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Welchen Einfluss hat Agri-PV auf den Boden – neue Studienergebnisse aus Indonesion liegen vor
Ein indonesisches Forschungsteam hat eine Studie veröffentlicht, in der die Forschenden die Auswirkungen der Agri-PV auf Böden untersuchten. Zentrale Einsicht war, dass nicht nur Veränderungen auf die landwirtschaftlichen Kulturen über den Boden oder die Änderung von Mikroklimata auftreten, sondern auch grundlegende Bodenprozesse und damit auch langfristige Auswirkungen auf Böden zu erkennen waren.
Wenig überraschend dürfte die Feststellung sein, dass Bodenareale unter PV-Modulen trockener sind als umgebende. In kurzen Monitorings wurden zwar höhere Bodenfeuchten unter den Modulen gemessen, die jedoch nicht repräsentativ sind und auch auf Bewässerungssysteme und Feuchteakkumulation an den Abtropfkanten zurückgeführt werden könnten.
Aus der ausgewerteten Literatur ging hervor, dass der Boden unter den Modulen jedoch geringere Evaporation (Verdunstung) zeigte, sowie geringere Bodentemperaturschwankungen, dafür höhere pH-Werte, Salzgehalte und veränderte Feuchtigkeitsdynamiken (höhere Feuchte zwischen den Modulen und an den Abtropfkanten), wobei die Modulkonfiguration einen entscheidenden Einfluss ausübte. Der Boden zwischen den Modulen zeigte hingegen eine höhere Bodenfruchtbarkeit und verbessertes Pflanzenwachstum.
Weiterhin wurde berichtet, dass die Errichtung der Agri-PV-Anlagen zu einer verbesserten Wassernutzungseffizienz für Nutzpflanzen führte, demgegenüber allerdings auch zu Bodenverdichtung führen konnte oder einer Verringerung des organischen Bodenkohlenstoffs.
Die modulbedingte Verschattung beeinflusste die Häufigkeit (Abundanz), Vielfalt (Diversität) und Aktivität der Bodenmikroorganismen. Dies hat zur Folge, dass eine Wirkkaskade entsteht, in welcher Nährstoffkreisläufe oder sogar Bodenbildungsprozesse wie die Akkumulation von Salzen oder geringere Bodenauswaschungen festgestellt wurden. Verschiebungen in Verschattung und Mikroklimata können die Bodenfauna sowohl begünstigen, als auch advers auf sie wirken. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Verschattung günstig in ariden Regionen ist, in dem der Pflanzenstress über geringere Temperaturen und Evapotranspiration reduziert werden kann und sogar die Photosyntheseleistung und Wassernutzungseffizienz verbessert wird.
Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass das Anlagendesign durch seine Faktoren wie Modulhöhe, Reihenabstände, Ausrichtung und Tracking, die Bodenfeuchtigkeit, Temperatur und Biodiversität erheblich beeinflussen können. Weitere Interaktionen im Wechselspiel mit Nutzpflanzenwahl, Bewässerung, Pflugeinsatz und Viehbesatz sind weiter zu untersuchen.
Dies beschreibt gleichsam das Ergebnis und Ausblick der Studie: mit der Konzeptentwicklung einer Agri-PV-Anlage sollte ein präzise Planung möglicher Auswirkungen einzelner Parameter auf Bodenbedingungen- und genese einhergehen, da diese eine Verbesserung des Bodens nur dann begünstigen kann und weitere Forschung für mehr Evidenz erforderlich sein wird.
(Quelle: pv-magazine, 18.02.2026)
Agri-PV schützt Salat vor extremer Hitze
Wissenschaftler haben in einem ungewöhnlich heißen kanadischen Sommer unter 13 verschiedenen Arten von PV-Modulen Bio-Römersalat angebaut. Ihre Analyse ergab, dass die Salaterträge im Vergleich zu unbeschatteten Kontrollpflanzen um über 400 % gestiegen sind.
Eine Forschungsgruppe der kanadischen Western University hat die Leistungsfähigkeit von Bio-Römersalat, einer hitzeempfindlichen Kulturpflanze, unter einer Vielzahl von agrivoltaischen Bedingungen untersucht. Der Test wurde im Sommer 2025 in London, Ontario, durchgeführt, wo an 18 Tagen Temperaturen über 30 °C herrschten.
Rechtsgutachten: GEG-Abschwächung verfassungsrechtlich bedenklich
Eine Lockerung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wäre laut einem Gutachten der Kanzlei Rechtsanwälte Günther im Auftrag von Greenpeace und dem Projekt Gaswende verfassungsrechtlich problematisch. Die geplanten Änderungen könnten gegen das Staatsziel Klimaschutz (Art. 20a GG) verstoßen und zugleich Verbraucher:innen benachteiligen. Ein Kabinettsbeschluss ist bis Ende Februar angekündigt.
Nach Einschätzung der Gutachter:innen wären Rückschritte bei bestehenden Klimaschutzmaßnahmen angesichts des weitgehend ausgeschöpften CO₂-Budgets unzulässig. Eine Abschwächung der 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen würde fossilen Gasheizungen neue Spielräume eröffnen und die Dekarbonisierung des Wärmesektors verzögern.
Zudem drohten höhere langfristige Kosten durch steigende CO₂-Preise und Netzentgelte. Besonders betroffen seien Mieter:innen und einkommensschwache Haushalte, die über die Heiztechnik meist nicht selbst entscheiden, aber die Kosten tragen. Das Gutachten sieht hier mögliche Konflikte mit dem Gleichheitsgrundsatz und dem Sozialstaatsprinzip.
Die Autor:innen betonen außerdem die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen. Klare und stabile Regeln seien notwendig, um Investitionen in klimafreundliche Heiztechnologien nicht zu gefährden.
Quelle: Solarserver vom 04.02.2026
Fertigstellung H2-well Markthub
Am 01. März 2023 startete das Projektvorhaben „h2-well Markthub“ in der zweiten Förderphase des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten WIR!-Projekts h2-well – Wasserstoffquell- und Wertschöpfungsregion Main-Elbe-Link. Das Projekt lief bis zum 31. Dezember 2025.
Die SolarInput übernahm die Rolle des Projektkoordinators im Verbund mit der Bauhaus-Universität Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Ziel des h2-well Markthubs war der Aufbau eines zentralen Knotenpunktes für eine dezentrale, grüne Wasserstoffwirtschaft. Hierzu wurde eine digitale und analoge Plattform geschaffen, die als Informations-, Austausch- und Diskussionsraum für regionale Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft dient.
Im Rahmen der Projektlaufzeit wurden zahlreiche inhaltliche und organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählten unter anderem Expertenpanels in Form von Interviews, umfangreiche Deskrecherchen zu Marktregularien auf europäischer, Bundes- und Landesebene sowie die Erstellung einer Akteurslandkarte, die in den digitalen Markthub integriert wurde. Die digitale Plattform wurde kontinuierlich mit Inhalten befüllt und weiterentwickelt.
Darüber hinaus wurden verschiedene Veranstaltungsformate realisiert, darunter ein Runder Tisch zur Wärmewende mit Wasserstoff in Nordhausen sowie die Veröffentlichung erster Projektergebnisse beim Bürgerenergieforum in Jenaund an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der digitale Markthub wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 11. September in der IHK offiziell vorgestellt. Ergänzend wirkte das Projekt an der Woche des Wasserstoffs mit.
Mit dem h2-well Markthub wurde damit eine nachhaltige Grundlage für Vernetzung, Wissenstransfer und zukünftige Aktivitäten im regionalen Wasserstoffökosystem geschaffen.
Auf der H2-Thek kann sich ein Eindruck über die Erkenntnisse und Ergebnisse verschafft werden.
Besondere Aufmerksamkeit sollte den Akteurslandkarten und die Leitfäden gewidmet werden.
Zugang zur H2-Thek finden Sie hier.
Viel Spaß beim durchstöbern,
Ihr SolarInput-Team
16,6 Millionen Menschen weltweit beschäftigt im Feld der Erneuerbaren Energien
Aus einer Untersuchung für das Jahr 2024 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) sind Statistiken hervorgegangen, die Aufschluss über die internationale Beschäftigungverteilung im Bereich der Erneuerbaren Energien geben.
Energie-Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Saudi-Arabien – Absichtserklärung unterzeichnet.
Katherina Reiche, die Bundeswirtschaftsministerin, unterzeichente in Riad zusammen mit dem saudischen Energieminister Abdulasis bin Salman eine Absichtserklärung, nach welcher eine Zusammenarbeit in den Feldern Energie, künstliche Intelligenz, Wasserstoff, Innovation, industrielle Wertschöpfung und Chemikalien vorgesehen ist.
Studie ergibt 2,3 Terrawatt PV-Potenzial für europäische Dächer
Nach einer Studie des European Comission Joint Research Centre (JRC) schätzt die Europäische Union das Potenzial der über Geodaten lokalisierten 271 Millionen Gebäude in Europa für die Erzeugung solaren Stroms über Dach-PV auf 2,3 Terrawattstunden. Es wird dabei von einer durchschnittlichen Effizienz der Module von 22% ausgegangen und einem Output von 2,750 Terrawattstunden pro Jahr, entsprechend eines Deckungsgrades von 40% des Strombedarfs der europäischen Länder in einem Szenario einer vollständigen Energienutzung über Erneuerbare Energien bis 2050. (mehr …)
Wasserstoff-Wirtschaft in Thüringen: Globale Hemmnisse, nationale Potentiale und regionale Handlungsempfehlungen
Unter dem Titel „Wasserstoff-Wirtschaft in Thüringen: Globale Hemmnisse, nationale Potentiale und regionale Handlungsempfehlungen“ präsentieren Fabian Pflügler, Anna Mehlis und Stephan Humbert vom h2-well Markthub aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Projekt im öffentlichen Forschungskolloquium des Arbeitsbereichs Arbeits- und Wirtschaftssoziologie am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Der Vortrag beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen globalen Entwicklungen, nationalen Rahmenbedingungen und den spezifischen Möglichkeiten für dezentrale Wasserstoffstrukturen in unserer Region. Weitere Informationen finden Sie in der H2Thek.
Datum: Donnerstag, 5. Februar 2026, 18:00–20:00 Uhr
Ort: Fürstengraben 1, Video-Aufnahmeraum im 2.OG, 07743 Jena
Onlineteilnahme: https://uni-jena-de.zoom-x.de/j/69068010723
(Meeting-ID: 690 6801 0723| Kenncode: 486293)

E-Auto-Förderprogramm für Privatpersonen nun mit klaren Vorgaben
Das E-Auto-Förderprogramm der Bundesregierung bietet jetzt klare Kriterien für eine Unterstützung beim Kauf eines Elektroautos für Privatpersonen. Seit dem 1. Januar diesen Jahres kann abhängig von Einkommen, Fahrzeugtyp und Familiengrösse der Kauf oder Leasing eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids finanziell gefördert werden. Gebrauchte Fahrzeuge können durch das Förderinstrument nicht gefördert werden.
Insgesamt stehen Mittel in Höhe von 3 Milliarden Euro zur Verfügung und es können bis zu 800.000 Elektroautos in dem Zeitraum 2026 bis 2029 gefördert werden. Eine rückwirkende Antragsstellung kann über ein Online-Portal laut aktuellen Angaben ab Mai 2026 erfolgen.
41. PV-Symposium | 03.-05. März 2026 | Kloster Banz, Bad Staffelstein

Das PV-Symposium ist seit Jahren das Austauschforum der angewandten PV-Forschung mit Blick auf das System. Mit dem Motto: Energieversorgung neu denken: PV, Netze, Speicher und Sektorenkopplung stehen vom 03.-05. März 2026 die aktuellen technischen Entwicklungen, regulatorische Weichenstellungen sowie praxisnahe Lösungen für Planung, Montage und Anwendung im Mittelpunkt. Abgerundet wird das Programm durch BIPV, Energiemeteorologie und Qualitätsthemen.
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