Kosten in Höhe von 487 bis 860 Milliarden Euro.

Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, bringt das Ergebnis auf den Punkt: Trotz der erforderlichen Investitionen ist klar, dass ein Verzicht auf den Ausbau erneuerbarer Energien langfristig deutlich teurer wäre.

Quelle: Solarthemen 594 vom 11.12.25

Jugendumfrage: Sachsens Jugend denkt nachhaltig

Das Interesse an Umwelt- und Klimathemen junger Menschen wird oft als gering dargestellt. In einer Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut INSA gefragt, was die Jugend in Sachsen wirklich denkt. Das Ergebnis zeigt: Junge Menschen interessieren und sorgen sich um die Klimakrise. Vor allem begreifen sie Klimaschutz als Querschnittsaufgabe, nicht als Spezialinteresse der bündnisgrünen Partei.

Eine klare Mehrheit der Jugendlichen in Sachsen ist bereit, sich klimafreundlicher zu verhalten. Besonders hohe Zustimmung gibt es für Maßnahmen, die klimafreundliches Verhalten einfacher und erschwinglicher machen. Allerdings schätzen die jungen Menschen die Bereitschaft zum Klimaschutz bei der restlichen Bevölkerung deutlich geringer ein. Das bedeutet: Die Mehrheiten für Klimaschutz sind da. Aber nachhaltiges Verhalten muss für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher und günstiger werden. Insbesondere der europäische Binnenmarkt kann einen wichtigen Beitrag leisten nachhaltige Produkte zur Norm zu machen.

Jugendliche sehen Klimapolitik als Hebel für mehr geopolitische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Verantwortung. Sie unterstützen den Ausbau der erneuerbaren Energie, weil dieser Deutschland unabhängiger vom Ausland macht und fordern mehr Verantwortung der Hersteller für die Lebensdauer der Produkte.

Junge Menschen in Sachsen haben beim Klimaschutz eine hohe Erwartungshaltung gegenüber der EU und der Wirtschaft. Für junge Menschen ist die EU die wichtigste Akteurin beim Klimaschutz. Sie muss deshalb Green Deal umsetzen, ambitionierte Klimaziele festlegen und international Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen.

Quelle: Annacavazzini.eu vom 5.11.25

Opes Solar Mobility eröffnet europaweit erste Produktionsstätte für flexible Fahrzeug-Photovoltaik

In Zwenkau bei Leipzig hat die Opes Solar Mobility GmbH die europaweit erste Produktionsstätte für flexible Fahrzeug-Photovoltaik in Betrieb genommen. Das Werk soll künftig rund 120 Arbeitsplätze schaffen und Solarmodule für Nutz- und Freizeitfahrzeuge herstellen, die sowohl Diesel- als auch Elektrofahrzeuge mit Solarstrom versorgen. Dadurch können Reichweite und Batterielebensdauer der Fahrzeuge verbessert werden.

Die Module basieren auf einer gemeinsam mit dem Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) entwickelten Technologie. Eine spezielle Matrix-Architektur sorgt dafür, dass selbst bei Teilverschattung viele Solarzellen weiterhin aktiv bleiben, was die Stromausbeute im Vergleich zu herkömmlichen Systemen deutlich erhöht. Zudem sind die Module robust gegenüber Vibrationen und Stößen, wie sie typischerweise im Fahrzeugbetrieb auftreten.

Mit der neuen Fertigung stärkt Opes Solar Mobility den Industriestandort Sachsen, der sich zunehmend als Zentrum für innovative Energietechnologien etabliert. Die Solarmodule sollen künftig an über 15 Partner und Kunden in Europa, Afrika und Südamerika geliefert und in verschiedene Fahrzeugtypen integriert werden. Weitere Kooperationen befinden sich in Vorbereitung.

(Quelle PHOTON 24.10.2025)

Bürgerenergieprojekt Regensburg: Förderung für regionalen Wasserstoff-Elektrolyseur

Die BERR Projekt GmbH, eine Tochtergesellschaft der Bürger Energie Region Regensburg eG (BERReG), errichtet im Energieareal Regensburg Ost+ (ERO+) einen Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von fünf Millionen Euro.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Stadtwerk Regensburg GmbH umgesetzt und baut auf einer bereits bestehenden Photovoltaik-Freiflächenanlage auf. Ziel ist es, mit Hilfe regional erzeugter Solar- und Windenergie eine nachhaltige Wasserstoffproduktion aufzubauen, die zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem beiträgt.

7,5-Megawatt-Elektrolyseur für grünen Wasserstoff

Im Rahmen des Projekts plant die BERR Projekt GmbH den Bau eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 7,5 Megawatt. Er soll Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen effizient in grünen Wasserstoff umwandeln. Nach Angaben der BERReG leistet die Anlage durch ihre flexible Regelbarkeit einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Der erzeugte Wasserstoff soll regional und überregional in den Bereichen Industrie, Logistik und Mobilitäteingesetzt werden. Zudem wird die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme für lokale Industrie- und Wohngebietenutzbar gemacht, um die Energieeffizienz zu steigern.

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Die Erfolgsgeschichte eines energieautarken Dorfes

Feldheim ist ein brandenburgisches Dorf, das bundesweit als erster Ort gilt, der seit 2010 eine autarke Strom- und Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien realisiert hat und damit ein reales Beispiel für die Vision einer dezentralen Energiewende darstellt. Das Konzept für eine dezentrale und regenerative Energieversorgung wurde im Verbund entwickelt. Beteiligt waren Unternehmen, Privathaushalte und Kommunen. Das Unternehmen Energiequelle GmbH hat die praktische Planung der Technik vorgenommen.

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Klimaforscher im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung: Entschlossenes Handeln zur Abwendung gravierendster Klimawandelfolgen von  Bundesregierung gefordert

Zwei Forscher, beide Mitglieder zweier Institutionen zur Klimaerforschung, haben vor dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung ein schnelles und wirkungsvolles Programm gefordert, welches die anthropogenen Klimaveränderungen eindämmt.

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Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz: Bundesregierung will Genehmigungsverfahren deutlich vereinfachen

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für das sogenannte Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz beschlossen. Ziel ist es, die Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur zu vereinfachen und zu beschleunigen. Der Entwurf deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Erzeugung über Speicherung bis hin zum Transport.

Betroffene Anlagen und Projekte:
Unter das Gesetz fallen unter anderem:

  • Elektrolyseure ab 30 Megawatt Leistung (an Land und auf See),

  • Importterminals für Wasserstoff sowie Derivate wie Ammoniak und Methanol,

  • Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von mindestens 25 Tonnen,

  • Wasserstoffleitungen mit einem Durchmesser über 300 Millimetern,

  • Anlagen zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe für Luft- und Schifffahrt.

Beschleunigte Verfahren und Digitalisierung:
Das Gesetz sieht konkrete Fristen für Genehmigungen vor:

  • Planfeststellungsbeschlüsse für Wasserstoffleitungen müssen in der Regel innerhalb von 12 Monaten erlassen werden (Verlängerung um 6 Monate bei komplexen Fällen möglich),

  • Wasserrechtliche Genehmigungen je nach Anlagentyp innerhalb von 7 oder 12 Monaten.

Alle Genehmigungsprozesse werden vollständig digitalisiert. Anträge sind elektronisch einzureichen; auch Beteiligungsverfahren und Auslegungen erfolgen online. Einwendungen können alternativ mündlich zur elektronischen Protokollierung bei der Behörde abgegeben werden.

Vergabe- und Rechtsverfahren:
Vergabeverfahren für Wasserstoffprojekte werden durch Sonderregelungen beschleunigt:

  • Lose dürfen aus Zeitgründen zusammen vergeben werden.

  • Nachprüfungsverfahren vor Vergabekammern können im schriftlichen Verfahren entschieden werden.

  • Die sofortige Beschwerde gegen ablehnende Entscheidungen der Vergabekammer hat keine aufschiebende Wirkung mehr.

Vereinfachte Umstellung von Erdgasspeichern:
Die Umrüstung bestehender Erdgasspeicher auf Wasserstoffspeicher wird erleichtert. Eine formale Genehmigung ist nicht mehr erforderlich – eine Anzeige sechs Monate im Voraus genügt. Die Bundesnetzagentur kann innerhalb von vier Monaten Einspruch erheben, falls die Versorgungssicherheit gefährdet wäre.

Wasserstoffprojekte von besonderem öffentlichen Interesse:
Das Gesetz erklärt Wasserstoffprojekte bis zur Erreichung der Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 zum „überragenden öffentlichen Interesse“. Sie gelten zugleich als Beitrag zur öffentlichen Sicherheit. In behördlichen Abwägungen erhalten solche Projekte damit Vorrang – es sei denn, die öffentliche Wasserversorgung oder der Wasserhaushalt werden erheblich beeinträchtigt.

Zuständigkeiten und Rechtswege:

  • Für Elektrolyseure ab 30 Megawatt und Speicher ab 25 Tonnen ist das Oberverwaltungsgericht in erster Instanz zuständig.

  • Für Importterminals ist das Bundesverwaltungsgericht direkt zuständig, ohne weitere Instanzen.

  • Widersprüche und Klagen haben keine aufschiebende Wirkung. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung muss innerhalb eines Monats gestellt werden.

Änderung des Bundesberggesetzes:
Im Zuge des neuen Gesetzes wird auch das Bundesberggesetz angepasst: Natürlicher Wasserstoff und Helium werden als bergfreie Bodenschätze eingestuft. Unternehmen können sich künftig über Bergbauberechtigungen Abbaurechte sichern, ohne Verträge mit Grundstückseigentümern schließen zu müssen.

Bundesministerin betont Tempo und Digitalisierung:
Bundesministerin Katherina Reiche erklärte: „Die bisherigen Genehmigungsverfahren sind zu langsam und zu bürokratisch. Mit dem Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz sorgen wir für klare Verfahren, digitale Abläufe und mehr Tempo.“

Der Gesetzentwurf wird nun im Bundestag und Bundesrat beraten. Bereits im August 2025 hatte die Bundesregierung im Rahmen des Geothermie-Beschleunigungsgesetzes erste Maßnahmen zur schnelleren Genehmigung von Wasserstoffspeichern beschlossen. Das neue Gesetz soll wesentlich dazu beitragen, die nationalen Klimaziele zu erreichen und den Markthochlauf von Wasserstoff bis 2030 voranzutreiben.

Quelle: H2-News vom 17.10.2025

Wie wirtschaftlich ist Klimaschutz für den Staat?

Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt auf, dass die deutsche Volkswirtschaft von Ausgaben in Maßnahmen gegen die Erderwärmung und für den Klimaschutz sich auzahlen im Verhältnis zu den Kosten, die sie mit sich bringen.

(mehr …)

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