Markt und Brancheninformationen
Opes Solar Mobility eröffnet europaweit erste Produktionsstätte für flexible Fahrzeug-Photovoltaik
In Zwenkau bei Leipzig hat die Opes Solar Mobility GmbH die europaweit erste Produktionsstätte für flexible Fahrzeug-Photovoltaik in Betrieb genommen. Das Werk soll künftig rund 120 Arbeitsplätze schaffen und Solarmodule für Nutz- und Freizeitfahrzeuge herstellen, die sowohl Diesel- als auch Elektrofahrzeuge mit Solarstrom versorgen. Dadurch können Reichweite und Batterielebensdauer der Fahrzeuge verbessert werden.
Die Module basieren auf einer gemeinsam mit dem Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) entwickelten Technologie. Eine spezielle Matrix-Architektur sorgt dafür, dass selbst bei Teilverschattung viele Solarzellen weiterhin aktiv bleiben, was die Stromausbeute im Vergleich zu herkömmlichen Systemen deutlich erhöht. Zudem sind die Module robust gegenüber Vibrationen und Stößen, wie sie typischerweise im Fahrzeugbetrieb auftreten.
Mit der neuen Fertigung stärkt Opes Solar Mobility den Industriestandort Sachsen, der sich zunehmend als Zentrum für innovative Energietechnologien etabliert. Die Solarmodule sollen künftig an über 15 Partner und Kunden in Europa, Afrika und Südamerika geliefert und in verschiedene Fahrzeugtypen integriert werden. Weitere Kooperationen befinden sich in Vorbereitung.
(Quelle PHOTON 24.10.2025)
Studie von SolarPower Europe „Chancen für PV-Produktion in Europa“
Eine neue Studie von SolarPower Europe in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISE analysiert, welche Schritte erforderlich sind, um eine wettbewerbsfähige Photovoltaikproduktion in Europa wiederaufzubauen. Der Bericht „Reshoring Solar Module Manufacturing to Europe“ zeigt, dass die Herstellung eines Solarmoduls in Europa derzeit rund 10,3 €ct/Wp teurer ist als in China, vor allem aufgrund höherer Kosten für Ausrüstung, Gebäude, Personal und Materialien. Insgesamt liegen die Stromgestehungskosten (LCOE) für in Europa gefertigte Module etwa 14,5 % über jenen aus chinesischer Produktion.
Trotzdem sieht die Studie Anlass zur Zuversicht: Der Preisnachteil europäischer Produkte liegt bereits unter der im Net-Zero Industry Act (NZIA) vorgesehenen 15-Prozent-Grenze für förderfähige Mehrkosten. Mit gezielten politischen Maßnahmen, etwa durch kombinierte CAPEX- und OPEX-Programme, könnte die Differenz laut der Analyse sogar auf unter 10 % sinken.
Um das Ziel von 30 GW Solarproduktion bis 2030 zu erreichen, sei laut Studie eine jährliche Unterstützung von 1,4 bis 5,2 Mrd. € notwendig. Diese Investitionen würden sich jedoch durch makroökonomische Effekte teilweise ausgleichen: Pro Gigawatt und Jahr könnten bis zu 2.700 Arbeitsplätze sowie rund 66 Mio. € an Steuer- und Sozialabgaben entstehen. Die Studie betont, dass Europa mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen eine resiliente und innovative Solar-Lieferkette aufbauen kann, ohne Intervention drohe jedoch der Verlust der verbleibenden industriellen Kapazitäten.
Quelle: (SolarPower Europe 01.10.2025)
Sektorenkopplung in Kärnten: Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion
Kärnten verbindet Wasserstoff- und Speichertechnologie im neuen Energiecluster
Das österreichische Bundesland Kärnten treibt die Energiewende mit einem neu entwickelten Energiecluster voran. Mit dem EU-geförderten Projekt „Hydrogen Valley“ und dem größten Batteriespeicher Österreichs in Arnoldsteinbündelt die Region zwei zentrale Schlüsseltechnologien: Wasserstoff und Energiespeicherung. Ziel ist es, die regionale Energieversorgung zu stabilisieren und die Integration erneuerbarer Energien zu beschleunigen.
Über bestehende Stromnetze und den geplanten SouthH2Corridor ist Kärnten mit Bayern und Baden-Württembergverbunden. So kann das südlichste Bundesland Österreichs künftig auch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Süddeutschland leisten. Durch die Kombination des Hydrogen Valley mit dem 22-Megawatt-Batteriespeicherentsteht eine vernetzte Strom- und Wasserstoffinfrastruktur, die als Modellregion für ganz Europa dienen soll. (mehr …)
Bürgerenergieprojekt Regensburg: Förderung für regionalen Wasserstoff-Elektrolyseur
Die BERR Projekt GmbH, eine Tochtergesellschaft der Bürger Energie Region Regensburg eG (BERReG), errichtet im Energieareal Regensburg Ost+ (ERO+) einen Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von fünf Millionen Euro.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Stadtwerk Regensburg GmbH umgesetzt und baut auf einer bereits bestehenden Photovoltaik-Freiflächenanlage auf. Ziel ist es, mit Hilfe regional erzeugter Solar- und Windenergie eine nachhaltige Wasserstoffproduktion aufzubauen, die zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem beiträgt.
7,5-Megawatt-Elektrolyseur für grünen Wasserstoff
Im Rahmen des Projekts plant die BERR Projekt GmbH den Bau eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 7,5 Megawatt. Er soll Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen effizient in grünen Wasserstoff umwandeln. Nach Angaben der BERReG leistet die Anlage durch ihre flexible Regelbarkeit einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.
Der erzeugte Wasserstoff soll regional und überregional in den Bereichen Industrie, Logistik und Mobilitäteingesetzt werden. Zudem wird die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme für lokale Industrie- und Wohngebietenutzbar gemacht, um die Energieeffizienz zu steigern.
Effizientere Nutzung von Wärme und Sauerstoff aus der Elektrolyse – Forschungsprojekt testet neue Ansätze
Bei der Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse entstehen neben Wasserstoff auch Abwärme und Sauerstoff als Nebenprodukte. Bisher wird die entstehende Wärme meist durch Kühlsysteme abgeführt und der Sauerstoff ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Doch wenn diese Nebenprodukte sinnvoll weiterverwendet werden könnten, ließen sich insbesondere bei großtechnischen Elektrolyseanlagen die Betriebskosten deutlich senken.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt IntegrH2ate an, das Teil der H2Giga-Initiative ist. Ziel des Projekts ist es, neue Betriebsstrategien zu entwickeln und verschiedene Optionen zur Verwertung von Abwärme und Sauerstoffzu vergleichen. Die im Projekt erarbeiteten Konzepte werden nun in der neu errichteten Laboranlage „LA-SeVe“(Laboranlage Sektorengekoppelte Verwertung der PEM-Elektrolyseprodukte) in Zittau erprobt.
Abwärme effizient nutzen dank Großwärmepumpe
Ein zentrales Problem bei der Nutzung der Abwärme aus Elektrolyseuren ist deren geringe Temperatur von etwa 50 °C, die für eine Einspeisung in Fernwärmenetze nicht ausreicht. In der neuen Versuchsanlage wird nun erstmals ein PEM-Elektrolyseur mit einer Großwärmepumpe kombiniert. Diese hebt die Temperatur der Abwärme auf 90 bis 95 °Can – genug, um sie in das städtische Versorgungsnetz Zittaus einzuspeisen.
Die Laboranlage geht somit über den reinen Testbetrieb hinaus: Sie ermöglicht eine reale Anwendung der entwickelten Konzepte und bietet zugleich eine Praxisplattform, um die Wirkung verschiedener Betriebsstrategienzu untersuchen. Besonders im Fokus steht dabei der dynamische Betrieb des Elektrolyseurs, der sich je nach Stromverfügbarkeit oder Wasserstoffbedarf ändern kann.
Die Versuchsanlage ist mit einem 250-Kilowatt-PEM-Elektrolyseur ausgestattet. Bei einer jährlichen Laufzeit von rund 2.400 Volllaststunden könnten dadurch etwa 240 Megawattstunden Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist werden. Das entspricht dem Heizbedarf von rund 40 Wohnungen à 50 Quadratmeter, gemessen am deutschen Durchschnittsverbrauch von rund 6 MWh pro Wohnung und Jahr.
In industriellen Anwendungen wäre das Einsparpotenzial noch deutlich größer, da dort weitaus mehr Abwärme anfällt.
Sauerstoff: Nebenprodukt mit zusätzlichem Nutzen
Auch der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff soll nicht länger ungenutzt bleiben. Um ihn für die medizinische Nutzung oder die chemische Industrie einsetzbar zu machen, muss er allerdings aufbereitet – also gereinigt und verdichtet – werden. Das Projektteam hat dazu ebenfalls technische Konzepte entwickelt, die nun im Technikumsmaßstab getestet werden können.
Quell: Wasserstoff-Leitprojekte vom 11.09.2025
Strompreise sollen 2026 deutlich sinken – vor allem für Unternehmen
Im kommenden Jahr sollen die Gebühren für die Stromübertragung um fast 60 Prozent sinken. Das kündigen die vier großen Übertragungsnetzbetreiber an, die für den Transport von Strom über weite Strecken – die sogenannten „Stromautobahnen“ – zuständig sind. Grund dafür ist ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro, mit dem die Bundesregierung die Netzentgelte im Jahr 2026 entlastet.
Die endgültigen Zahlen müssen die Netzbetreiber bis zum 1. Oktober vorlegen. Auf deren Basis berechnen dann die regionalen Stromnetzbetreiber ihre eigenen Gebühren, die sie den Haushalten und Unternehmen in Rechnung stellen. Bis zum 15. Oktober soll feststehen, wie hoch die gesamten Netznutzungsentgelte – ein Drittel des Strompreises – im Detail ausfallen werden.
Am stärksten profitieren große Industriekunden, die direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen sind. Für sie sinken die Entgelte von derzeit 1,05 Cent pro Kilowattstunde auf nur noch 0,47 Cent – ein Rückgang um rund 55 Prozent. Auch regionale Netzbetreiber, die den Strom weiter verteilen, zahlen künftig weniger: Ihre Kosten verringern sich von 5,02 auf 2,13 Cent pro Kilowattstunde – fast 58 Prozent weniger. (mehr …)
Agri-Photovoltaikanlage soll Strom für bis zu 40.000 Haushalte liefern
In der Gemeinde Schönefeld im Landkreis Dahme-Spreewald entsteht in den kommenden Monaten eine der größten Agri-Photovoltaikanlagen Deutschlands. Das Projekt vereint die Stromerzeugung durch Solarmodule mit der landwirtschaftlichen Nutzung derselben Fläche.
Nach jahrelanger Planung haben am Donnerstag die Bauarbeiten begonnen. Entlang der südlichen Landebahn des Flughafens BER werden Solarpaneele installiert, die auf etwa drei Meter hohen Ständern montiert sind. Dadurch bleibt der Raum unter den Modulen für Ackerbau oder Tierhaltung nutzbar. Die Anlage erstreckt sich über rund 70 Hektar und bietet neben der Stromproduktion auch Vorteile für die Landwirtschaft: Sie spendet Schatten und schützt die Pflanzen vor Extremwetter wie Hagel.
„Der besondere Vorteil liegt darin, dass bis zu 95 Prozent der Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können“, erklärte Richard Härtel, Projektleiter beim Berliner Unternehmen Elysium Solar. „Dadurch haben wir einen höheren Stromertrag und erzeugen Strom auch an den Tagesrandzeiten.“ Mit einem Reihenabstand von elf Metern sei ausreichend Platz vorhanden, um weiterhin konventionelle Landmaschinen einzusetzen.
Die Inbetriebnahme der Anlage ist für April geplant. Dann soll sie Strom für bis zu 40.000 Haushalte liefern. Zum Einsatz kommt eine neuartige Technologie: Die Solarmodule sind beweglich und folgen dem Sonnenstand im Tagesverlauf, um den Energieertrag zu maximieren.
Landesbauernpräsident Henrik Wendorff sieht in Agri-Photovoltaikanlagen eine vielversprechende zusätzliche Einkommensquelle für landwirtschaftliche Betriebe. „Das eröffnet völlig neue Perspektiven“, sagte er. Allerdings müsse sich erst noch zeigen, ob die landwirtschaftliche Nutzung zwischen den Solarmodulen genauso effizient bleibt wie bisher. „Ich bin aber zuversichtlich, dass sich diese Kombination langfristig bewährt“, so Wendorff weiter. Auch Projektleiter Richard Härtel betonte: „Wir bringen diese Anlagen nun flächendeckend in die Landschaft – bisher handelte es sich meist um kleinere Pilotprojekte.“ Der Trend zur Agri-Photovoltaik nehme derzeit besonders im Süden Deutschlands deutlich Fahrt auf.
(Quell: RBB vom 19.09.2025)
Feldenergy erhält über 10 Millionen Euro für Ausbau von Agri-PV-Lösungen
Die Feldenergy GmbH, ein junges Unternehmen mit Fokus auf Agrar-Photovoltaik (Agri-PV), hat erfolgreich eine Seed-Finanzierungsrunde über mehr als 10 Millionen Euro abgeschlossen. Beteiligt sind neben dem führenden Investor HV Capital auch Future Energy Ventures, AENU und Angel Invest. Mit den Mitteln will das Start-up sein Team vergrößern und die Weiterentwicklung sowie den Roll-out seiner Lösungen beschleunigen.
Monitoringbericht zur Energiewende: Ergebnisse, Maßnahmenvorschläge und Kritik
Das Bundeswirtschaftsministerium hat den aktuellen Monitoringbericht zur Energiewende vorgestellt. Die Analyse zeigt: Während die Photovoltaik bis 2030 ihr Ziel von 215 GW erreichen könnte, droht die Windenergie ihre Ausbauziele deutlich zu verfehlen. Der Strombedarf wird auf 600–700 TWh geschätzt, könnte aber durch E-Mobilität und Industrie deutlich höher ausfallen, der Handlungsdruck bleibt damit hoch. Bundesministerin Katherina Reiche präsentierte zehn Maßnahmen für eine marktorientierte, kosteneffiziente Weiterentwicklung der Energiewende. Umweltverbände und Oppositionsparteien kritisieren jedoch, die Vorschläge könnten den Ausbau der Erneuerbaren bremsen und neue fossile Abhängigkeiten schaffen. Der Bericht macht damit deutlich: Die Energiewende steht an einem entscheidenden Scheideweg.
Vattenfall eröffnet mit 76 MWp Deutschlands größten Agri-PV-Park in Tützpatz
Am 10. September wurde in Tützpatz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ein Meilenstein der Energiewende gesetzt: Mit einer Nennleistung von 76 Megawatt (MWp) ging dort der aktuell größte deutsche Agri-PV-Park offiziell in Betrieb. Das Projekt zeigt, wie die Kombination von Stromerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung neue Perspektiven für den ländlichen Raum eröffnet und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet.
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