Nationale Nachrichten
EU-Kommission stellt Rückforderungsklausel für Solarpaket I
Trotz drängeder Frist bis zum Ende des Jahres 2026 um das Eneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu novellieren, müssen zunächst von der EU-Kommission vorgegebene Rückzahlungsverpflichtungen nicht nur durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zu einer adäquaten Anpassung der EEG-Novelle vorgelegt, sondern auch vom Bundestag abgesegnet werden. Die 2024 beschlossene EEG-Novelle müsste vom Parlament neu verhandelt werden.
Wasserstoff-Potenzial-Atlas entwickelt
Das Fraunhofer ISE hat in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern einen Wasserstoff-Potenzial-Atlas entwickelt.
Der Wasserstoff-Potenzial-Atlas bietet eine räumlich differenzierte Darstellung geeigneter Standorte für die Wasserstoffproduktion. Dabei werden verschiedene Szenarien und Geschäftsmodelle berücksichtigt. Die Projektpartner analysierten insbesondere das Potenzial für Wasserstoffanwendungen in der Industrie sowie im Verkehrssektor – mit Fokus auf Bus- und Zugverbindungen. Zudem flossen die regionale Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie die Verwertungsmöglichkeiten der bei der Elektrolyse entstehenden Nebenprodukte, Sauerstoff und Wärme, in die Bewertung ein. So kann beispielsweise der Sauerstoff in Kläranlagen genutzt werden, während die entstehende Abwärme in lokale Wärmenetze eingespeist oder für industrielle Prozesse verwendet werden kann.
Hier kann der der Wasserstoff-Potenzial-Atlas eingesehen werden: https://www.h2-powerd.de/
Quelle: H2-powerd, vom 16.05.2025)
BMWK veröffentlicht Weißbuch Wasserstoffspeicher
Das BMWK hat das Weißbuch Wasserstoffspeicher veröffentlicht. Es konkretisiert die im Rahmen der Konsultation des Grünbuchs Wasserstoffspeicher aufgeworfenen Themenfelder Speicherbedarfe und potenziale. Das Weißbuch geht auf die Forderungen der Branche nach einer Beschleunigung von Planungs und Genehmigungsverfahren und einem langfristig planbaren Marktdesign ein. Außerdem setzt es sich mit der Fördernotwendigkeit zur Überwindung der mit der Unsicherheit verbundenen Investitionsrisiken im Markthochlauf auseinander.
Das Weißbuch sowie die Rückmeldungen der Branche hierzu können so die Grundlage für die Arbeit der Bundesregierung in der 21. Legislaturperiode in diesem Bereich bilden.
Den Link zum Weißbuch Wasserstoffspeicher finden Sie hier.
(Quelle: BMWK veröffentlicht Weißbuch Wasserstoffspeicher, vom 17.04.25)
Heizungsgesetz vor dem Aus – Chance oder Rückschritt für die Wärmewende?
Die neue schwarz-rote Koalition plant, das Heizungsgesetz der Ampel-Regierung abzuschaffen und durch ein technologieoffenes Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu ersetzen. Ziel sei mehr Flexibilität und weniger Verunsicherung bei Eigentümer:innen. CDU-Politiker Tilman Kuban warb für hybride Heizlösungen, die Gasheizung und Wärmepumpe kombinieren. Kritiker:innen befürchten jedoch, dass ohne klare Vorgaben Klimaziele verfehlt und Kosten in die Höhe getrieben werden könnten.
Energieexpert:innen wie Stefan Thomas vom Wuppertal-Institut warnen, dass die Öffnung für fossile Heizungen auf Basis vager Wasserstoffperspektiven zur Kostenfalle für Verbraucher:innen werden kann. Gleichzeitig verfehle Deutschland bei einem Verzicht auf die 65%-Regel für erneuerbare Wärme seine Klimaziele im Gebäudesektor deutlich – mit drohenden CO₂-Kompensationskosten in Milliardenhöhe.
Auch das Öko-Institut mahnt an, dass Effizienzpotenziale stärker genutzt werden müssten. Sonst drohe ein massiver Ausbaubedarf bei Windkraft und Stromnetzen. Die EU-Gebäuderichtlinie setzt künftig auf den Primärenergieverbrauch als zentrale Steuerungsgröße. Der Koalitionsvertrag hingegen betont vor allem Emissionseffizienz, was Umweltverbände kritisieren: Ein zu einseitiger Fokus könnte notwendige Sanierungen in besonders ineffizienten Gebäuden ausbremsen.
Zwar setzt die neue Regierung weiter auf Förderprogramme, etwa bei Sanierungen oder beim Heizungstausch, verzichtet aber weitgehend auf verpflichtende Vorgaben. Die Energiebranche zeigt sich zufrieden: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die geplante Förderung effizienter Wärmenetze sowie die Anerkennung der Gasinfrastruktur als Bestandteil der künftigen Wärmeversorgung.
Doch Umweltverbände und Fachleute sehen im Rückzug von klaren Standards eine verpasste Chance – und warnen vor einem Rückschritt bei der dringend nötigen Transformation im Gebäudesektor.
(Quelle: Tagesspiegel 22.04.2025)
Stuttgarter Hafen wird Produktionsstandort für grünen Wasserstoff: Stuttgart plant Klimaneutralität bis 2035!
Statt bis zum Jahr 2050 hat Stuttgart das Erreichen seiner Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 angekündigt. Im Rahmen der Wärmeplanung sieht die Stadt zudem vor, Kohleblöcke des EnBW-Heizkraftwerkes in Stuttgart-Münster vor dem nationalen Ziel des Kohleausstiegs bis 2038 stillzulegen.
Nun startete am Montag der Bau eines neuen Produktionsstandortes für grünen Wasserstoff. Dieser wird aus überschüssiger Wind- und Solarenergie gewonnen werden, der Transport über eine in Konstruktion befindliche Pipeline erfolgen. Bauende und Betriebsstart sind für Dezember 2026 vorgesehen.
Erste Prüfverfahren und Markttests für Wallboxen im Projekt »Wallbox-Inspektion« entwickelt
Um Konsumenten die Kaufentscheidung für Wallboxen zu erleichtern, wurden innerhalb des Projektes „Wallbox-Inspektion“ des Konsortiums des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, der HTW Berlin und dem ADAC, Prüf- und testverfahren durchgeführt.
Zentrale Testkriterien für das solaroptimierte und geregelte Laden der Wallboxen waren der Stromverbrauch im Betrieb, die Regelgüte im Standby-Modus und Betriebseffekte hinsichtlich des solaren Ladens von Elektrofahrzeugen. Nach Angabe des Fraunhofer ISE seien diesbezüglich zwei Fragen essentiell: wie ein solarer Überschuss in einem Elektrofahrzeug gespeichert werden könne und wie die Umschaltung zwischen 1- und 3-phasigem Betrieb gelingen könne. Die Ladestation wurde vermittels des digitalen Fahrzeugzwillings »ev twin« des Fraunhofer ISE für das mögliche Verhalten von 5.000 verschiedenen Elektrofahrzeugtypen simuliert.
Um die qualitativen Unterschiede zwischen den Produkten testen zu können, wird aktuell durch die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin ein Wallbox-Score erstellt, der diese anhand von Simulationsrechnungen des Testleitfadens quantifizieren soll. Im Anschluss dienen die Projektergebnisse dem ADAC e.V. zur Verbraucherberatung.
Alle Wallbox-Hersteller und Systemintegratoren werden seitens des Projektteams zu einem Workshop „Wallbox-Inspektion im Kontext der Messe »The Smarter E« in München eingeladen. Die Messe findet am 8. Mai statt.
(Quelle: Photon vom 22.04.2025)
Europa setzt auf Investitionen – Staat soll privates Kapital mobilisieren
Lange galt Europa als wenig attraktiv für Investoren, während die USA mit Bidens Inflation Reduction Act (IRA) Kapital für grüne Technologien anzogen. Doch mit Donald Trumps Amtsübernahme und seiner Kehrtwende in der Energiepolitik wird der IRA infrage gestellt – ein Umdenken setzt ein. Europa reagiert mit Milliardenpaketen für Infrastruktur und Bürokratieabbau, um wettbewerbsfähiger zu werden.
EU-Kommission lockert CO2-Vorgaben für Autobauer – Umweltverbände kritisieren „Geschenk an die Industrie“
Die EU-Kommission hat eine Änderung der CO2-Regulierung für die Automobilindustrie beschlossen. Hersteller, die die Emissionsvorgaben für 2025 nicht einhalten, erhalten die Möglichkeit, dies bis 2027 auszugleichen. Dadurch entfallen potenzielle Strafzahlungen in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bleibt das langfristige Klimaziel für 2035 unangetastet. Dennoch wird innerhalb der EU diskutiert, ob die Lockerung der Vorgaben ein Zeichen für ein Aufweichen der CO2-Reduktionspläne sein könnte.
BASF nimmt 54-Megawatt-Wasserelektrolyseur in Betrieb
- Jahreskapazität von bis zu 8.000 Tonnen Wasserstoff
- Anstoß für den Hochlauf von Produkten mit reduziertem CO2-Fußabdruck
- Direkte Integration der Technologie in chemischer Produktionsumgebung weltweit einzigartig
Am Standort der BASF in Ludwigshafen hat Deutschlands größter Protonenaustausch-Membran-Elektrolyseur (PEM) den Betrieb aufgenommen. Die Anlage zur Herstellung von CO2-freiem Wasserstoff hat eine Anschlussleistung von 54 Megawatt und wird stündlich bis zu einer Tonne des für den Standort bedeutenden chemischen Ausgangstoffes produzieren. Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde der Elektrolyseur heute im Beisein der Ministerin für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität von Rheinland-Pfalz Katrin Eder sowie Udo Philipp, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, eingeweiht.
Der in Zusammenarbeit mit Siemens Energy errichtete Wasserelektrolyseur ist eingebettet in die Produktions- und Infrastruktur am Standort Ludwigshafen und damit in seiner Schnittstelle und Integration in ein chemisches Produktionsumfeld weltweit einzigartig. Insgesamt wurden 72 sogenannte Stacks – Module, in denen der eigentliche Elektrolysevorgang stattfindet – in der Anlage verbaut. Der Elektrolyseur hat das Potenzial die Treibhausgasemissionen am Stammwerk der BASF um bis zu 72.000 Tonnen pro Jahr zu senken.
Treibhausgasemissionen 2024 sinken dank Grünem Strom und Wirtschaftsflaute
Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2024 um 3,4 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente gesenkt worden, was das Klimaziel für 2030 unterstützt. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) wurde die erlaubte Emissionsgrenze von 693,4 Millionen Tonnen deutlich unterschritten. Auch die Projektionen zeigen, dass das Ziel einer 65-prozentigen Emissionsminderung bis 2030 im Vergleich zu 1990 erreichbar ist, mit einer erwarteten Reduktion von 63 Prozent.
Der Rückgang der Emissionen basiert vor allem auf dem Ausbau erneuerbarer Energien und einer schwächelnden Wirtschaft, insbesondere im produzierenden Sektor. Die Energiewirtschaft hat mit einer Emissionsminderung von 9 Prozent (auf 185 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente) einen wichtigen Beitrag geleistet, vor allem dank des Anstiegs erneuerbarer Energien auf 54 Prozent des Bruttostromverbrauchs.
Im Industriesektor blieben die Emissionen 2024 nahezu konstant bei 153 Millionen Tonnen, während der Verkehr eine Reduktion von 1,4 Prozent auf 143,1 Millionen Tonnen erzielte. Die Emissionen im Gebäudesektor sanken um 2,3 Prozent auf 100,5 Millionen Tonnen, was jedoch weiterhin über dem angestrebten Wert liegt. Bis 2030 wird erwartet, dass mehrere Sektoren ihre Emissionsziele nicht ganz erreichen.
(Quelle: SolarServer vom 14.03.2025)
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