Nationale Nachrichten
Der Norden will seine Chancen für den Wasserstoffhochlauf nutzen
Wie steht es um den Wasserstoffhochlauf in Deutschland? Was treibt die Wasserstoffwirtschaft voran und wie kann der Norden seine Standortvorteile nutzen? Darüber diskutierten Fachleute aus Industrie, Wissenschaft und Politik bei der Wasserstoff Regionalkonferenz Nord in Hamburg. Debatten über aktuelle Hindernisse trafen auf innovative Lösungsideen.
Grüner Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg in eine klimaneutrale Energieversorgung. Er kann in verschiedenen Sektoren – von Industrie, über Verkehr bis hin zur Wärmeversorgung – eingesetzt werden und Strom aus erneuerbarer Energie in gas- und flüssiger Form speicherbar machen. Vor allem Norddeutschland hat die Möglichkeit, seine einzigartigen Standortvorteile für den Wasserstoffhochlauf zu nutzen: Hohe Erzeugungskapazitäten bei Windstrom, unterirdische Speichermöglichkeiten, Seehäfen als Logistik- und Wirtschaftszentren, Industriezweige mit langer Erfahrung und wissenschaftliche Expertise.
IT-Komponenten in kritischer Infrastruktur werden meldungspflichtig
Eine neue Festlegung der Bundesnetzagentur setzt neue Sicherheitsstandards für Energieversorgungsnetze und Energieanlagen. Die Steuerungsfunktionen kritischer Infrastrukturen, auch als kritische Funktionen bezeichnet, werden durch die Bestimmungen der Bundesnetzagentur und mit Schulterschluss des Bundesministeriums des Innern vor dem willkürlichen Einbau von IT-Komponenten gesichert. Das Bundesinnenministerium hat damit die Möglichkeit, nicht vertrauenswürdige IT-Komponenten und deren Herstellern den Einbau zu verbieten.
Balkonkraftwerke nun auch bei IKEA zu kaufen
Unter dem Namen „EcoFlow Stream“ bringt Ikea gemeinsam mit dem schwedischen Solarspezialisten Svea Solar eine neue Produktreihe für Balkonkraftwerke auf den Markt. Das Einstiegsset – bestehend aus zwei Solarmodulen und einem Wechselrichter – ist bereits ab 449 Euro erhältlich. Laut Ikea handelt es sich dabei um das derzeit günstigste Angebot seiner Art in Deutschland.
Die Systeme lassen sich modular erweitern – etwa durch zusätzliche Solarpanels oder Batteriespeicher – und somit flexibel an den eigenen Energiebedarf anpassen. Das Basismodell erreicht eine Ausgangsleistung von 800 Watt und kann bequem per App gesteuert werden. Die Installation ist im Do-it-yourself-Verfahren vorgesehen und soll auch ohne Fachkenntnisse schnell durchführbar sein. In den meisten Fällen ist keine Genehmigung erforderlich.
Die Solarmodule können vielseitig montiert werden: auf dem Balkon, an der Hauswand, auf Garagen- oder Carportdächern sowie im Garten. Optional lässt sich ein Speicher anschließen, der auch mobil genutzt werden kann. In Kombination mit Zubehör wie Powerstations oder smarten Steckdosen können damit sogar größere Haushaltsgeräte – etwa Waschmaschinen oder Geschirrspüler – zeitweise unabhängig vom Stromnetz betrieben werden.
Das günstigste Komplettset mit Speicher (STREAM Komplettset M) ist für 1.229 Euro erhältlich. Es enthält zwei Solarmodule mit je 450 Watt sowie den Speicher „Stream Pro“ inklusive integriertem Wechselrichter. Für höheren Energiebedarf gibt es größere Sets mit vier Solarmodulen, die jeweils bis zu 520 Watt liefern.
(Quelle: Chip.de vom 25.06.25)
Projekte der Bürgerenergie erhalten bis zu 100.000 Euro Förderung durch Bund
Bürgerenergiegemeinschaften haben jetzt die Chance sich durch einen Förderaufruf um eine Projektfinanzierung von bis zu 100.000 Euro zu bewerben. Wie das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IöW) berichtet, können Mittel des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Kontext des Vorhabens „CommunitE-Innovation-Bundesweite Bürgerenergie-Community für gemeinschaftsgetragene Energieversorgung in regionalen Innovations-Ökosystemen“ bezogen werden.
Mit dem Ziel, technisch-soziale Innovationen innerhalb der Bürgerenergie zu entwickeln, sollen Organisationsmodelle und die Praxistauglichkeit von Dienstleistungen sowie eine Professionalisierung der Bürgerenergie-Gemeinschaft gefördert werden.
Union ohne Unterstützung: Braunkohlekraftwerke mit Carbon Capture and Storage (CCS)
Braunkohlekraftwerke mit der umstrittenen Technologie Carbon Capture and Storage zu kombinieren und legitimieren wird vor allem von dem stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzenden Sepp Müller vorgeschlagen. Unterstützung durch die anderen Koalitionspartner erhält er jedoch nicht. Stimmen aus der SPD und Energiebranche stellen sich dagegen.
(Quelle: Tagesspiegel, 02.06.2025)
Frist zur Umsetzung der Enerneuerbare-Energien-Richtlinie der EU ist verstrichen
Erleichterungen für Planungs- und Genehmigungsverfahren für Windparks und Solaranlagen sollten durch die Umsetzung der „Renewable Energy Directive III“ (kurz: RED III) als Ablösung der EU-Notfall-Verordnung in nationales Recht umgesetzt werden. Die Frist zur Umsetzung wichtiger Vorgaben wurde jedoch am vergangenen Mittwoch verpasst.
AgriPV mit Großbatterien kann lokale Energieversorgung sichern
Stromausfälle in Spanien und Portugal stellten die Energieversorgung beider Länder vor eine große Herausforderung. Vermutete Ursachen waren technische Fehler und Netzüberlastungen. In Deutschland sorgen Sicherheitsstandards für ein stabileres Energieversorgungssystem. Teilweise Ausfälle sind jedoch durch Cyberangriffe nicht auszuschließen.
EU-Kommission stellt Rückforderungsklausel für Solarpaket I
Trotz drängeder Frist bis zum Ende des Jahres 2026 um das Eneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu novellieren, müssen zunächst von der EU-Kommission vorgegebene Rückzahlungsverpflichtungen nicht nur durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zu einer adäquaten Anpassung der EEG-Novelle vorgelegt, sondern auch vom Bundestag abgesegnet werden. Die 2024 beschlossene EEG-Novelle müsste vom Parlament neu verhandelt werden.
Wasserstoff-Potenzial-Atlas entwickelt
Das Fraunhofer ISE hat in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern einen Wasserstoff-Potenzial-Atlas entwickelt.
Der Wasserstoff-Potenzial-Atlas bietet eine räumlich differenzierte Darstellung geeigneter Standorte für die Wasserstoffproduktion. Dabei werden verschiedene Szenarien und Geschäftsmodelle berücksichtigt. Die Projektpartner analysierten insbesondere das Potenzial für Wasserstoffanwendungen in der Industrie sowie im Verkehrssektor – mit Fokus auf Bus- und Zugverbindungen. Zudem flossen die regionale Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie die Verwertungsmöglichkeiten der bei der Elektrolyse entstehenden Nebenprodukte, Sauerstoff und Wärme, in die Bewertung ein. So kann beispielsweise der Sauerstoff in Kläranlagen genutzt werden, während die entstehende Abwärme in lokale Wärmenetze eingespeist oder für industrielle Prozesse verwendet werden kann.
Hier kann der der Wasserstoff-Potenzial-Atlas eingesehen werden: https://www.h2-powerd.de/
Quelle: H2-powerd, vom 16.05.2025)
BMWK veröffentlicht Weißbuch Wasserstoffspeicher
Das BMWK hat das Weißbuch Wasserstoffspeicher veröffentlicht. Es konkretisiert die im Rahmen der Konsultation des Grünbuchs Wasserstoffspeicher aufgeworfenen Themenfelder Speicherbedarfe und potenziale. Das Weißbuch geht auf die Forderungen der Branche nach einer Beschleunigung von Planungs und Genehmigungsverfahren und einem langfristig planbaren Marktdesign ein. Außerdem setzt es sich mit der Fördernotwendigkeit zur Überwindung der mit der Unsicherheit verbundenen Investitionsrisiken im Markthochlauf auseinander.
Das Weißbuch sowie die Rückmeldungen der Branche hierzu können so die Grundlage für die Arbeit der Bundesregierung in der 21. Legislaturperiode in diesem Bereich bilden.
Den Link zum Weißbuch Wasserstoffspeicher finden Sie hier.
(Quelle: BMWK veröffentlicht Weißbuch Wasserstoffspeicher, vom 17.04.25)
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