Aktuelle Informationen
Wie wirtschaftlich ist Klimaschutz für den Staat?
Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt auf, dass die deutsche Volkswirtschaft von Ausgaben in Maßnahmen gegen die Erderwärmung und für den Klimaschutz sich auzahlen im Verhältnis zu den Kosten, die sie mit sich bringen.
Länderübergreifende Arbeitsgruppe zu ökologischer Agri-PV in Vorbereitung
Agri-Photovoltaik (Agri-PV) entwickelt sich derzeit dynamisch und eröffnet neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Landwirtschaft. Dennoch sind insbesondere Bio-Betriebe mit geringen Budgets und Schwerpunkt auf regionaler Gemüse- und Gartenbauerzeugung bislang strukturell benachteiligt. Erste Initiativen in Sachsen, Thüringen und Bayern zeigen, wie sich Agri-PV ökologisch, sozialverträglich und landschaftsintegriert auch für diese Zielgruppen nutzbar machen lässt.
Effizientere Nutzung von Wärme und Sauerstoff aus der Elektrolyse – Forschungsprojekt testet neue Ansätze
Bei der Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse entstehen neben Wasserstoff auch Abwärme und Sauerstoff als Nebenprodukte. Bisher wird die entstehende Wärme meist durch Kühlsysteme abgeführt und der Sauerstoff ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Doch wenn diese Nebenprodukte sinnvoll weiterverwendet werden könnten, ließen sich insbesondere bei großtechnischen Elektrolyseanlagen die Betriebskosten deutlich senken.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt IntegrH2ate an, das Teil der H2Giga-Initiative ist. Ziel des Projekts ist es, neue Betriebsstrategien zu entwickeln und verschiedene Optionen zur Verwertung von Abwärme und Sauerstoffzu vergleichen. Die im Projekt erarbeiteten Konzepte werden nun in der neu errichteten Laboranlage „LA-SeVe“(Laboranlage Sektorengekoppelte Verwertung der PEM-Elektrolyseprodukte) in Zittau erprobt.
Abwärme effizient nutzen dank Großwärmepumpe
Ein zentrales Problem bei der Nutzung der Abwärme aus Elektrolyseuren ist deren geringe Temperatur von etwa 50 °C, die für eine Einspeisung in Fernwärmenetze nicht ausreicht. In der neuen Versuchsanlage wird nun erstmals ein PEM-Elektrolyseur mit einer Großwärmepumpe kombiniert. Diese hebt die Temperatur der Abwärme auf 90 bis 95 °Can – genug, um sie in das städtische Versorgungsnetz Zittaus einzuspeisen.
Die Laboranlage geht somit über den reinen Testbetrieb hinaus: Sie ermöglicht eine reale Anwendung der entwickelten Konzepte und bietet zugleich eine Praxisplattform, um die Wirkung verschiedener Betriebsstrategienzu untersuchen. Besonders im Fokus steht dabei der dynamische Betrieb des Elektrolyseurs, der sich je nach Stromverfügbarkeit oder Wasserstoffbedarf ändern kann.
Die Versuchsanlage ist mit einem 250-Kilowatt-PEM-Elektrolyseur ausgestattet. Bei einer jährlichen Laufzeit von rund 2.400 Volllaststunden könnten dadurch etwa 240 Megawattstunden Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist werden. Das entspricht dem Heizbedarf von rund 40 Wohnungen à 50 Quadratmeter, gemessen am deutschen Durchschnittsverbrauch von rund 6 MWh pro Wohnung und Jahr.
In industriellen Anwendungen wäre das Einsparpotenzial noch deutlich größer, da dort weitaus mehr Abwärme anfällt.
Sauerstoff: Nebenprodukt mit zusätzlichem Nutzen
Auch der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff soll nicht länger ungenutzt bleiben. Um ihn für die medizinische Nutzung oder die chemische Industrie einsetzbar zu machen, muss er allerdings aufbereitet – also gereinigt und verdichtet – werden. Das Projektteam hat dazu ebenfalls technische Konzepte entwickelt, die nun im Technikumsmaßstab getestet werden können.
Quell: Wasserstoff-Leitprojekte vom 11.09.2025
Brasilien kündigt Milliardenzahlung zum Schutz der Tropenwälder an
Brasilien plant als erstes Land, eine Milliarde US-Dollar in einen neuen globalen Fonds zum Schutz gefährdeter Wälder zu investieren. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gab die Zusage am Dienstag bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York bekannt. Ziel sei es, ein Signal zu setzen und andere Länder zu ähnlichen Beiträgen zu motivieren, so Lula.
Nach Angaben aus der brasilianischen Regierung soll das Geld sowohl von wohlhabenden Staaten als auch von Entwicklungsländern kommen – auch um Brücken in der oft kontroversen Klimafinanzierungsdebatte zu schlagen. Erste positive Reaktionen habe es bereits aus Ländern wie Deutschland, China, Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten gegeben.
Der Fonds mit dem Namen Tropical Forests Forever Facility (TTFF) soll laut früheren Plänen ein Volumen von 125 Milliarden Dollar erreichen. Er soll wie eine Stiftung verwaltet werden und sich aus staatlichen sowie privaten Mittelnzusammensetzen.
Aus diesem Fonds sollen Länder regelmäßig Geld erhalten – abhängig davon, wie gut sie ihre Tropenwälder schützen. Ziel ist es, langfristige Anreize für den Erhalt dieser lebenswichtigen Ökosysteme zu schaffen.
Quelle: Handelsblatt vom 24.09.2025
Strompreise sollen 2026 deutlich sinken – vor allem für Unternehmen
Im kommenden Jahr sollen die Gebühren für die Stromübertragung um fast 60 Prozent sinken. Das kündigen die vier großen Übertragungsnetzbetreiber an, die für den Transport von Strom über weite Strecken – die sogenannten „Stromautobahnen“ – zuständig sind. Grund dafür ist ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro, mit dem die Bundesregierung die Netzentgelte im Jahr 2026 entlastet.
Die endgültigen Zahlen müssen die Netzbetreiber bis zum 1. Oktober vorlegen. Auf deren Basis berechnen dann die regionalen Stromnetzbetreiber ihre eigenen Gebühren, die sie den Haushalten und Unternehmen in Rechnung stellen. Bis zum 15. Oktober soll feststehen, wie hoch die gesamten Netznutzungsentgelte – ein Drittel des Strompreises – im Detail ausfallen werden.
Am stärksten profitieren große Industriekunden, die direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen sind. Für sie sinken die Entgelte von derzeit 1,05 Cent pro Kilowattstunde auf nur noch 0,47 Cent – ein Rückgang um rund 55 Prozent. Auch regionale Netzbetreiber, die den Strom weiter verteilen, zahlen künftig weniger: Ihre Kosten verringern sich von 5,02 auf 2,13 Cent pro Kilowattstunde – fast 58 Prozent weniger. (mehr …)
Agri-Photovoltaikanlage soll Strom für bis zu 40.000 Haushalte liefern
In der Gemeinde Schönefeld im Landkreis Dahme-Spreewald entsteht in den kommenden Monaten eine der größten Agri-Photovoltaikanlagen Deutschlands. Das Projekt vereint die Stromerzeugung durch Solarmodule mit der landwirtschaftlichen Nutzung derselben Fläche.
Nach jahrelanger Planung haben am Donnerstag die Bauarbeiten begonnen. Entlang der südlichen Landebahn des Flughafens BER werden Solarpaneele installiert, die auf etwa drei Meter hohen Ständern montiert sind. Dadurch bleibt der Raum unter den Modulen für Ackerbau oder Tierhaltung nutzbar. Die Anlage erstreckt sich über rund 70 Hektar und bietet neben der Stromproduktion auch Vorteile für die Landwirtschaft: Sie spendet Schatten und schützt die Pflanzen vor Extremwetter wie Hagel.
„Der besondere Vorteil liegt darin, dass bis zu 95 Prozent der Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können“, erklärte Richard Härtel, Projektleiter beim Berliner Unternehmen Elysium Solar. „Dadurch haben wir einen höheren Stromertrag und erzeugen Strom auch an den Tagesrandzeiten.“ Mit einem Reihenabstand von elf Metern sei ausreichend Platz vorhanden, um weiterhin konventionelle Landmaschinen einzusetzen.
Die Inbetriebnahme der Anlage ist für April geplant. Dann soll sie Strom für bis zu 40.000 Haushalte liefern. Zum Einsatz kommt eine neuartige Technologie: Die Solarmodule sind beweglich und folgen dem Sonnenstand im Tagesverlauf, um den Energieertrag zu maximieren.
Landesbauernpräsident Henrik Wendorff sieht in Agri-Photovoltaikanlagen eine vielversprechende zusätzliche Einkommensquelle für landwirtschaftliche Betriebe. „Das eröffnet völlig neue Perspektiven“, sagte er. Allerdings müsse sich erst noch zeigen, ob die landwirtschaftliche Nutzung zwischen den Solarmodulen genauso effizient bleibt wie bisher. „Ich bin aber zuversichtlich, dass sich diese Kombination langfristig bewährt“, so Wendorff weiter. Auch Projektleiter Richard Härtel betonte: „Wir bringen diese Anlagen nun flächendeckend in die Landschaft – bisher handelte es sich meist um kleinere Pilotprojekte.“ Der Trend zur Agri-Photovoltaik nehme derzeit besonders im Süden Deutschlands deutlich Fahrt auf.
(Quell: RBB vom 19.09.2025)
Sieben Belastungsgrenzen des Planeten Erde sind überschritten
Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung schlägt Alarm. Sieben von neun Belastungsgrenzen des Planeten seien inzwischen überschritten, heißt es in einem neuen Bericht. Im vergangenen Jahr waren es noch sechs. Neu hinzugekommen ist die Versauerung der Ozeane.
Agri-Photovoltaik-Anlage mit 76 Megawatt in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb genommen
Vattenfall hat Anfang September in Tützpatz in Mecklenburg-Vorpommern eine Agri-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 76 MW in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 93 Hektar befinden sich 146.000 bifaziale 550 Watt-Solarmodule des Herstellers GCL und versorgen über 240 Sungrow SG250 HX String-Wechselrichter das Stromnetz. Der Netzanschluss wird von der Firma Edis bereitgestellt. Hinzu kommt ein Grossbaterrienspeicher mit einer Gesamtleistung von 50,4 Megawatt und 109 Megawattstunden, die noch geplant sind.
Eine Besonderheit: die Realisierung der Anlage kommt ohne EEG-Förderung aus. (mehr …)
China überschreitet 100 GW Energiespeicher und setzt neue Ausbauziele bis 2027
Chinas Markt für neue Energiespeicher hat im ersten Halbjahr 2025 einen historischen Meilenstein erreicht: Die installierte Kapazität überstieg erstmals die Marke von 100 GW (hauptsächlich Lithium-Ionen-Batteriespeicher) und liegt nun bei 101,3 GW. Damit wächst das Segment doppelt so schnell wie im Vorjahr und verdrängt Pumpspeicherkraftwerke zunehmend als dominierende Technologie. Insgesamt umfasst die Energiespeicherflotte des Landes 164,3 GW, ein Zuwachs von 59 % im Jahresvergleich.
Parallel dazu haben die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und die Nationale Energieverwaltung (NEA) den „Sonderaktionsplan für den großskaligen Aufbau neuer Energiespeicher (2025–2027)“ vorgestellt. Ziel ist die Installation von über 100 GW zusätzlicher Speicherkapazität bis 2027, mit einem Investitionsvolumen von rund 250 Mrd. CNY (35 Mrd. USD).
Feldenergy erhält über 10 Millionen Euro für Ausbau von Agri-PV-Lösungen
Die Feldenergy GmbH, ein junges Unternehmen mit Fokus auf Agrar-Photovoltaik (Agri-PV), hat erfolgreich eine Seed-Finanzierungsrunde über mehr als 10 Millionen Euro abgeschlossen. Beteiligt sind neben dem führenden Investor HV Capital auch Future Energy Ventures, AENU und Angel Invest. Mit den Mitteln will das Start-up sein Team vergrößern und die Weiterentwicklung sowie den Roll-out seiner Lösungen beschleunigen.
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