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Verbände fordern Nachbesserungen bei Netzentgeltreform AgNes
Die Bundesnetzagentur hat ihren neuen Entwurf zur Reform der Allgemeinen Netzentgeltsystematik (AgNes) vorgelegt. Mehrere Branchenverbände begrüßen die Weiterentwicklung grundsätzlich, sehen jedoch weiterhin Nachbesserungsbedarf – insbesondere bei der Belastung von Prosumern, Speichern und Erneuerbare-Energien-Anlagen.
Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) bewertet positiv, dass die Bundesnetzagentur regulatorische Fragen zu Netzentgelten, Speichern und Netzanschlüssen zunehmend gemeinsam betrachtet. Für Stromspeicher soll weiterhin ein moderates Kapazitätsentgelt gelten, während dynamische Netzentgelte langfristig vorgesehen sind. Kritik äußert der Verband jedoch am fehlenden Vertrauensschutz für bestehende Speicherprojekte und am geplanten Prosumer-Aufschlag. Zudem sei das Zusammenspiel mit flexiblen Netzanschlussvereinbarungen und Baukostenzuschüssen noch nicht ausreichend geklärt.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßt, dass Netzentgelte künftig anhand der vereinbarten Einspeisekapazität und nicht der installierten Leistung berechnet werden sollen. Dies könnte die Überbauung und gemeinsame Nutzung von Netzverknüpfungspunkten attraktiver machen.
Kritisch sieht der BEE dagegen die geplanten Einspeiseentgelte für Erzeugungsanlagen oberhalb von 30 Kilowatt. Vorgesehen ist ein kapazitätsbezogenes Entgelt, für das bislang ein Korridor von vier bis sieben Euro pro Kilowatt genannt wurde. Dadurch würden Erzeuger unabhängig von ihrer tatsächlichen Netzwirkung an den Kosten beteiligt. Die zusätzlichen Fixkosten könnten die Wirtschaftlichkeit neuer Wind- und Photovoltaikprojekte belasten.
Auch die verzögerte Einführung dynamischer Netzentgelte wird kritisiert. Für Speicher sollen diese frühestens 2030, für Einspeiser erst ab 2032 gelten.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) warnt zudem vor der technischen Komplexität vollständig dynamischer Netzentgelte. Vor der Einführung sollten Praktikabilität und Auswirkungen genauer untersucht werden. Gleichzeitig benötige die Branche ausreichend Vorlauf für notwendige Anpassungen bei IT-Systemen, Abrechnung und Marktkommunikation.
Bis zum 18. September 2026 können die Verbände Stellung zum Entwurf nehmen.
(Quelle: 07.08.2026 BEE)
IRENA: Elektrifizierung wird zum Schlüssel der globalen Energiewende
Ein neuer Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zeigt, dass die globale Energiewende in eine neue Phase eintritt. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, steigender Stromnachfrage und des schrittweisen Ausstiegs aus fossilen Energieträgern rücken die praktische Umsetzung und der Ausbau der Energieinfrastruktur zunehmend in den Mittelpunkt. (mehr …)
Unigrid bringt Natrium-Ionen-Heimspeicher auf den europäischen Markt
Das US-Unternehmen Unigrid hat mit Na+Casa seine erste Natrium-Ionen-Batterie für private Energiespeicher vorgestellt. Nach Unternehmensangaben wurden die ersten Systeme bereits in europäischen Haushalten installiert. Die Speicher sollen eine langlebige und besonders sichere Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien bieten. (mehr …)
Kostensenkung und mehr Unabhängigkeit: Kupfer ersetzt Silber in der Photovoltaik
Forschende des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme haben einen bedeutenden Fortschritt bei der Herstellung von Solarzellen erzielt: Durch den Einsatz galvanisierter Kupfer-Kontakte konnte der Silberbedarf von sogenannten TOPCon-Solarzellen um rund 90 % reduziert werden. Statt bislang etwa 10 bis 12 Milligramm Silber pro Watt Spitzenleistung benötigen die Zellen nun nur noch rund 1,1 Milligramm, ein entscheidender Schritt zur Senkung von Kosten und Materialabhängigkeiten.
Studie ergibt 2,3 Terrawatt PV-Potenzial für europäische Dächer
Nach einer Studie des European Comission Joint Research Centre (JRC) schätzt die Europäische Union das Potenzial der über Geodaten lokalisierten 271 Millionen Gebäude in Europa für die Erzeugung solaren Stroms über Dach-PV auf 2,3 Terrawattstunden. Es wird dabei von einer durchschnittlichen Effizienz der Module von 22% ausgegangen und einem Output von 2,750 Terrawattstunden pro Jahr, entsprechend eines Deckungsgrades von 40% des Strombedarfs der europäischen Länder in einem Szenario einer vollständigen Energienutzung über Erneuerbare Energien bis 2050. (mehr …)
E-Auto-Förderprogramm für Privatpersonen nun mit klaren Vorgaben
Das E-Auto-Förderprogramm der Bundesregierung bietet jetzt klare Kriterien für eine Unterstützung beim Kauf eines Elektroautos für Privatpersonen. Seit dem 1. Januar diesen Jahres kann abhängig von Einkommen, Fahrzeugtyp und Familiengrösse der Kauf oder Leasing eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids finanziell gefördert werden. Gebrauchte Fahrzeuge können durch das Förderinstrument nicht gefördert werden.
Insgesamt stehen Mittel in Höhe von 3 Milliarden Euro zur Verfügung und es können bis zu 800.000 Elektroautos in dem Zeitraum 2026 bis 2029 gefördert werden. Eine rückwirkende Antragsstellung kann über ein Online-Portal laut aktuellen Angaben ab Mai 2026 erfolgen.
Klimaschutz geht in die richtige Richtung, aber zu langsam – Studie präsentiert neue Daten
Die nach eigenen Angaben unabhängige Organisation Agora Energiewende präsentiert neue Zahlen zum Klimaschutz in Deutschland.
640 Millionen Tonnen CO2 wurden im zurückliegenden Jahr 2025 emittiert. Dies entspricht einer Verbesserung um 1,5%, beziehungsweise neun Millionen Tonnen CO2 verglichen mit 2024. Seit 1990 halbierten sich die Emissionen ingesamt, wie ein Graph der Agora Energiewende zeigt.
Südkorea bereitet gesetzliche Grundlage für großflächige Agri-PV-Nutzung vor
Die südkoreanische Regierung plant bis 2026 ein Gesetz zur Förderung der Agri-Photovoltaik, um den Einsatz von Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen deutlich auszuweiten. Das Landwirtschaftsministerium will damit erstmals eine rechtliche Grundlage für den Ausbau schaffen.
Landwirtschaftsministerin Song Mi-ryung diskutierte im Oktober 2025 mit Landwirten und Solarunternehmen über die geplante Regelung. Der Entwurf soll noch in diesem Jahr vorliegen und in der ersten Hälfte des kommenden Jahres verabschiedet werden. Ziel ist es, Überentwicklung zu verhindern, die Ernährungssicherheit zu sichern und Gewinne stärker an Landwirte und Gemeinden zurückzugeben.
Das Ministerium setzt dabei auf räumliche Entwicklungspläne zur Festlegung geeigneter Standorte. Bereits 2024 hatte Südkorea erste Maßnahmen ergriffen, etwa die Verlängerung von Nutzungsrechten für ungenutzte Ackerflächen von acht auf 23 Jahre.
Aktuelle Studien zeigen, dass Solarenergie bis 2030–2035 zur kostengünstigsten Energiequelle des Landes wird, ein wichtiger Treiber für die großflächige Einführung von Agri-PV und ein bedeutender Schritt zur nachhaltigen Energie- und Landwirtschaftstransformation.
(Quelle: PV-Mag 27.10.2025)
Neue Fördermöglichkeiten für Privatpersonen und Unternehmen durch das BMWE
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) bietet neue Fördermöglichkeiten zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz – sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Besonders im Unternehmensbereich bestehen erhebliche Potenziale: von der Einführung hocheffizienter Technologien und Anlagen über die Optimierung betrieblicher Prozesse und Organisationsstrukturen bis hin zum Aufbau systematischer Energieaudits sowie von Energie- und Umweltmanagementsystemen. (mehr …)
Rechenzentren treiben den Energieverbrauch – KI verstärkt den Trend
Der weltweite Energiebedarf von Rechenzentren könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln – darauf weist die Internationale Energieagentur (IEA) hin. Hauptursache: Rechenintensive Anwendungen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Kryptowährungen. Große Sprachmodelle wie ChatGPT benötigen zum Training inzwischen so viel Strom wie ganze Großstädte. Der Stromverbrauch entsteht durch riesige Datenmengen, die mit Hochleistungs-Grafikprozessoren verarbeitet werden.
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