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Aktuelle Informationen

Standortfördergesetz: Neue Chancen für Photovoltaik und erneuerbare Energie

Mit dem neuen Standortfördergesetz (StoFöG) will die Bundesregierung private Investitionen in erneuerbare Energien erleichtern. Besonders Immobilienfonds, Genossenschaften und Start-ups profitieren von mehr Rechtssicherheit beim Betrieb von Photovoltaik-Anlagen und Ladeinfrastruktur. Durch die Anpassung von Steuer- und Kapitalanlagegesetzen soll zusätzliches Kapital für die Energiewende mobilisiert werden, ein wichtiger Schritt, um den Ausbau von Solarenergie zu beschleunigen

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Die destruktive Fernwirkung des deutschen Kohlehandels

2038 ist das Jahr, welches ein Ende für die deutsche Förderung der Kohle markiert. Bis dahin nutzen deutsche Banken und Unternehmen die Zeit, um international am Handel mit Kohle zu verdienen. Die Wirkungen sind vor allem an Orten wie dem Norden Kolumbiens zu spüren. In einem Interview berichtet Frau Ines Perez Arregóces, wie sie und ihre gesamte Gemeinde durch die Aktivitäten eines Tagebaus in der Mine El Cerrejón vertrieben wurden. Ihr Kampf für Gerechtigkeit und Entschädigung wird in dem verlinkten Interview gezeigt.

(Quelle: npla, 12.09.2025)

 

Grünes Licht für Planung des Pumpspeicher-Projektes im Thüringer Schiefergebirge

In der durchgeführten Machbarkeitsstudie wurden zentrale Eckdaten der geplanten Anlage analysiert. Dazu zählen unter anderem eine potenzielle Nennleistung von bis zu 500 Megawatt (MW) sowie die erforderlichen Dimensionen von Ober- und Unterbecken, um eine ausreichende Wasserversorgung für den Betrieb sicherzustellen. Die Studie dient jedoch in erster Linie als Grundlage für die weiteren Projektschritte. Nun beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Start der Planungsphase.

Wie geht es weiter?

Die Erstellung der notwendigen Planungsunterlagen bildet die Basis für das anschließende Genehmigungsverfahren. Aufgrund der Komplexität des Projekts rechnet Vattenfall aktuell damit, das Planfeststellungsverfahren gegen Ende dieses Jahrzehnts abschließen zu können.

Erst nach erfolgreichem Abschluss des Genehmigungsverfahrens wird eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen. Diese hängt maßgeblich von den geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen ab – insbesondere davon, ob ein langfristig wirtschaftlicher Betrieb der Anlage über mehrere Jahrzehnte hinweg sichergestellt werden kann.Vattenfall ist mit seiner Pumpspeicher-Flotte von 2.700 MW die größte Betreiber:in von Speicherkraftwerken auf Basis von Wasserkraft in Deutschland. Außerdem habe das Unternehmen das Potenzial, diese Position weiter zu festigen und auszubauen. So hatte Vattenfall Ende 2022 vom österreichischen Baukonzern STRABAG die ProjektgesellschaftWSK Puls GmbHgekauft, die bis dahin das Vorhaben „Wasserspeicher-Kraftwerk Leutenberg/Probstzella“ unweit von Saalfeld im Thüringischen Schiefergebirge vorangetrieben hat

(Quelle: SolarServer vom 20.08.25)

Debatte um Zukunft der Einspeisevergütung für private PV-Anlagen

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hat eine Reform der Einspeisevergütung für neue private PV-Anlagen ins Gespräch gebracht. Nach ihrer Einschätzung seien die Kosten für kleine Solaranlagen und Speicher inzwischen so stark gesunken, dass eine Förderung nicht länger notwendig sei.

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Wasserstoffausbau und fehlende Ambitionen

Die Bundesregierung will die Wasserstoffwirtschaft „pragmatischer“ gestalten – so steht es im aktuellen Koalitionsvertrag. Konkret bedeutet das: „Im Hochlauf müssen wir alle Farben nutzen.“ Gemeint ist, dass nicht ausschließlich grüner Wasserstoff – also jener, der mit erneuerbarem Strom erzeugt wird – zum Einsatz kommen soll. Auch Wasserstoff aus fossilen Quellen wie Erdgas soll in der Anfangsphase eine Rolle spielen.

Diese Strategie stößt auf Kritik. Fachleute sprechen bereits von einer „Ambitionslücke“ beim Ausbau grüner Wasserstoffproduktion. Zudem fehle es an konkreten Konzepten, um für den erzeugten Wasserstoff überhaupt ausreichend Abnehmer zu gewinnen. In einem offenen Brief äußerten 14 Unternehmen und Umweltorganisationen ihre „Sorge“ über die Pläne der Bundesregierung, „im Rahmen der Kraftwerksstrategie bis zu 20 Gigawatt Gaskraftwerke auszuschreiben, ohne konkreten Fahrplan für die Umstellung dieser Kraftwerke auf grünen Wasserstoff“.

Sie fordern von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen „verbindlichen Dekarbonisierungspfad“ und einen „entscheidenden Impuls für den noch stockenden Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland“.

In der Praxis geht es dabei vor allem um staatliche Förderung. Denn es ist mittlerweile unbestritten, dass sich der Aufbau einer tragfähigen Wasserstoffinfrastruktur ohne erhebliche staatliche Unterstützung kaum realisieren lässt. Damit sich die hohen Investitionen in Elektrolyseanlagen rechnen, müssen diese möglichst viele Betriebsstunden im Jahr erreichen. Das Problem: Diese Zeiten stimmen nicht zwangsläufig mit jenen Stunden überein, in denen genug überschüssiger Strom aus Wind- oder Solaranlagen vorhanden ist. Idealerweise sollten Elektrolyseure dann arbeiten, wenn keine fossilen Kraftwerke am Netz sind – was aktuell oft nicht der Fall ist.

Das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting verdeutlicht das Spannungsfeld anhand konkreter Zahlen: Damit sich ein Elektrolyseur wirtschaftlich betreiben lässt, müsste er 7.000 bis 8.000 Stunden im Jahr laufen – das entspricht etwa 80 bis 90 Prozent der Gesamtzeit. Überschüssiger Ökostrom steht aber bestenfalls in einem Drittel der Zeit zur Verfügung.

Ein weiteres Hindernis: die Kosten. Wie Philipp-Matthias Heuser, Wasserstoffexperte bei E-Bridge, erklärt, liegen die realistischen Produktionskosten dezentral erzeugten Wasserstoffs aktuell bei 7 bis 9 Euro pro Kilogramm. Einschließlich Transport und Vermarktung zahlen Abnehmer momentan zwischen 10 und 15 Euro pro Kilogramm.

Doch das übersteigt die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Nutzer deutlich. Für den Verkehrsbereich seien nur Preise von 6 bis 8 Euro pro Kilogramm wettbewerbsfähig, um mit Diesel gleichzuziehen, sagt Heuser. Noch kritischer sei die Lage in der Industrie: „In der Industrie liegt die Zahlungsbereitschaft nur bei 3,50 bis 4,50 Euro pro Kilogramm“, so Heuser.

Hinzu kommt: Ein Elektrolyseur benötigt etwa 55 Kilowattstunden Strom zur Erzeugung eines Kilogramms Wasserstoff. Bei einem Strompreis von 10 Cent pro Kilowattstunde schlagen allein die Stromkosten mit 5,50 Euro je Kilogramm zu Buche – noch bevor weitere Kosten einfließen.

Ohne Förderung geht es also nicht. Erste Großprojekte entstehen derzeit mit massiver staatlicher Unterstützung. So baut etwa das Unternehmen Enertrag in Prenzlau eine Wasserstoffanlage mit einer Leistung von 130 Megawatt. Zusammen mit einem zweiten Standort in Mecklenburg-Vorpommern entsteht der sogenannte „Elektrolysekorridor Ostdeutschland“. Der Förderbescheid über 214 Millionen Euro wurde im Juli vergangenen Jahres vom damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) persönlich übergeben.

Jetzt richtet sich der Blick auf Katherina Reiche: Welche Förderbescheide wird sie künftig auf den Weg bringen?

(Quelle: Taz vom 27.08)

Floating PV: Nachhaltige Energieerzeugung auf dem Wasser – Neuer Leitfaden des Fraunhofer ISE

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat einen umfassenden Leitfaden zur schwimmenden Photovoltaik (Floating PV) veröffentlicht, um die Markteinführung dieser Technologie zu unterstützen. Dieser bietet praxisnahe Empfehlungen sowie Informationen über das Potenzial schwimmender Photovoltaikanlagen, den aktuellen Technologiestand und den rechtlichen Rahmen. Zudem enthält der Leitfaden Hinweise zur Planung und zum Betrieb von FPV-Anlagen und analysiert deren Nachhaltigkeitspotenzial. Der Leitfaden stützt sich auf Erkenntnisse aus den Projekten »PV2Float« und »FPV4Resilience«, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie das Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg (LZN).

Der Leitfaden gibt einen Überblick über die Technologie und deren Potenziale und beschreibt die technischen Komponenten von Floating PV-Anlagen, einschließlich Unterkonstruktionen, PV-Modulen und Wechselrichtern. Darüber hinaus werden neue Ansätze zur Optimierung der Energieerzeugung und zur Minimierung ökologischer Auswirkungen vorgestellt.

»Neben den technologischen Entwicklungen vermittelt der Leitfaden aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen und beantwortet auch Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Floating PV-Projekten«, so Karolina Baltins, Gruppenleiterin für PV-Kraftwerke am Fraunhofer ISE. Der Leitfaden richtet sich an Kommunen, Unternehmen, Stadtwerke, Energieversorger sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Potenzial der Technologie

Floating PV-Anlagen, die auf künstlichen Gewässern wie Bagger- und Stauseen installiert werden, haben in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Die installierte Gesamtleistung stieg von 10 Megawatt im Jahr 2014 auf über 7,7 Gigawatt im Jahr 2023. Die Technologie bietet nicht nur eine effiziente Nutzung von Wasserflächen, sondern trägt auch zur Reduzierung des Flächenbedarfs an Land bei, was besonders in dicht besiedelten Regionen von Vorteil ist.

In Deutschland gibt es zahlreiche künstliche Gewässer, die sich technisch für die Nutzung schwimmender PV-Anlagen eignen. Besonders vielversprechend erscheinen zum einen industriell genutzte Gewässer, wie Kies- und Baggerseen, da hier der solare Strom direkt zur Dekarbonisierung der Industrie beiträgt. Betrachtet man insbesondere die Umweltverträglichkeit, hat zum anderen die Nachnutzung vormals industriell genutzter Flächen wie stillgelegte, geflutete Tagebauseen ein hohes Potenzial. Schätzungen zufolge könnte die installierbare Leistung bei einer Flächenabdeckung von 15 Prozent zwischen 13,7 und 19,1 Gigawatt liegen.

Nachhaltigkeit der Floating PV-Technologie

Ein zentraler Teil des Leitfadens ist die Analyse des Nachhaltigkeitspotenzials der Floating PV-Technologie. Durch die Installation solcher Anlagen auf Wasserflächen können Landressourcen geschont und gleichzeitig die Energieproduktion gesteigert werden. Um die Nachhaltigkeit der neuen Technologie ganzheitlich zu bewerten, umfasst die Analyse ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen.

 

Quelle Fraunhofer ISE vom 15. Juli 205)

iKratos entwickelt Plattform für den Handel mit gebrauchten Speichern aus Repowering-Anlagen

Die iKratos Energietechnik GmbH aus Weißenohe bei Nürnberg hat eine neue Plattform ins Leben gerufen, die den An- und Verkauf gebrauchter Batteriespeicher aus sogenannten Repowering-Projekten ermöglicht. Beim Repowering werden bestehende Photovoltaikanlagen modernisiert oder ersetzt, um deren Effizienz zu steigern – häufig werden dabei auch die vorhandenen Stromspeicher ausgetauscht, obwohl diese oftmals noch voll funktionsfähig sind.

Anstatt diese gebrauchten Speicher zu entsorgen, bietet iKratos ihnen nun über die Plattform eine zweite Nutzungsmöglichkeit. Die Lösung richtet sich sowohl an Unternehmen als auch an Privatpersonen. Interessierte Käufer können gezielt Anfragen stellen, während iKratos als Vermittler zwischen Anbietern und potenziellen Käufern auftritt.

Zum Start der Plattform gibt es aktuell keine Angaben.

Quelle: photon.info vom 15.08.25

Nachhaltige Wasserstoffversorgung für die Infineon Austria

Die Infineon Technologies Austria AG deckt ab sofort den gesamten Wasserstoffbedarf für die Halbleiterproduktion am Standort Villach durch erneuerbare Energien. Eine neue Elektrolyseanlage vor Ort wurde in Betrieb genommen und wird ausschließlich mit Strom aus nachhaltigen Quellen betrieben.

„Mit dieser Anlage stellen wir die langfristige Versorgung mit Wasserstoff sicher und verringern gleichzeitig unsere Abhängigkeit von externen Lieferungen. Zugleich ersetzen wir den bisher eingesetzten fossilen Wasserstoff durch umweltfreundlich produzierten Wasserstoff – ein wichtiger Schritt zur Reduktion der CO₂-Emissionen in unserer Lieferkette und zur Unterstützung der CO₂-Neutralitätsziele des Infineon-Konzerns“, erklärt Thomas Reisinger, Vorstand für Operations bei Infineon Technologies Austria.

Die Elektrolyseanlage erzeugt mit zertifiziertem Ökostrom jährlich rund 290 Tonnen grünen Wasserstoff – genug, um den gesamten Bedarf der Produktion in Villach zu decken. Durch die lokale Erzeugung des Wasserstoffs werden Emissionen in der Halbleiterherstellung deutlich reduziert.

(Quelle: Solarserver.de vom 20.08.2025)

Arbeitskräfte werden knapp

Deutschland steht vor der Herausforderung, genügend Fachkräfte zu finden, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden bis zum Jahr 2030 rund 160.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt, um den Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft voranzutreiben. Für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Bewältigung seiner Folgen sind weitere 40.000 Fachkräfte erforderlich.

Die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig. Besonders lange dauert die Besetzung offener Stellen derzeit in der Energie- und Elektrotechnik mit durchschnittlich 112 bzw. 114 Tagen. Auch in Bereichen wie Hochbau (100 Tage) und der Herstellung von Natursteinen, Mineralien und Baustoffen (104 Tage) zeigt sich der Arbeitsmarkt bereits stark belastet.

Laut IAB-Forscher Christian Schneemann sei es entscheidend, vorhandene Arbeitskräfte gezielt zu rekrutieren und durch Aus- und Weiterbildung so zu qualifizieren, dass Fachkräftepotenziale aus rückläufigen Branchen effektiv genutzt werden können. Darüber hinaus müsse technische Berufsausbildung bereits bei der Berufswahl stärker gefördert, die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse vereinfacht sowie die Erwerbsbeteiligung von älteren Menschen und Frauen verbessert werden.

(Quelle: Tagesspiegel vom 19.08.25)

 

 

Studie zeigt, dass PV-Freiflächenanlagen artenreiches Grünland hervorbringen können

Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) hat eine Studie veröffentlicht, die aufzeigt, wie Photovoltaik genutzt werden kann, um Biodiversität zu fördern.

Grünland ist ein essentieller Lebensraum für etwa 40% der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzenarten (822 Arten) und 2.000 Pflanzenarten insgesamt in Deutschland. Grünland unter Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu kultivieren, bietet daher Synergiepotentiale für Grünlandökosysteme. Resilienz als ein zunehmend wichtiges Kriterium zur Gestaltung eines Bewirtschaftungskonzeptes wird mehr berücksichtigt, da abiotische Stressoren wie klimabedingte Dürren durch die höhere Artenvielfalt besser ausgeglichen werden können.

Doch Artenreichtum und der Einsatz chemischer Pestizide, Düngemittel u.Ä. schließt sich aus. Solarparks verzichten auf die Verwendung dieser externen Inputs und fördern damit auch durch aktive Unterlassung schädlicher landwirtschaftlicher Praktiken die Biodiversität des Grünlandes.

Damit verbunden sind auch Anforderungen an den Solarpark. Die Modultische sollten schmal sein, die Abstände zwischen den Modulpanelen, den Modulreihen und Unterkanten der Module zum Boden müssen ausreichend dimensioniert sein. Hinzu kommt die Erfordernis, dass Freiflächen eingeplant werden.

Die Anlage und Pflege eines artenreichen Grünlandes unter einem Solarpark unter Einhaltung der notwendigen Kriterien wird in dem Leitfaden der KNE erklärt. Der Leitfaden beinhaltet Fragen an das Nutzungskonzept. Diese Fragen beziehen sich auf Vorbereitung der Anlagenfläche, der Einsatz von Maschinen zur Pflege der Grünlandfläche und den Erhalt des Artenbestands.

(Quelle: Solarserver, vom 13.08.2025)

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