Aktuelle Informationen
Arbeitsentwurf zum EEG 2027: Deutliche Änderungen für kleine Photovoltaikanlagen geplant
Ein aktueller Arbeitsentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) vom 22. Januar 2026 gibt einen ersten Einblick in mögliche zukünftige Rahmenbedingungen für den Photovoltaik-Ausbau. Das rund 440 Seiten umfassende Dokument sieht insbesondere für kleinere PV-Anlagen, wie sie typischerweise auf Wohngebäuden installiert werden, erhebliche und potenziell weitreichende Änderungen vor.
Veröffentlichung Wasserstoffleitfäden des h2-well Markthubs
Im Rahmen des Projekts h2-well Markthub wurden umfassende Wasserstoff-Leitfäden entwickelt. Diese stehen auf der Webseite des SolarInput e.V. sowie über die H2-Thek zum Download bereit.
Die Leitfäden entstanden im Projektzeitraum von März 2023 bis Dezember 2025 in enger Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern – der Bauhaus-Universität Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Ziel der Ausarbeitung ist die verständliche Aufbereitung und Vermittlung zentraler Ergebnisse sowie konkreter Empfehlungen für Thüringen und darüber hinaus.
Inhaltlich befassen sich die Leitfäden mit folgenden Sektoren: Grüner Kalk, Abwasserreinigung, Wärmeversorgung, Stahlindustrie sowie Schwerlastverkehr und Logistik.
Masterarbeit: Ökobilanzierung von Agri-Photovoltaik in Kombination mit Energiespeichersystemen
Im Rahmen des Abschlusses seines Masterstudiums im Studiengang Erneuerbare Energien Management hat unser Mitarbeiter Leon Bruno Hoffmann im Februar 2026 seine Masterarbeit erfolgreich fertiggestellt. Der Titel der Arbeit lautet: Ökobilanzierung von Agri-Photovoltaik in Kombination mit Energiespeichersystemen – Eine modellhafte Analyse des Umweltfußabdrucks von Agri-Photovoltaik- und Freiflächenanlagen mit Energiespeicherung und Wasserstoffnutzung in Thüringen.
Battery Business & Development Forum (BBDF) in Frankfurt am Main
Bereits zum zweiten Mal findet in diesem Jahr vom 31. März bis 1. April 2026 das Battery Business & Development Forum (BBDF) in Frankfurt am Main statt. Die englischsprachige Fachveranstaltung organisiert von Conexio-PSE, pv magazine und SolarPower Europe hat sich binnen eines Jahres zum wichtigen Treffpunkt für führende Köpfe der europäischen Batteriespeicherbranche entwickelt. Nach der erfolgreichen Premiere 2025 zählt BBDF zu einem der wichtigsten Termine für Projektentwickler, Investoren, Projektträger, Banken und viele weitere Akteure. Nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten zum Networking während der Konferenz.
Über 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in Frankfurt, um über die zentralen Herausforderungen der Branche zu diskutieren. Aufgrund des positiven Echos 2025 weiten die Veranstalter das Event 2026 auf zwei Konferenztage aus und erwarten erneut über 450 Teilnehmende.
Unter dem Motto „Investing in Power: Accelerating Europe’s Battery Storage Momentum“ sprechen 70 Referentinnen und Referenten über die Dynamik des Batteriespeichermarkts in Europa. Wie die Branche mit diesen Herausforderungen umgeht und welche Chancen bestehen, stehen im Fokus. Bei der Debatte soll unter anderem ein Blick auf die führenden und für Investoren attraktivsten Märkte in Europa wie jene in Großbritannien, Italien oder Bulgarien geworfen werden. Auf dem Programm: Die Zukunft hybrider Power Purchase Agreements (PPAs) sowie Fragen nach sicheren und transparenten Lieferketten.
Hinweis: Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt
Weiterführende Informationen finden Sie hier oder unter https://www.battery-business-forum.com/
H2med: Kommerzielle Inbetriebnahme der Pipelines im Jahr 2032
Im Rahmen von H2med sind zwei Pipelines geplant, die die Wasserstoffinfrastruktur in Europa ausbauen sollen. Die Leitung CelZa (Celorico–Zamora) soll Portugal und Spanien verbinden, BarMar (Barcelona–Marseille) soll zwischen Spanien, Frankreich und Deutschland verlaufen. Im Jahr 2025 hat die Initiative diverse Förderungen erhalten. Für das Jahr 2026 sind die Unterzeichnung unverbindlicher Absichtserklärungen sowie eine kommerzielle Entwicklungsvereinbarung vorgesehen.
Die Initiative H2med hat den Ausbau eines europaweiten Wasserstoffkorridorszum Ziel. Der Korridor wird von fünf Unternehmen aus vier europäischen Ländern entwickelt, darunter der deutsche Energieversorger Open Grid Europe GmbH, der spanische Netzbetreiber Enagás SA, die französischen Gastransporteure Natran SA und Teréga SA sowie der portugiesische Fernleitungsnetzbetreiber Redes energéticas nacionais S.A.
Mittlerweile zählt die Initiative 49 Mitglieder aus der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.
Abnehmer in Deutschland und Frankreich
Der Wasserstoffkorridor hat eine Länge von etwa 6.000 Kilometern, von denen 35 Prozent aus umgenutzten Pipelines bestehen. Er soll die Produktionszentren in Portugal und Spanien mit den Abnehmern in Deutschland verbinden. Frankreich will sowohl Produzent als auch Abnehmer sein.
Portugal und Spanien sollen durch die Leitung CelZa verbunden werden, die vom portugiesischen Celorico da Baeira bis zum spanischen Zamora verläuft. Die zweite Pipeline ist BarMar, die das spanische Barcelona und das französische Marseille verbinden werde. Sie soll sich bis zum Übergangspunkt in Medelsheim erstrecken, wo das französische Netz an das deutsche Wasserstoff-Kernnetzangeschlossen werde.
Die Unternehmen sehen eine Kapazität von zwei Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr vor.
Teile des Korridors auf PCI-Liste
Gefördert wird H2med sowohl von den nationalen Regierungen als auch von der Europäischen Union. So wurden zum zweiten Mal Teile des Korridors in die PCI-Liste aufgenommen. PCI sollen zum Ausbau der Infrastruktur des europäischen Energienetzes beitragen und haben einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen für zwei oder Mitgliedstaaten.
Zudem wurden im Jahr 2025 CEF-E-Fördervereinbarungen unter anderem für BarMar und CelZa unterzeichnet (H2News berichtete). Insgesamt konnten mehr als ein Drittel der bereitgestellten Mittel für Projekte entlang des H2med-Korridors in Höhe von insgesamt 97,2 Millionen Euro vergeben werden.
Machbarkeitsstudien umgesetzt
Im Rahmen der Initiative wurden im November 2025 geophysikalische Prospektionskampagnen abgeschlossen. Dazu gehörten auch technische Analysen, die im Anschluss an geophysikalische Vermessungskampagnen durchgeführt wurden.
Insbesondere die Kampagnen aus den Jahren 2024 und 2025 haben laut Unternehmensangaben bestätigt, dass der geplante Korridor für die BarMar-Wasserstoffpipeline aus technischer Sicht realisierbar ist. Somit konnte das Datum der kommerziellen Inbetriebnahme von BarMar und CelZa auf das Jahr 2032 gelegt werden.
Marktanforderungen im Fokus
Um den Korridor entsprechend den Marktanforderungen zu bauen, wollen H2med und interessierte Unternehmen Anfang 2026 unverbindliche Absichtserklärungen unterzeichnen. Die Erklärungen sollen dabei helfen, die Bedürfnisse der Produzenten und Abnehmer besser einzuschätzen.
Im zweiten Quartal 2026 ist eine kommerzielle Entwicklungsvereinbarung vorgesehen, die den Weg für den kommerziellen Betrieb des Korridors ebnen soll. Zur Ausarbeitung der Vertragsbedingungen werde Ende 2026 eine Tarifschätzung veröffentlicht. Anfang 2027 ist die Allokierung der Kapazitäten und die Veröffentlichung des Term Sheets geplant.
Quelle: H2-News vom 25.02.2026
Erstes wasserstoffbetriebenes Luftheizsystem in Offenbach in Betrieb
Im Februar 2026 hat die Hyting GmbH ein 10-kW-Luftheizsystem in Betrieb genommen, das mit Wasserstoff betrieben wird. Der Kunde des Projekts ist die Flusys GmbH. Die Anlage basiere auf einem katalytischen Verfahren und sei mit einer Wärmepumpe zu einem hybriden Heizsystem kombiniert.
Das Technologieunternehmen Hyting hat Anfang Februar 2026 eine Anlage für den Industrieanlagenanbieter Flusys in Betrieb genommen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um das weltweit erste katalytische, wasserstoffbetriebene Luftheizsystem im Einsatz. Die Anlage befindet sich in der Produktionsstätte von Flusys in Offenbach.
Das 10-kW-Heizsystem beheize einen rund 1.000 Kubikmeter großen Produktionsbereich mithilfe von Wasserstoff. Der Wasserstoff werde von einem nahe gelegenen Lieferanten bezogen.
Hybrides Heizsystem mit Wärmepumpe
Die Technologie sei mit einer Wärmepumpe zu einem hybriden Heizsystem kombiniert. Während die Wärmepumpe die Grundlast abdecke, übernehme die Anlage die Spitzenlast bei erhöhter Wärmenachfrage oder niedrigen Außentemperaturen.
Nach Angaben des Unternehmens lässt sich die Anlage auch mit weiteren Wärmequellen kombinieren, etwa mit industrieller Abwärme. Das modulare Designermögliche zudem die Kombination mehrerer Einheiten zur Erhöhung der Nennleistung.
Katalytisches Verfahren als Grundlage
Die Technologie basiere auf einem flammenlosen, katalytischen Verfahren. Dabei reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft und setzt Wärme frei. Bei dieser Reaktion entstehen keine CO₂-, NOx- oder Feinstaubemissionen. Das einzige Nebenprodukt ist Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit.
Dauerlauftest und Zertifizierung
Hyting gibt an, dass ein 2.500-Stunden-Dauerlauftest der Technologie durch einen technischen Dienstleister abgeschlossen wurde. Bei dem Test, der zehn Jahre Realbetrieb simuliert habe, seien keine Ausfälle oder messbarer Verschleiß an Komponenten aufgetreten (H2News berichtete). Zudem verfüge die Anlage über eine Zertifizierung gemäß Gasgeräteverordnung und sei damit für den Feldtestbetrieb zugelassen.
Quelle: H2-News vom 24.02.2026
Elektrifizierung industrieller Prozesswärme: Kostenvorteile und politische Voraussetzungen
Eine aktuelle Analyse von Agora Industry und Agora Energiewende zeigt, dass die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme in Europa bereits heute wirtschaftlich sein kann, insbesondere bei Anwendungen im niedrigen und mittleren Temperaturbereich. Diese Prozesse machen rund die Hälfte des industriellen Wärmebedarfs aus und bieten damit ein erhebliches kurzfristiges Dekarbonisierungspotenzial. (mehr …)
Globales Stromnetz: Potenziale und Grenzen einer weltweiten Energievernetzung
Die Vision eines globalen Stromnetzes basiert auf der Idee, erneuerbare Energien weltweit miteinander zu verknüpfen und so eine jederzeit stabile und klimafreundliche Energieversorgung zu ermöglichen. Da Wind- und Solarenergie regional und zeitlich unterschiedlich verfügbar sind, könnten internationale Stromverbindungen diese Schwankungen ausgleichen. Während beispielsweise in einer Region Nacht oder Windflaute herrscht, könnte Strom aus sonnen- oder windreichen Gebieten anderer Kontinente bezogen werden. Ein solches System würde Dunkelflauten deutlich entschärfen, die Versorgungssicherheit erhöhen und die Nutzung erneuerbarer Energien insgesamt effizienter machen.
Globale Erwärmung muss unter 2°C bleiben, um Risiken von Kipppunkten zu begrenzen
Die globale Erwärmung muss unter 2°C begrenzt und anschließend so schnell wie möglich wieder unter 1,5°C gesenkt werden, um das Risiko zu verringern, dass Kipppunkte im Erdsystem ausgelöst werden. Langfristig müssten die globalen Temperaturen sogar auf etwa 1°C über dem vorindustriellen Niveau stabilisiert werden. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Universität Exeter, und dem Zentrum für internationale Klimaforschung (CICERO) in einer jetzt veröffentlichten Studie.
Agri-PV schützt Salat vor extremer Hitze
Wissenschaftler haben in einem ungewöhnlich heißen kanadischen Sommer unter 13 verschiedenen Arten von PV-Modulen Bio-Römersalat angebaut. Ihre Analyse ergab, dass die Salaterträge im Vergleich zu unbeschatteten Kontrollpflanzen um über 400 % gestiegen sind.
Eine Forschungsgruppe der kanadischen Western University hat die Leistungsfähigkeit von Bio-Römersalat, einer hitzeempfindlichen Kulturpflanze, unter einer Vielzahl von agrivoltaischen Bedingungen untersucht. Der Test wurde im Sommer 2025 in London, Ontario, durchgeführt, wo an 18 Tagen Temperaturen über 30 °C herrschten.
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