Nationale Nachrichten
Agri-Photovoltaik-Anlage mit 76 Megawatt in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb genommen
Vattenfall hat Anfang September in Tützpatz in Mecklenburg-Vorpommern eine Agri-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 76 MW in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 93 Hektar befinden sich 146.000 bifaziale 550 Watt-Solarmodule des Herstellers GCL und versorgen über 240 Sungrow SG250 HX String-Wechselrichter das Stromnetz. Der Netzanschluss wird von der Firma Edis bereitgestellt. Hinzu kommt ein Grossbaterrienspeicher mit einer Gesamtleistung von 50,4 Megawatt und 109 Megawattstunden, die noch geplant sind.
Eine Besonderheit: die Realisierung der Anlage kommt ohne EEG-Förderung aus. (mehr …)
Monitoringbericht zur Energiewende: Ergebnisse, Maßnahmenvorschläge und Kritik
Das Bundeswirtschaftsministerium hat den aktuellen Monitoringbericht zur Energiewende vorgestellt. Die Analyse zeigt: Während die Photovoltaik bis 2030 ihr Ziel von 215 GW erreichen könnte, droht die Windenergie ihre Ausbauziele deutlich zu verfehlen. Der Strombedarf wird auf 600–700 TWh geschätzt, könnte aber durch E-Mobilität und Industrie deutlich höher ausfallen, der Handlungsdruck bleibt damit hoch. Bundesministerin Katherina Reiche präsentierte zehn Maßnahmen für eine marktorientierte, kosteneffiziente Weiterentwicklung der Energiewende. Umweltverbände und Oppositionsparteien kritisieren jedoch, die Vorschläge könnten den Ausbau der Erneuerbaren bremsen und neue fossile Abhängigkeiten schaffen. Der Bericht macht damit deutlich: Die Energiewende steht an einem entscheidenden Scheideweg.
Vattenfall eröffnet mit 76 MWp Deutschlands größten Agri-PV-Park in Tützpatz
Am 10. September wurde in Tützpatz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ein Meilenstein der Energiewende gesetzt: Mit einer Nennleistung von 76 Megawatt (MWp) ging dort der aktuell größte deutsche Agri-PV-Park offiziell in Betrieb. Das Projekt zeigt, wie die Kombination von Stromerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung neue Perspektiven für den ländlichen Raum eröffnet und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet.
Standortfördergesetz: Neue Chancen für Photovoltaik und erneuerbare Energie
Mit dem neuen Standortfördergesetz (StoFöG) will die Bundesregierung private Investitionen in erneuerbare Energien erleichtern. Besonders Immobilienfonds, Genossenschaften und Start-ups profitieren von mehr Rechtssicherheit beim Betrieb von Photovoltaik-Anlagen und Ladeinfrastruktur. Durch die Anpassung von Steuer- und Kapitalanlagegesetzen soll zusätzliches Kapital für die Energiewende mobilisiert werden, ein wichtiger Schritt, um den Ausbau von Solarenergie zu beschleunigen
Grünes Licht für Planung des Pumpspeicher-Projektes im Thüringer Schiefergebirge
In der durchgeführten Machbarkeitsstudie wurden zentrale Eckdaten der geplanten Anlage analysiert. Dazu zählen unter anderem eine potenzielle Nennleistung von bis zu 500 Megawatt (MW) sowie die erforderlichen Dimensionen von Ober- und Unterbecken, um eine ausreichende Wasserversorgung für den Betrieb sicherzustellen. Die Studie dient jedoch in erster Linie als Grundlage für die weiteren Projektschritte. Nun beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Start der Planungsphase.
Wie geht es weiter?
Die Erstellung der notwendigen Planungsunterlagen bildet die Basis für das anschließende Genehmigungsverfahren. Aufgrund der Komplexität des Projekts rechnet Vattenfall aktuell damit, das Planfeststellungsverfahren gegen Ende dieses Jahrzehnts abschließen zu können.
Erst nach erfolgreichem Abschluss des Genehmigungsverfahrens wird eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen. Diese hängt maßgeblich von den geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen ab – insbesondere davon, ob ein langfristig wirtschaftlicher Betrieb der Anlage über mehrere Jahrzehnte hinweg sichergestellt werden kann.Vattenfall ist mit seiner Pumpspeicher-Flotte von 2.700 MW die größte Betreiber:in von Speicherkraftwerken auf Basis von Wasserkraft in Deutschland. Außerdem habe das Unternehmen das Potenzial, diese Position weiter zu festigen und auszubauen. So hatte Vattenfall Ende 2022 vom österreichischen Baukonzern STRABAG die Projektgesellschaft „WSK Puls GmbH“ gekauft, die bis dahin das Vorhaben „Wasserspeicher-Kraftwerk Leutenberg/Probstzella“ unweit von Saalfeld im Thüringischen Schiefergebirge vorangetrieben hat
(Quelle: SolarServer vom 20.08.25)
Floating PV: Nachhaltige Energieerzeugung auf dem Wasser – Neuer Leitfaden des Fraunhofer ISE
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat einen umfassenden Leitfaden zur schwimmenden Photovoltaik (Floating PV) veröffentlicht, um die Markteinführung dieser Technologie zu unterstützen. Dieser bietet praxisnahe Empfehlungen sowie Informationen über das Potenzial schwimmender Photovoltaikanlagen, den aktuellen Technologiestand und den rechtlichen Rahmen. Zudem enthält der Leitfaden Hinweise zur Planung und zum Betrieb von FPV-Anlagen und analysiert deren Nachhaltigkeitspotenzial. Der Leitfaden stützt sich auf Erkenntnisse aus den Projekten »PV2Float« und »FPV4Resilience«, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie das Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg (LZN).
Der Leitfaden gibt einen Überblick über die Technologie und deren Potenziale und beschreibt die technischen Komponenten von Floating PV-Anlagen, einschließlich Unterkonstruktionen, PV-Modulen und Wechselrichtern. Darüber hinaus werden neue Ansätze zur Optimierung der Energieerzeugung und zur Minimierung ökologischer Auswirkungen vorgestellt.
»Neben den technologischen Entwicklungen vermittelt der Leitfaden aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen und beantwortet auch Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Floating PV-Projekten«, so Karolina Baltins, Gruppenleiterin für PV-Kraftwerke am Fraunhofer ISE. Der Leitfaden richtet sich an Kommunen, Unternehmen, Stadtwerke, Energieversorger sowie die interessierte Öffentlichkeit.
Potenzial der Technologie
Floating PV-Anlagen, die auf künstlichen Gewässern wie Bagger- und Stauseen installiert werden, haben in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Die installierte Gesamtleistung stieg von 10 Megawatt im Jahr 2014 auf über 7,7 Gigawatt im Jahr 2023. Die Technologie bietet nicht nur eine effiziente Nutzung von Wasserflächen, sondern trägt auch zur Reduzierung des Flächenbedarfs an Land bei, was besonders in dicht besiedelten Regionen von Vorteil ist.
In Deutschland gibt es zahlreiche künstliche Gewässer, die sich technisch für die Nutzung schwimmender PV-Anlagen eignen. Besonders vielversprechend erscheinen zum einen industriell genutzte Gewässer, wie Kies- und Baggerseen, da hier der solare Strom direkt zur Dekarbonisierung der Industrie beiträgt. Betrachtet man insbesondere die Umweltverträglichkeit, hat zum anderen die Nachnutzung vormals industriell genutzter Flächen wie stillgelegte, geflutete Tagebauseen ein hohes Potenzial. Schätzungen zufolge könnte die installierbare Leistung bei einer Flächenabdeckung von 15 Prozent zwischen 13,7 und 19,1 Gigawatt liegen.
Nachhaltigkeit der Floating PV-Technologie
Ein zentraler Teil des Leitfadens ist die Analyse des Nachhaltigkeitspotenzials der Floating PV-Technologie. Durch die Installation solcher Anlagen auf Wasserflächen können Landressourcen geschont und gleichzeitig die Energieproduktion gesteigert werden. Um die Nachhaltigkeit der neuen Technologie ganzheitlich zu bewerten, umfasst die Analyse ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen.
Quelle Fraunhofer ISE vom 15. Juli 205)
iKratos entwickelt Plattform für den Handel mit gebrauchten Speichern aus Repowering-Anlagen
Die iKratos Energietechnik GmbH aus Weißenohe bei Nürnberg hat eine neue Plattform ins Leben gerufen, die den An- und Verkauf gebrauchter Batteriespeicher aus sogenannten Repowering-Projekten ermöglicht. Beim Repowering werden bestehende Photovoltaikanlagen modernisiert oder ersetzt, um deren Effizienz zu steigern – häufig werden dabei auch die vorhandenen Stromspeicher ausgetauscht, obwohl diese oftmals noch voll funktionsfähig sind.
Anstatt diese gebrauchten Speicher zu entsorgen, bietet iKratos ihnen nun über die Plattform eine zweite Nutzungsmöglichkeit. Die Lösung richtet sich sowohl an Unternehmen als auch an Privatpersonen. Interessierte Käufer können gezielt Anfragen stellen, während iKratos als Vermittler zwischen Anbietern und potenziellen Käufern auftritt.
Zum Start der Plattform gibt es aktuell keine Angaben.
Quelle: photon.info vom 15.08.25
Arbeitskräfte werden knapp
Deutschland steht vor der Herausforderung, genügend Fachkräfte zu finden, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden bis zum Jahr 2030 rund 160.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt, um den Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft voranzutreiben. Für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Bewältigung seiner Folgen sind weitere 40.000 Fachkräfte erforderlich.
Die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig. Besonders lange dauert die Besetzung offener Stellen derzeit in der Energie- und Elektrotechnik mit durchschnittlich 112 bzw. 114 Tagen. Auch in Bereichen wie Hochbau (100 Tage) und der Herstellung von Natursteinen, Mineralien und Baustoffen (104 Tage) zeigt sich der Arbeitsmarkt bereits stark belastet.
Laut IAB-Forscher Christian Schneemann sei es entscheidend, vorhandene Arbeitskräfte gezielt zu rekrutieren und durch Aus- und Weiterbildung so zu qualifizieren, dass Fachkräftepotenziale aus rückläufigen Branchen effektiv genutzt werden können. Darüber hinaus müsse technische Berufsausbildung bereits bei der Berufswahl stärker gefördert, die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse vereinfacht sowie die Erwerbsbeteiligung von älteren Menschen und Frauen verbessert werden.
(Quelle: Tagesspiegel vom 19.08.25)
Studie zeigt, dass PV-Freiflächenanlagen artenreiches Grünland hervorbringen können
Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) hat eine Studie veröffentlicht, die aufzeigt, wie Photovoltaik genutzt werden kann, um Biodiversität zu fördern.
Grünland ist ein essentieller Lebensraum für etwa 40% der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzenarten (822 Arten) und 2.000 Pflanzenarten insgesamt in Deutschland. Grünland unter Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu kultivieren, bietet daher Synergiepotentiale für Grünlandökosysteme. Resilienz als ein zunehmend wichtiges Kriterium zur Gestaltung eines Bewirtschaftungskonzeptes wird mehr berücksichtigt, da abiotische Stressoren wie klimabedingte Dürren durch die höhere Artenvielfalt besser ausgeglichen werden können.
Doch Artenreichtum und der Einsatz chemischer Pestizide, Düngemittel u.Ä. schließt sich aus. Solarparks verzichten auf die Verwendung dieser externen Inputs und fördern damit auch durch aktive Unterlassung schädlicher landwirtschaftlicher Praktiken die Biodiversität des Grünlandes.
Damit verbunden sind auch Anforderungen an den Solarpark. Die Modultische sollten schmal sein, die Abstände zwischen den Modulpanelen, den Modulreihen und Unterkanten der Module zum Boden müssen ausreichend dimensioniert sein. Hinzu kommt die Erfordernis, dass Freiflächen eingeplant werden.
Die Anlage und Pflege eines artenreichen Grünlandes unter einem Solarpark unter Einhaltung der notwendigen Kriterien wird in dem Leitfaden der KNE erklärt. Der Leitfaden beinhaltet Fragen an das Nutzungskonzept. Diese Fragen beziehen sich auf Vorbereitung der Anlagenfläche, der Einsatz von Maschinen zur Pflege der Grünlandfläche und den Erhalt des Artenbestands.
(Quelle: Solarserver, vom 13.08.2025)
Reallabor H2-Wyhlen: Richtfest für fünf Megawatt Elektrolyseur
Die Energieunternehmen naturenergie und EnBW wollen die Produktion von grünem Wasserstoff an dem Standort in Grenzach-Wyhlen mit der neuen Anlage um fünf Megawatt erweitern. „Um unsere Energieerzeugung klimafreundlicher zu gestalten, setzen wir mittelfristig auf Wasserstoff, der CO₂-arm produziert wird. Mit Pilot- und Demonstrationsprojekten wollen wir praktische Erfahrungen sammeln und so das nötige Wissen für neue Technologien und die Infrastruktur der Zukunft aufbauen“, sagt Prof. Dr. Wolfram Münch, Leiter Forschung & Entwicklung bei EnBW, in einer Pressemitteilung.
