Österreicher Studie: Agri-PV mit hohem wirtschaftlichen Potenzial bei moderaten Ertragseinbußen
Österreicher Studie: Agri-PV mit hohem wirtschaftlichen Potenzial bei moderaten Ertragseinbußen
Eine aktuelle Studie von Forschenden der BOKU University und des Federal Institute of Agricultural Economics untersucht das techno-ökonomische Potenzial von Agri-Photovoltaik in Österreich.
Die Stromerzeugung wurde mithilfe von PVlib simuliert, während landwirtschaftliche Prozesse und Pflanzenwachstum mit EPIC modelliert wurden. Grundlage bildeten Klimadaten aus historischen Beobachtungen (1981–2020) sowie Projektionen für den Zeitraum 2031–2070. Analysiert wurden verschiedene Fruchtfolgen, unter anderem mit Erbsen, Sojabohnen, Kartoffeln, Luzerne, Sommergerste und Hafer.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Stromproduktion je nach System:
- Freiflächen-PV: ca. 1.173 MWh/ha
- Hochaufgeständerte Agri-PV: ca. 684 MWh/ha
- Vertikale Agri-PV: ca. 373 MWh/ha
Gleichzeitig weisen alle Systeme ein hohes wirtschaftliches Potenzial auf. Im Vergleich zur reinen landwirtschaftlichen Nutzung ergeben sich Gewinnverhältnisse von:
- bis zu 100:1 bei Freiflächen-PV
- bis zu 60:1 bei hochaufgeständerter Agri-PV
- 10:1 bis 50:1 bei vertikalen Systemen
Für die Erreichung von etwa 90 TWh Solarstrom pro Jahr – ein Ziel in Klimaneutralitätsszenarien – wären rund 5–16 % der landwirtschaftlichen Fläche erforderlich. Dies würde zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion von etwa 2–6 % führen. Agri-PV-Systeme schneiden hierbei besser ab als reine Freiflächenanlagen und ermöglichen geringere Ertragsverluste.
Insgesamt zeigt die Studie, dass Agri-Photovoltaik eine vielversprechende Option darstellt, um Energieerzeugung und Landwirtschaft zu kombinieren, auch wenn die positiven Effekte im Hinblick auf Klimaanpassung eher moderat ausfallen.
(Quelle: BOKU University 16.03.2026)
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